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Das kleine Saarland möchte es allen zeigen: Ostbelgiens Partnerregion will nach Ostern raus aus Lockdown

14.12.2020, Saarland, Saarbrücken: Passanten gehen durch die Saarbrücker Innenstadt. Das Saarland steigt nach Ostern aus dem Lockdown aus. Foto: Oliver Dietze/dpa

Das Saarland ist Ostbelgiens Partnerregion in der Großregion (früher Saar-Lor-Lux) zusammen mit Rheinland-Pfalz, Luxemburg, der Wallonie und Lothringen. Schon deshalb ist es für die DG interessant zu sehen, wie sich das Saarland gegenüber den anderen deutschen Bundesländern verhält. Heute wissen wir: Es zeigt sich frech, trotzig und selbstbewusst.

Als erstes deutsches Bundesland steigt das Saarland nach Ostern aus dem Corona-Lockdown aus. Vom 6. April an – dem Dienstag nach den Feiertagen – sollen Kinos, Fitnessstudios und die Außengastronomie wieder öffnen.

Hans im Glück? Tobias Hans (CDU), Ministerpräsident des Saarlandes. Foto: Oliver Dietze/dpa

Voraussetzung sei ein tagesaktueller negativer Schnelltest, sagte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Donnerstag. Die lang anhaltenden Einschränkungen stießen bei den Menschen immer mehr an ihre Grenzen.

Daher: „Ab dem 6. April wird wieder mehr privates, wieder mehr öffentliches Leben möglich sein.“ Weitere Öffnungsschritte könne es nach dem 18. April geben: in der Gastronomie, beim Ehrenamt, in den Schulen.

Auch bei den wegen der Pandemie geltenden Kontaktbeschränkungen werde gelockert, kündigte der saarländische Regierungschef an. Bei privaten Treffen im Freien sollten bereits im ersten Schritt bis zu zehn Personen erlaubt sein. Auch Kontaktsport im Außenbereich sei dann wieder möglich: „Immer in Kombinationen mit Testungen“, betonte Hans.

25.03.2021, Saarland, Mettlach: Noch ist der Biergarten der Abtei-Brauerei gesperrt. Nach Ostern sollen viele Betriebe, Geschäfte und Außengastronomien im Saarland wieder öffnen dürfen. Foto: Harald Tittel/dpa

Für diesen Ausstiegsplan starte das Saarland ein Modellprojekt, sagte der CDU-Politiker. Bund und Länder hatten beim jüngsten Corona-Gipfel beschlossen, dass in Ländern und einzelnen Regionen zeitlich befristete Modellprojekte möglich sein sollen – „mit strengen Schutzmaßnahmen und einem Testkonzept, um einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens zu öffnen“.

Das Saarland habe für ein solches Modellprojekt beste Voraussetzungen, sagte Hans. Zum einen sei die Sieben-Tage-Inzidenz im kleinsten deutschen Flächenland mit derzeit um die 70 eine der niedrigsten deutschlandweit. Zum zweiten verfüge das Saarland bereits über eine gute Infrastruktur für Tests. Es gebe 41 Testzentren im Land, zudem böten mehr als 300 Ärzte und Apotheken kostenfreie Antigen-Schnelltests an. Das Saarland habe frühzeitig 2,5 Millionen Schnelltests bestellt.

Schließlich sei die Impfquote im Saarland mit knapp einer Million Einwohnern hoch. Bislang seien rund 150.000 Impfungen gegen das Corona-Virus vorgenommen worden, davon um die 110 000 Erstimpfungen. Mit einer Quote von 11,4 Prozent bei den Erstimpfungen liege das Land an der Spitze der Bundesländer, zwei Prozentpunkte über dem Bundesschnitt, sagte Hans. (dpa/cre)

7 Antworten auf “Das kleine Saarland möchte es allen zeigen: Ostbelgiens Partnerregion will nach Ostern raus aus Lockdown”

  1. schlechtmensch

    Das macht Sinn. In Frankreich boomen die neuen Varianten des Virus. Nicht nur die britische sondern auch die brasilianische. Und da das Saarland kaum Berührungspunkte mit Frankreich hat macht es Sinn genau dort diesen alles offen Test zu machen. Sehr gute Entscheidung! Ich weiss auch schon wer die Verantwortung trägt wenn es in die Hose geht. Niemand!

    • Alfons van Compernolle

      Es wird in die Hose gehen ! Ich war mehrfach in Lauterbach & Saarlouis wo die Menschen sehr sehr kontaktfreudig in das sehr nahe gelegene Frankreich fahren.
      Aber es stehen ja bald Wahlen an und die Umfragewerte der CDU / CSU gehen in den Keller.
      Mit dem großen „P“ in den Augen und der Angst durch Abwahl seinen mehr als gut bezahlten Job zu verlieren , kommen jetzt auf „Teufel komme raus“ Lockerungen / Modellversuche um seinen Job
      zu retten. Natürlich geht das in die Hose , wir haben gegen diese teuflische Coronainfektion noch keine Medikamente mit Ausnahme des einen oder anderen Impfserums, was doch diverse nette Zeitgenossen mit ihren hirnlosen Schwachsinnskommentaren fortwährend verteufeln.
      Wie viele Coronaerkrankungen und Menschenleben sollen wir erleiden , opfern bis wir bereit sind
      zeitlich begrenzt ein paar Freiheiten einzuschränken ??

    • Ich möchte diese Initiative nicht totreden. Das Saarland hat aber 157km Grenze mit Frankreich, ca. 17.000 Einpendler / ca. 5.000 Auspendler mit Frankreich sowie auch zahlreiche Einkaufsreisende in beiden Richtungen.

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