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Ein zweiter Clown in Eupen [Fotogalerie]

Kinder fasziniert der Clown ganz besonders. Clown Gustave Malheur bei seinem Auftritt auf der Klötzerbahn in Eupen am Sonntag. Foto: Patrick von Staufenberg

Nur einen Steinwurf vom steinernen Clown an der Bergstraße entfernt, der seit 1958 an den Eupener Karneval erinnert, stand am Sonntag mit Gustave Malheur ein lebendiger Clown auf der Klötzerbahn in Eupen (siehe FOTOGALERIE unten).

Der Eupener Clown ist längst Teil des Stadtbildes. Geschaffen vom Eupener Bildhauer Joseph Braun und auf Initiative der Eupener Karnevalsgesellschaften errichtet, wurde er am 14. Juni 1958 eingeweiht. Als Symbol des Eupener Karnevals erinnert er bis heute daran, dass Humor und Lebensfreude ihren festen Platz in der Stadt haben.

Clown Gustave Malheur bei seinem Auftritt auf der Klötzerbahn in Eupen am Sonntag. Foto: Patrick von Staufenberg

Doch warum gibt es eigentlich noch immer Clowns? In einer Zeit von Smartphones, Computerspielen, Filmen und künstlicher Intelligenz könnte man meinen, die Figur des Clowns sei längst aus der Zeit gefallen. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Vielleicht gerade deshalb, weil ein Clown etwas tut, was sich nicht digitalisieren lässt: Er tritt einem unmittelbar gegenüber, reagiert auf sein Publikum und schafft einen Moment, der nur hier und jetzt existiert.

Das zeigte sich auch am Sonntag auf der Klötzerbahn. Gustave Malheur bekam es vor allem mit Kindern zu tun – und die ließen sich bereitwillig auf seine kleine Welt ein.

Das Clown-Denkmal in der Bergstraße in Eupen. Foto: Shutterstock

Kinder fasziniert der Clown ganz besonders. Er darf Dinge tun, die sonst verboten oder zumindest ungewöhnlich wären: Er stolpert, macht Fehler, stellt sich tollpatschig an, überrascht und verdreht die Regeln des Alltags. Und anders als die Erwachsenenwelt verlangt er nicht, dass alles perfekt funktioniert. Beim Clown darf etwas schiefgehen – und gerade daraus entsteht der Spaß.

Vielleicht erkennen Kinder darin auch etwas von sich selbst. Der Clown ist nicht überlegen, sondern oft selbst derjenige, der nicht weiterweiß. Er probiert etwas aus, scheitert, steht wieder auf und macht weiter. Er lädt zum Mitmachen ein, ohne viel erklären zu müssen.

Gustave Malheur braucht dafür keine aufwendige Kulisse. Eine Geste, ein Blick, ein überraschender Einfall – und schon entsteht eine Verbindung. Der Clown lebt von der unmittelbaren Begegnung und davon, dass sein Publikum mitspielt.

Diese besondere Seite des Clowns zeigt sich in Ostbelgien auch bei den CliniClowns. Dort geht es nicht in erster Linie um eine Show, sondern um den Menschen. Mit Musik, Zauberei, Jonglage und viel Fantasie bringen sie ein wenig Leichtigkeit dorthin, wo das Leben manchmal schwer ist.

Vielleicht ist das der Grund, weshalb der Clown die Zeiten überlebt hat: Er bringt uns zum Lachen, ohne dass wir dafür einen Bildschirm brauchen. Er darf albern sein, scheitern und über sich selbst lachen. (cre)

Nachfolgend eine FOTOGALERIE mit Bildern von Fotograf Patrick von Staufenberg vom Auftritt des Clowns Gustave Malheur am vergangenen Sonntag auf der Klötzerbahn in Eupen (Zum Vergrößern Bild anklicken): 

Eine Antwort auf “Ein zweiter Clown in Eupen [Fotogalerie]”

  1. Hugo Egon Bernhard von Sinnen

    Künstlich oder menschlich beweglich funktionierend,
    ist es für jung und alt, meist faszinierend.

    Es ist kein Video und auch kein Bild,
    selbst Karneval sind einige gewillt,
    sich live im Zug zu präsentieren,
    notfalls auch auf allen Vieren.
    Mit Perücke und roten Nasen,
    zeigt sich ein Lächeln, selbst bei den Hasen.

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