Leute von heute

Braunkohle-Tagebau schluckt Kartbahn der Brüder Michael und Ralf Schumacher in Kerpen

Fahrer sind am 10.01.2018 auf der Kartbahn in Kerpen unterwegs. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Die berühmte Kartbahn, auf der die Ex-Formel 1-Piloten Michael und Ralf Schumacher in Deutschland ihre Karriere begonnen haben, fällt dem Braunkohle-Tagebau Hambach zum Opfer.

Nachdem kein Alternativstandort gefunden wurde, laufe jetzt alles auf ein ersatzloses Aus für die Bahn hinaus, sagte ein Sprecher des deutschen Tagebaubetreibers RWE Power am Mittwoch.

Die Brüder Ralf (l) und Michael Schumacher (r) stehen am 19.07.1993 in Kerpen (Nordrhein-Westfalen) mit ihrem Vater Rolf an der Kartbahn. Foto: Michael Jung/dpa

„Jetzt geht es um den Kauf des Geländes und um die Terminierung der Übergabe der Rennstrecke an uns.“ Der sogenannte Erftlandring (Nordrhein-Westfalen) habe schon bei der Genehmigung des Tagebaus 1977 innerhalb der Abbaugrenzen gelegen.

“Es war klar, irgendwann kommt der Tagebau. Man hat ja auch jahrelang nach einem neuen Standort gesucht“, sagte der Sprecher. Die Stadt Kerpen erklärte, dass alle bisherigen Möglichkeiten geprüft worden seien, aber ohne Erfolg. (dpa)

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf „Ostbelgien Direkt“:

  1. Der 7. Sinn

    Wenn ich schon so ne Vollpfosten finde im Internet, die damit kommen, eine Kirche abreissen und dafür entsteht da ein Moschee, könnt ich kotzen. Nein, die Braunkohle ist schuld und die Gier nach Strom und Geld. Ganze Wälder, Dörfer und ja auch Kirchen verschwinden. Verschwindet vielleicht auch irgendwann Köln, wenn da was finden würde….Armes RWE….

    • Pensionierter Bauer

      Ja, es verschwinden Dörfer, Wälder, Kirchen, Kartbahnen und vieles mehr. Im Gegenzug entsteht aber auch sehr viel neues. Neue Dörfer, Kirchen, Wälder uvm. Der Blausteinsee bei Eschweiler ist auch nur ein Nebenprodukt der Braunkohleförderung und wer will im Großraum Aachen heute noch auf dieses Gewässer verzichten? Das kein Grundstück für eine neue Kartbahn zu finden sein sollte kann ich nur schwer glauben. Ich denke, dass es da andere Gründe gab, wie zB mangelnde flexibilität bei den Betreibern einerseits und den Kommunalen Genehmigungsbehörden auf der anderen Seite. Unser Wohlstand hat nunmal einen Preis und ich bin davon überzeugt, wenn es wirklich drauf ankommt würden keine fünf Prozent auf das warme und beleuchtete Wohnzimmer verzichten. Armes RWE sagt sich einfacher als auf solche Konzerne zu verzichten.

      • Ja, es verschwinden Dörfer, Wälder, Kirchen, Kartbahnen und vieles mehr. Im Gegenzug entsteht aber auch sehr viel neues.

        @ PB

        Klar, die RWE verdient sich dumm und dämlich und wenn der Abbau sich nicht mehr lohnt zahlt der Steuerzahler Milliarden für die „Re-Naturierung“.
        Zum Glück, für Sie, ist es der Deutsche und nicht der Belgische.

        • Pensionierter Bauer

          RWE verdient sich dumm und dämlich. @Edig, und wer sind die Aktionäre vom Konzern ?
          Neben vielen Privaten sind es sehr viele Kommunen denen heute die Dividenden fehlen weil die Gewinne jetzt in die Umlage für „erneuerbare Energien“ verwendet werden müssen.
          Warum sind der aachener OB und der Stätderatstyp Etschenberg so für die Abschaltung von Tihange? Weil sie mit Stromlieferungen nach Belgien wieder Gewinne machen wollen.

          • @ PB

            ……. denen heute die Dividenden fehlen weil die Gewinne jetzt in die Umlage für „erneuerbare Energien“ verwendet werden müssen………

            Klingt richtig, wird auch gerne für Propagandazwecke verwendet ist aber falsch.
            Fakt ist: Die Gewinne steigen, 2012 hat der Vorstand von RWE unter dem ehemaligen Ministerpräsidenten Clement beschlossen die Dividende zu kürzen um eigene Aktien zurückzukaufen und Rücklagen zu bilden. Die Kommunen standen vor der Frage auf Geld zu verzichten oder ihre Anreile zu Verkaufen. Da aufgrund dieses Beschlusses der Wert der RWE Aktie gestiegen ist haben sich Viele dazu entschlossen.
            Die hohe EEG Abgabe wird von den Experten unter anderem damit begründet das es für Konzerne wie BASF und Bayer lohnender ist selbst produzierten Strom zu Haushaltsstrompreisen ins öffentliche Netz einzuspeisen und den „billigen“ Industriestrom der Energiekonzerne zu kaufen. RWE und Co haben sich dieses schmutzige Spiel ausgedacht und über ihre Lobbyisten als Gesetz festschreiben lassen. So verkaufen sie überteuerten Haushaltsstrom und die Konzerne beziehen vom Steuerzahler „aufgefütterten“ Industriestrom.
            Letzte Woche wurde festgeschrieben das die Energiekonzerne sich an Rückbau und Endlagerung für AKW und Brennstäbe mit 40 Milliarden beteiligen. Die Tatsächlichen Kosten belaufen sich vorsichtig geschätzt auf 165 Milliarden. Jetzt raten Sie mal wer für die Differenz aukommen wird?

            • Pensionierter Bauer

              Die Kosten übernimmt der deutsche Staat und das ist auch richtig so ! Weil RWE sich in der Anfangszeit der Atomenergie heftig dagegen gewehrt hat. Ich glaube Scholler oder so ähnlich hieß der Mann der wollte praktisch nur auf Braunkohle setzen. Es waren die Bundesregierungen die RWE damals massiv zum Bau von AKWs gedrängt haben. Ich glaube sogar mich zu erinnern, dass der Bund damals einen großteil der Baukosten übernommen hat. In Folge dessen ist es doch auch klar, dass der Bund nun auch für die Folgen mit gerade stehen muss.

              • @ PB

                Wie es sich gehört? Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert. Über die Jahre haben RWE & Co Milliarden mit dem „ungeliebten“ Atomstrom verdient, Die Kosten für die Abwicklung bezahlt der Steuerzahler.

                • Pensionierter Bauer

                  Ich bin aber davon überzeugt, dass RWE deutlich mehr an der Braunkohle als an seinen AKWs verdient hat. Mit Kalkar und Mühlheim Kehrlich hatten sie zwei der bedeutensten Investitionsruinen der deutschen Nachkriegsgeschichte.

    • R.A. Punzel

      Das mit dem Verschwinden von Köln ist gar keine so abstruse Idee. Aber vielleicht sollte man mit Eupen anfangen, indem der Kohleabbau in Belgien reaktiviert wird… ;-)))))))))))

  2. Es ist mE skandalös, dass weiterhin Braunkohle in RWE gefördert wird. Unabhängig vom Abholzen sind die ökologischen folgen in Form von Luftverschmutzung verheerend.
    Ich muss manchmal lachen wenn ich von „Renaturierung“ lese.
    Der Natur braucht man nur Zeit zu geben, die kommt von ganz alleine zurück.

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