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Elf Jahre nach De Bruyne als Spieler wird Kompany in Deutschland als Trainer des Jahres ausgezeichnet

15.08.2026, Bayern, München: Vincent Kompany, Trainer des FC Bayern, winkt vor dem Spiel den Fans. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

2015 wurde Kevin De Bruyne, der damals beim VfL Wolfsburg für Furore sorgte, in der Bundesliga zum Fußballer des Jahres gewählt. Elf Jahre später wird wieder einem Belgier in Deutschland eine Ehrung zuteil: Der ehemalige belgische Nationalspieler und heutige Coach des FC Bayern, Vincent Kompany, ist Trainer des Jahres 2026.

Auf Double-Gewinner Kompany (40) entfielen 314 Stimmen. Deutlich dahinter landeten Vorjahressieger Julian Schuster (87 Stimmen) vom SC Freiburg und Sebastian Hoeneß (53 Stimmen) von Pokalfinalist VfB Stuttgart. Vor Kompany und Schuster waren Xabi Alonso, Urs Fischer, Christian Streich, Thomas Tuchel, Hansi Flick und Jürgen Klopp die besten Trainer der Saison.

„Lieber Vincent, ich gratuliere dir sehr herzlich zur Auszeichnung als Trainer des Jahres – die ist mehr als verdient“, sagte Schuster an Kompany gerichtet: „Auf der einen Seite ist da die Trainerkomponente. Inhaltlich steht es mir eigentlich gar nicht zu, darüber zu urteilen, aber du hast im zurückliegenden Jahr natürlich Herausragendes geleistet. Du bist nicht nur ein guter Trainer, sondern du machst aus meiner Sicht auch noch alle um dich herum besser.“

18.05.2025, Bayern, München: Trainer Vincent Kompany steht am 18. Mai 2025 mit der Meisterschale auf dem Rathaus-Balkon. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Als Kompany im Sommer 2024 als Cheftrainer präsentiert wurde, war die Verwunderung in München und weit darüber hinaus groß. Schließlich hatte der deutsche Rekordmeister zuvor vergeblich versucht, etablierte und international dekorierte Trainer zu verpflichten – Namen mit großer Erfahrung auf höchstem Niveau. Stattdessen fiel die Wahl auf einen vergleichsweise jungen Coach, der gerade mit dem Burnley FC aus der Premier League abgestiegen war.

Viele Beobachter reagierten entsprechend irritiert. In Fanforen war von einer „Übergangslösung“ die Rede, Experten stellten offen die Frage, ob ein Trainer mit dieser Vita den enormen Erwartungen beim FC Bayern überhaupt gewachsen sein könne. Selbst wohlwollende Stimmen formulierten ihre Einschätzung vorsichtig.

Umso bemerkenswerter ist die Entwicklung, die seither eingesetzt hat. Aus Skepsis ist Begeisterung geworden, aus Zweifel Überzeugung. Diese Kehrtwende spiegelt sich auch in den Stimmen aus dem Verein wider. Ehrenpräsident Uli Hoeneß wird inzwischen mit den Worten zitiert, Kompany habe „dem Club neues Leben eingehaucht“. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge sagte über Vincent Kompany:„Nach mehreren Absagen haben wir uns für Vinnie entschieden. Manchmal lächelt einem das Schicksal zu. Wir können uns glücklich schätzen, ihn zu haben. Ich habe große Trainer bei Bayern gesehen – Lattek, Hitzfeld, Heynckes, Guardiola – und Vinnie passt sich diesem Niveau an. Ich genieße es wieder, der Mannschaft zuzusehen, was in den letzten Jahren nicht immer der Fall war. Der Fußball ist gut, die Ergebnisse stimmen, und es herrscht wieder Ruhe im Verein. Der Trainer ist der wichtigste Mitarbeiter, und Vinnie ist ein Segen, auch auf menschlicher Ebene. Er arbeitet mit dem, was der Verein ihm gibt, und macht das Beste daraus. Wir haben ihn auch gebeten, der Akademie mehr zu vertrauen, und er hat neun Spieler integriert, mit Lennart Karl an der Spitze.“

16.04.2026, Belgien, Brüssel: Pierre Kompany (Les Engagés), belgischer Politiker, legt einen Fansschal des FC Bayern bei einer Plenarsitzung der Abgeordnetenkammer um. Foto: Emile Windal/Belga/dpa

Auch unter Experten hat sich der Ton deutlich verändert. Ottmar Hitzfeld betont mittlerweile, Kompany habe „in kürzester Zeit eine klare Struktur und ein starkes Innenleben der Mannschaft geschaffen“. Und Matthäus, einst vorsichtig, spricht nun davon, Bayern spiele „wieder wie eine europäische Spitzenmannschaft mit klarer Handschrift“.

Am eindrucksvollsten zeigt sich dieser Wandel jedoch bei den Fans. Viele erinnern sich noch gut an die anfängliche Skepsis – und stellen ihr heute eine fast schon euphorische Begeisterung gegenüber. „Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet dieser Trainer uns so zurückbringt?“, lautet eine häufige Reaktion. Andere formulieren es noch direkter: „Vom Absteiger-Trainer zur Hoffnung Europas – das ist schon eine verrückte Geschichte.“ (cre/dpa)

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