Politik

Enthüllungsbuch: Donald Trump als „Schwachkopf“, „Idiot“ und „Kind“

Exemplare des Enth¸üllungsbuchs „Fire and Fury“ des Autors Michael Wolff liegen am 05.01.2018 in einem Buchladen in Richmond (USA). Das Buch war am Morgen des 05.01.2018 in vielen Buchläden der Hauptstadt Washington bereits ausverkauft. Foto: Steve Helber/AP/dpa

Seit Tagen versetzt ein Buch Washington in helle Aufruhr. Der Autor schildert darin wenig schmeichelhafte Details aus dem Innenleben des Weißen Hauses. Präsident Trump spricht von Lügen und Erfindungen.

Der Autor des Enthüllungsbuchs „Fire and Fury“ über das Weiße Haus unter Donald Trump, Michael Wolff, hat sein Werk entschieden verteidigt.

In einem Interview des Senders NBC beharrte der Journalist am Freitag darauf, dass jeder – „100 Prozent“ – in der Umgebung des US-Präsidenten, mit dem er gesprochen habe, Trump für amtsunfähig halte.

Eine beispiellose Nachfrage

Sie hielten ihn für einen „Schwachkopf, einen Idioten“, und alle sagten, er sei „wie ein Kind“, schilderte Wolff. „Er braucht immer sofort Bestätigung. Es muss sich alles um ihn drehen.“

Der Autor des Enthüllungsbuches „Fire and Fury“, Michael Wolff, spricht am 12.04.2017 in Washington in dem Journalismus-Museum Newseum. Foto: Carolyn Kaster/AP/dpa

Das mit großer Spannung erwartete Buch kam am Freitag in die US-Buchläden – vier Tage früher als ursprünglich geplant. Der Verlag Henry Holt & Co begründete den Schritt mit einer „beispiellosen“ Nachfrage.

Tatsächlich war das Buch in mehreren Washingtoner Läden bereits am Morgen ausverkauft. Vor einem Geschäft, das eigens bereits um Mitternacht geöffnet hatte, bildeten sich Warteschlangen.

Wolff zeichnet auf der Grundlage von sieben Monaten Recherche im Weißen Haus und angeblich 200 Interviews ein chaotisches Bild der Machtzentrale unter Trump. Auch behauptet er, der Ex-Immobilienmogul habe gar nicht Präsident werden wollen. Seine Frau Melania soll in Tränen ausgebrochen sein, als er gewonnen habe.

Trump: Buch „voll von Lügen“

Trump selber hatte wütend auf die vorab bekannt gewordenen Darstellungen in dem Buch reagiert. „Voll von Lügen, Verdrehungen und Quellen, die nicht existieren“, bekräftigte er Donnerstagnacht (Ortszeit) in einem neuen Tweet. „Frei erfunden“, legte er am Freitag noch einmal nach.

Ein Verkäufer hält am 05.01.2018 in Philadelphia (USA) eine Ausgabe des Enthüllungsbuchs „Fire and Fury“ des Autors Michael Wolff. Foto: Matt Rourke/AP/dpa

Zuvor hatte er versucht, das Erscheinen des Buches juristisch zu verhindern. Ein Anwalt Trumps schrieb an Verlag und Autor, das Buch dürfe weder ganz noch in Teilen erscheinen.

Medienberichten zufolge wurde dies unter anderem mit Vorwürfen übler Nachrede und Schmähungen begründet. Trumps Sprecherin Sarah Sanders erklärte dazu, es handele sich um keine Aktion der US-Regierung, sondern einen Vorstoß des persönlichen Anwalts von Trump.

Sanders wies zugleich Behauptungen, Trump habe den Wahlsieg 2016 gar nicht gewollt, als vollkommen lächerlich zurück. Auch sei es infam zu behaupten, Trump sei geistig nicht in der Lage, sein Amt auszuüben. Der Präsident beweise jeden Tag das Gegenteil. Andernfalls wäre das Jahr 2017 nicht so erfolgreich verlaufen, erklärte die Sprecherin.

