Leute von heute

FRAGEN & ANTWORTEN: Süd- und Nordkorea machen wichtigen Schritt zur Entspannung

Südkoreas Vereinigungsminister und Delegationsleiter Cho Myoung Gyon (r) und sein nordkoreanischer Amtskollege Ri Son Gwon geben sich am 09.01.2018 in der Militäreinrichtung Panmunjeom in Paju (Südkorea) die Hand. Foto: Uncredited/Korea Pool/AP/dpa

Am Ende ging alles ziemlich schnell. Noch Anfang des Jahres drohte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un den USA mit dem „Atomwaffen-Knopf“. In derselben Rede schlug Kim aber auch Südkorea eine Zusammenarbeit bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang im Februar vor. Der US-Verbündete ging sofort auf das Angebot Kims ein.

Beide Seiten nahmen noch in derselben Woche ihre zuvor getrennten Kommunikationsleitungen an der Grenze wieder in Betrieb und vereinbarten die ersten Gespräche seit zwei Jahren. Am Dienstag erfolgte dann die Einigung bei dem Treffen im Grenzort Panmunjom auf weitreichende Maßnahmen für bessere Beziehungen. Eine Analyse der Lage in Form von Fragen & Antworten:

– Was bedeutet die Einigung?

Er denke, dass Nordkoreas Teilnahme an den Spielen „uns die Gelegenheit bietet, die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zu reduzieren“, sagte Südkoreas Vereinigungsminister und Verhandlungsleiter Cho Myoung Gyon vor Journalisten nach den Gesprächen in Panmunjom.

Eiskunstlauf: Challenger Serie – Nebelhorn Trophy in Oberstdorf (Bayern). Ryom Tae-Ok und Kim Ju-Sik aus Nordkorea in Aktion am 29.09.2017 bei der Kür der Paare. Foto: Peter Kneffel/dpa

Seoul hofft, nicht nur friedliche und erfolgreiche Wettkämpfe ausrichten zu können. Über die Olympischen Spiele und die Paralympischen Winterspiele im März hinaus will Seoul die Grundlage für eine dauerhafte Entspannung schaffen. Dazu könnten die Großveranstaltungen einen wichtigen Beitrag leisten.

Von einer Aktion wie etwa dem gemeinsamen Einmarsch von Sportlern aus Süd- und Nordkorea bei der Eröffnungs- und Abschlussfeier hätten beide Länder etwas, sagte Christine Liew vom Ostasieninstitut in Ludwigshafen in einem Interview der dpa. Südkorea nutze die Spiele vor allem, um wieder mit dem Nachbarn ins Gespräch zu kommen. Sport spiele bei solchen Vorhaben eine wichtige Rolle. „Man kann da Kräfte messen auf freundschaftliche Art und Weise.“ Und Nordkorea könne «eine positive Seite von sich zeigen».

– Wen will Nordkorea schicken?

Nordkorea will neben Regierungsvertretern und Athleten auch eine Fangruppe, eine Taekwondo-Showteam sowie Beobachter, Künstler und Reporter schicken.

Allerdinges ist noch nicht klar, wer Mitglied einer hochrangigen Delegation sein könnte. Experten erwarteten Probleme, wenn politische Schwergewichte wie Choe Ryong Hae, der derzeit als die Nummer zwei hinter Kim gelte, kommen sollten, schreibt die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.

Offizielle Vertreter schneiden am 15.12.2017 in Pyeongchang (Südkorea) anlässlich der Eröffnung des athletischen Dorfs das Eröffnungsband durch. Foto: -/kyodo/dpa

Choe steht wie andere Funktionäre auch wegen des Atomprogramm Nordkoreas auf einer Schwarzen Liste. Vielleicht auch deshalb kündigte Südkoreas Außenministerium am Dienstag an, es könnte eine „vorübergehende“ Lockerung der eigenen Sanktionen gegen Nordkorea erwägen.

Was die Sportler aus dem Norden betrifft, so hatten sich für die Spiele in Pyeongchang nur die Eiskunstläufer Ryom Tae Ok und Kim Ju Sik qualifiziert, sich jedoch nicht fristgerecht angemeldet. Aber das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte bereits signalisiert, ein Ausnahme zu machen. „Das IOC wird dann diese Vorschläge diskutieren, insbesondere hinsichtlich der Teilnahme, der Anzahl und der Namen der Athleten Nordkoreas“, teilte ein IOC-Sprecher angesichts der innerkoreanischen Einigung.

– Was sollen die Militärgespräche bringen?

Die Einigung vom Dienstag übertrifft die Erwartungen vieler Experten. Nordkorea stimmte überraschend dem Vorschlag Südkoreas zu, auch wieder Militärgespräche aufzunehmen. Bei den Gesprächen zwischen Militärs soll es vor allem um vertrauensbildende Maßnahmen gehen. Beide Seite könnten sich zunächst auf eine Einstellung ihrer Lautsprecher-Propaganda entlang der Grenze einigen.

Dieses undatierte Videostandbild zeigt Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bei einer Sitzung des Politbüros der Partei der Arbeit Koreas (WPK). Foto: -/KRT via AP Video/dpa

Südkoreas Präsident Moon Jae In äußerte vor den jetzigen Gesprächen seine Hoffnung, dass bessere innerkoreanische Beziehungen auch den Weg zu einer Lösung des Atomstreits und eventuell einen Dialog zwischen Pjöngjang und den USA ebnen könnten. Allerdings warnten Kommentatoren in Südkorea davor, Seoul dürfe sich von Pjöngjang nicht einwickeln zu lassen. Das Ziel Kim Jong Uns könne es auch sein, einen Keil zwischen Südkorea und den USA treiben und sich von den Sanktionen befreien zu wollen.

– Wie geht es weiter?

Zunächst wollen beide Koreas bei Gesprächen auf Arbeitsebene die Einzelheiten für die Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Spielen besprechen. Die Zeit drängt. So war jetzt auch davon die Rede, dass Nordkorea zunächst die Unterkunftsmöglichkeiten und die Sicherheitsbedingungen vor Ort überprüfen wolle.

Beide Seiten erklärten auch ihre Absicht, neben den Regierungstreffen auch Gespräche in verschiedenen Bereichen zu führen – ohne das weiter zu spezifizieren. Die Mehrheit der Südkoreaner unterstützt laut Umfragen die Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Winterspielen. Doch wenige glauben, dass damit ein fundamentalter Wandel im Verhalten Nordkoreas verbunden sein wird. (dpa)

  1. Dann für heute Abend noch ein letzter.
    Was den Amis gefällt ist wahlweise die Summe oder die Schnittmenge der Vorlieben jedes einzelnen Amis.
    Spätestens da könnten auch bei den Amis die Meinungen auseinander gehen:
    – Kims Dinger sind Fake
    – Kims Dinger fliegen nicht
    – Kims Dinger fliegen nicht weit genug
    – Kims Dinger können keine Lasten tragen
    – Donald hat den größeren Knopf
    – Donald hat den schnelleren Finger
    – Ein mittelschwerer regionaler Konflikt beruhigt Asiens Weltherrschaftsambitionen
    – In Nordkorea gibts Erdöl oder seltene Erden
    – Militärische Konflikte fördern das Geschäft
    – Kims Reich ist die Hölle
    – Kims Reich ist das Paradies
    – Kims Reich ist ein alternatives Gesellschaftsmodell
    – Kim möchte Respekt
    – Kim blufft
    – Kim ist cool (mag Filme, Musik, Rotwein und Autos)
    – Die eine oder andere bzw. alle vorherigen Aussagen sind nicht wahr oder anzuzweifeln.

    Geopolitik ist weder eine Frage des Liebhabens (Ironie ist mir nicht entgangen) noch ein Sportereignis im Fernsehen. Bei den beiden Hauptakteuren in diesem „Spektakel“ muss man mit allem rechnen.

    Ob so ein „Ding“ nun in Seoul, China, Japan oder den USA landet; die Kollateralschäden betreffen auch uns.