Wolff bekräftigte demgegenüber in dem NBC-Interview, ihm sei von allen Seiten geschildert worden, dass sich Trump zunehmend häufig wiederhole, „alle zehn Minuten“. Den früheren Trump-Chefstrategen Stephen Bannon, auf den er sich in seinem Bch unter anderem stützt, zitierte der Autor in diesem Zusammenhang mit den Worten: „Er (Trump) hat den Verstand verloren.“

Scharfzüngige Urteile

Wolff blieb auch bei seiner Darstellung, dass er im Zuge seiner Recherchen für das Buch auch persönlich mit dem Präsidenten gesprochen habe, was dieser bestreitet. Trump, so Wolff, sei ein Mann, „der weniger Glaubwürdigkeit besitzt als vielleicht jeder, der jemals auf Erden gewandelt ist“.

Was verbirgt sich hinter der dunklen Gestalt von Donald Trump? Foto: Shutterstock

Bannon erhebt in dem Buch auch schwere Vorwürfe gegen Familienmitglieder des Präsidenten, so gegen Sohn Donald Jr. und Schwiegersohn Jared Kushner. Trump sagte sich als Reaktion auf die angeblichen Äußerungen von seinem einstigen engen Vertrauten los.

Sanders erklärte, die Betreiber der Webseite Breitbart News sollten darüber nachdenken, sich von Bannon zu trennen. Der 64-Jährige ist der Chef von Breitbart.

Nach einem einem Bericht der „Washington Post“ hat sich am Donnerstag die konservative Spenderin Rebekah Mercer von Bannon distanziert. Sie war dem Vernehmen nach seine wichtigste Geldgeberin und hat auch großzügig für Trumps Wahlkampf in die Tasche gegriffen.

Der Präsident spendete ihnen am Freitag via Twitter Beifall dafür, dass sie „Sloppy Steve Bannon“ fallengelassen hätten. „Klug“, twitterte er. Mit dem Wort „sloppy“ (schlampig) bezog er sich offensichtlich auf Bannons leger-nachlässige Erscheinung.

Wolff (64) kann derweil davon ausgehen, dass ihm mit „Fire and Fury“ (Feuer und Zorn) der erste Bestseller seiner Karriere gelungen ist.

Er hat bereits mehrere Bücher geschrieben, unter anderem über den Medienmogul Rupert Murdoch, und in den vergangenen Jahrzehnten als Kolumnist für das New York Magazine, Vanity Fair und den Hollywood Reporter gearbeitet. Dabei erregte er mit seinen scharfzüngigen Urteilen wiederholt Aufsehen, und Kritiker haben ihm Fehler und Ungenauigkeiten in seinen Darstellungen vorgeworfen. (dpa)

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf „Ostbelgien Direkt“:

  1. Marcel Scholzen eimerscheid

    Man muss doch nicht dieses Buch kaufen, um zu wissen, dass Trump eine sonderbare Gestalt ist. Wolf will in erster Linie Verkaufen und Trump ist eben wegen seiner Eigenarten das richtige Objekt. Und das Trump das Buch verbieten lassen wollte, war die beste Werbung. Denn so vermuteten viele Leute, das Trump was zu verbergen hat und kaufen das Buch, weil sie eben neugierig sind. Ich glaube nicht, das dieses Buch neues enthüllt. Wahrscheinlich wird viele Sachen aufgebauscht, die man längst kennt.

    Man sollte Trump nicht unterschätzen. Genie und Wahnsinn liegen dicht beieinander. Seine umstrittene Präsidentschaft zeigt nur die Stabilität der amerikanischen Demokratie. Dass es trotz Trump funktioniert. Dass spricht für das amerikanische System und kann als Vorteil ausgelegt werden im internationalen Wettkampf der Wirtschafts und Gesellschaftssysteme. Und eine Diktatur wie China oder Russland hat dem nichts entgegen zu setzen. Und deswegen wird der Dollar in Zukunft noch Weltwährung Nummer Eins bleiben.

    • Menschen, die den Klimawandel leugnen und sich mit dummen Kommentaren über Menschen lustig machen, die nicht nur unablässig öffentlich ihr eigenes Ego streicheln, sondern sich uneigennützig gesellschaftspolitischen Fragen widmen, gibt es nicht nur in Amerika.