      • Réalité

        Hallo Karl!
        Pass Du nur gut auf deinen Spezi Donni auf! Der Kerl ist zu allem fähig!? Was hat Amerika sich da wohl für nen Klown angewählt!? Unfassbar! Sehr gefährlicher Typ und Zeitgenosse! Gehört wohl eher in einem Comicfilm wie an der Spitze des Weltreiches Amerika! Schon alleine wegen seiner Entenlippen, Sprache und seinem Haartroll! Zum sich Tot lachen der Kerl!

  2. Waffen sind Bestandteil der Geopolitik. Jedoch nicht um sie einzusetzen, sondern um sie gegebenenfalls einzusetzen. Dies wurde 40 Jahre lang von den Führern der UDSSR und der USA (ausreichen intelligent bewiesen (es gab eine zweifelhafte Situation).
    Krämerseelen (raus mit dem Zeug damit das Lager dreht) haben da nichts zu suchen. Das Zeug an Kontrahenten von Pulverfässern oder in deren Umgebung zu verdicken ebenfalls nicht.
    Unsere EU in diesem Sinne etwas besser auszustatten (funktionierende Ausrüstung wäre schon ein Plus). Unser Glaube, dass der Weltpolizist, die Dinge für uns erledigt ggf. auch noch kostenfrei bleibt nun mal ein Glaube. Den klassischen Polizisten durch den kraftstrotzenden Polizeianwärter (RU) zu ersetzen, erscheint mir nicht zielführend; da gibt‘s doch noch ein paar Unterschied im Gesellschaftshausmodell.
    Sich zu wünschen, es gäbe keine Geopolitik, hört sich nett an, ist aber Illusion. Bei den grossen Konflikten waren nicht die Waffenarsenale der Auslöser, sondern Eskalation der Rhetorik; Die Fähigkeit Waffen wären des Konfliktes zu produzieren, haben die Dinger jedoch entschieden. Bsp. 30-jähriger Krieg, WK 1 und 2. Nuklearwaffen werden den Planeten nicht gleich aus der Geschichte bomben, aber an postakpokalyptische Szenarien sollte man sich dann gewöhnen. Erstrebenswert oder auch noch akzeptable erscheint mir das nicht.
    Vergessen sollte man in der Geopolitik (wie im Business) eines nicht:
    Wer mit dem Rücken zur Wand steht, kann alles verlangen (da er nichts mehr zu verlieren hat).

    • karlh1berens

      In der Nacht zur Katalanendemo (07.12.17) traf ich (neben etlichen Katalanen) auch einen luxemburgischen Polizei(Offizier?) in der Nähe der Grand Place. Nach einem sehr interessanten Gespäch warf ich mal so einfach die These in den Raum dass wir Europäer uns auch atomar bewaffnen sollten. Da hat sich mein Gesprächspartner aber ziemlich schnell verdünnisiert. Aber es wurde ja auch langsam Zeit, sich auf den Weg zu machen.

      • @ KH1B

        Wenn ich es richtig in Erinnerung habe hat Europa schon die Bombe. Auch wenn Frankreich nur „beigeordnetes Mitglied“ der NATO ist, damit sie das letzte Wort bei einem eventuellen Einsatz haben, gehört die französische Atombombe zum festen NATO Arsenal.

    • Nuklearwaffen werden den Planeten nicht gleich aus der Geschichte bomben ….

      @ Der

      In Anbetracht der Tatsache dass das weltweite Atomwaffenarsenal ausreicht um den Planeten 7 x zu „pulverisieren“ würde ich darauf keine Wetten abschliessen.

  3. Ekel Alfred

    @ Der., was Sie schreiben, stimmt aber nicht so ganz….Waffen werden produziert, um benutzt zu werden….und nicht um sie zu horten….Waffen waren, sind, und werden immer ein lukratives Geschäft bleiben….das sehen die Produzenten natürlich immer ganz anders….fragen Sie nur mal bei FN Herstal nach….die Expansion und Gewinnmarge war noch nie so hoch wie in den letzten Jahren….

Hinterlasse eine Antwort

Desktop Version anfordern