      • Marcel Scholzen eimerscheid

        Und warum sollte man sich nicht Lustig machen über „Klimaschuetzer“ ? Man macht ja auch Witze über Politiker, Blondinen, Schotten, Ostfriesen, etc. Wenn man sich über ein bestimmtes Thema lustig macht, bedeutet das noch lange nicht, dass man es nicht ernst nimmt.

        Ich lasse mir meine Meinung nicht verbieten. Das steht fest.

        Wenn ich mich kritisch mit dem Thema Klimawandel beschäftige, dann ist das anscheinend schlimmer als Gott verleugnen. Es ist nicht mehr als eine wissenschaftliche Theorie und kein religiöses Dogma. Es ist vollkommen normal, dass man über wissenschaftliche Theorien diskutiert.

        • Werter Herr Scholzen

          wie man in den Wald hineinruft. Wenn man die „Gläubigen“ als „Öko-Terroristen“ und „Spinner“ beschimpft darf man sich nicht beschweren wenn man als Trumpgläubiger Trottel bezeichnet wird.

          • Marcel Scholzen eimerscheid

            Ich bin kein Trumpglaeubiger. Habe ich nie gesagt. Ich sage nur, man sollte den nicht unterschätzen. Trumps Verhalten ist einfach unmöglich. Deswegen kann man nicht sagen, er ist dumm. Eher würde ich ihn als gerissen und rücksichtslos bezeichnen.

            Und „Klimaschuetzer“ sind für mich nun mal unmögliche Leute, weil sie mit verrückten unnötigen Aktionen Menschenleben gefährden. Ich habe diesen Personenkreis lediglich als Dchihadisten bezeichnet. Und deren Taten haben mit praktischem Umweltschutz nichts zu tun.

        • Wann und wo haben sie sich jemals kritisch mit dem Klimawandel auseinandergesetzt? Sie setzen sich doch vornehmlich mit sich selbst auseinander und drehen sich in ihrem eigenen Dunstkreis und dem ihres Bruders, seines Zeichens selbsternannter ostbelgischer Klimaexperte. Ihre Meinungen sind halbgares Internetwissen und Rundumdieuhr-Selbstdarstellung. Und nicht zu vergessen, sich über andere lustig machen. Sie stehen dem US-Egomanen Trump in Sachen deplatzierter Kommentare in nichts nach.

        • Lieber Klimaleugner,
          sie sind mit Sicherheit nicht Charlie. Eher sind sie ein Nachfahre des Barons von Münchhausen.
          Und nicht vergessen: gewaltfreier Widerstand ist Gewalt! Und Frieden ist Krieg! Und Schwarz ist Weiß.
          Klimawandelleugner funktionieren nach dem Prinzip der Tatsachverdrehung. Lässt sich aber behandeln.

  2. Alle diese Fragen werden umfassend an den Theken von Ober und Unterstadt diskutiert und vor allem sinnvoll beantwortet!
    Im Weltjeschehen kennt man sich hier aus.
    Daher lohnt dieser Buchkauf nicht und das janze Geld kann in Pils investiert werden.

  3. Wir alle haben wohl noch die Lobeshymnen und Vorschusslorbeeren in Erinnerung, mit denen Trump nach seiner Wahl von manchen geradezu überhäuft wurde.

    Endlich einer, der die „kleinen Leute“ verstehen würde.
    Endlich einer, der nicht zum „Establishment“ gehört.
    Endlich einer, der sagt, was er denkt, und tut, was er sagt.
    Endlich einer, der Amerika zur wahren Größe zurückführen würde.
    Endlich einer…

    Selbst ein Fan dieser angeblichen Lichtgestalt müsste doch bestürzt sein darüber, wie dieser Präsident es in nur einem Jahr geschafft hat, die USA, sein Amt und sich selbst zu demontieren.

    Es bleibt nur zu hoffen, dass es dort noch beherzte Leute gibt, die ihm in den Arm fallen, sollte er wirklich einmal völlig durchdrehen.

    • Sie haben da was falsch verstanden. Das Buch ist ÜBER Dumme geschrieben, vor allem über einen senilen Obertrottel, der von sich selbst behauptet, er sei ein smarter Typ, ein Genie, der Frauen einfach so mal gerne an die Muschi greift, da er es sich mit seinem Geld ja erlauben darf. Schöne Vorbilder haben sie cooler Typ!

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