Notizen

Prevljak rettet die AS Eupen in Brügge: Bosnier erzielt nach 0:1-Rückstand zwei Tore zum 2:1-Auswärtssieg

Eupens Julien Ngoy (l) und Benoît Poulain (M) verlassen die AS Eupen. Foto: Belga

Die AS Eupen hat das wichtige Spiel im Kampf gegen den Abstieg bei Cercle Brügge gewonnen. Die Schwarz-Weißen siegten 2:1. Matchwinner war Stürmer Smail Prevljak, der beim Stand von 1:0 für den Cercle eingewechselt wurde und mit zwei Treffern innerhalb von nur 7 Minuten das Spiel im Alleingang drehte.

Gute Nachricht sowohl für Cercle Brügge als auch für die AS Eupen noch vor dem Anstoß: Im Spiel am Nachmittag verlor Schlusslicht Excel Mouscron bei Zulte Waregem trotz guter Leistung 0:1.

Damit stand von Beginn an fest, dass Eupen und Brügge selbst im Fall einer Niederlage 3 bzw. 2 Punkte Vorsprung auf die Rote Laterne behalten würden.

Hoffnung machte die AS, dass sie von den letzten fünf Spielen gegen Cercle Brügge in der Jupiler Pro League deren vier gewonnen hatte. Das Hinspiel in Eupen hatten die Schwarz-Weißen jedoch 1:2 verloren. Der Cercle war seit Mitte Oktober 2020 ohne Sieg.

Eupens Kapitän Jordi Amat. Foto: Belga

Die Corona-Tests dieser Woche waren für die Eupener Spieler erneut allesamt negativ verlaufen. Trotzdem musste Trainer Beñat San José auf drei Leistungsträger verzichten, die alle drei verletzt waren: Knowledge Musona, Senna Miangue und Mamadou Koné.

Im Sturm erhielt Julien Ngoy, von dem zuletzt wegen des Interesses von Standard Lüttich in der Inlandspresse viel die Rede war, den Vorzug vor Smail Prevljak. Auch Konan N’Dri war von Anfang an dabei.

Die Startelf der AS war folgende: Defourny – Heris, Amat, Poulain, Adriano – Kayembe, Agbadou, Peeters, N‘Dri – Ngoy, Baby.

In der ersten Viertelstunde sorgte Eupens Stef Peeters zwei Mal für Gefahr: ein erstes Mal nach wenigen Minuten mit einem Eckstoß, das zweite Mal in der 13. Minute mit einem Schuss, der Cercle-Torhüter Didillon ein paar Probleme bereitete.

Eupens Smail Prevljak erzielte beim Cercle Brügge zwei Tore. Foto: Belga

Auf beiden Seiten gingen in der Anfangsphase im Spielaufbau viele Bälle verloren, was angesichts der letzten Ergebnisse beider Mannschaften auf ein mangelndes Selbstvertrauen schließen ließ. Nach einer halben Stunde Spielzeit war so gut wie noch nichts passiert.

In der 38. Minute sorgte Eupen für ein bisschen Gefahr im Strafraum des Cercle bei einer Flanke von Peeters. Die beste Chance im ersten Durchgang hatten die Schwarz-Weißen in der 42. Minute durch Kayembe, dessen Schuss Didillon parieren konnte. 0:0 der Pausenstand.

Die zweite Halbzeit begann ganz anders als die erste. In der 50. Minute wurde zunächst ein Tor von Hoggas durch den Videoassistenten zu Recht annulliert, weil Musaba in Abseitsposition AS-Torhüter Defourny die Sicht versperrt hatte.

Schon dachte man, die AS sei mit dem Schrecken davongekommen, jedoch war dem nicht so, denn nur zwei Minuten später holte Hoggas das Versäumte nach, indem er einen schwachen Abschlag des herausgelaufenen Defourny abfing und den viel zu weit aufgerückten Torhüter der AS mit einem Bogenschuss „lupfte“, 0:1. Der Eupener Schlussmann machte in dieser Szene eine sehr schlechte Figur.

Jetzt war die AS Eupen gefordert. Nach gut einer Stunde brachte Trainer San José Prevljak für Heris. Die Gäste spielten nunmehr mit zwei Stürmern.

Eupens Cheftrainer Beñat San José ruft am Spielfeldrand. Der Spanier darf nach dem Sieg bei Cercle Brügge aufatmen. Foto: Belga

Die Einwechslung von Prevljak sollte sich schnell bezahlt machen. Erst hätte der Bosnier fast schon bei seiner ersten Szene Torhüter Didillon überlistet. Ein Spieler von Cercle rettete vor der Torlinie. Und in der 69. Minute hatte Prevljak dann endlich das Glück des Tüchtigen, als er auf Zuspiel von Adriano und nach einer geschickten Körpertäuschung den Ausgleich erzielte, 1:1.

Und das war noch nicht alles, denn in der 76. Minute legte Prevljak nach und bezwang Didillon ein zweites Mal, 1:2.

In der 80. Minute rettete Defourny die Führung der AS, als er einen Schuss von Vanhoutte parierte. Auch in der Nachspielzeit verhinderte der Eupener Schlussmann bravourös das 2:2 bei einem Schuss von Hazard und machte damit seinen Patzer beim Gegentreffer zum 1:0 für Brügge wieder gut.

Es blieb beim 2:1-Auswärtssieg der Eupener. Schlussmann Defourny bedankte sich nach dem Schlusspfiff beim zweifachen Torschützen Prevljak, der ihm aus einer misslichen Lage geholfen hatte.

Nach drei Niederlagen in Folge konnte Eupen endlich wieder gewinnen. Es war das dritte Spiel der AS Eupen als Erstligist auswärts bei Cercle Brügge – und alle drei Begegnungen konnten die Schwarz-Weißen gewinnen.

Am Dienstag ist die AS im nur 30 km von Brügge entfernten Ostende gefordert, bevor sie am Freitag danach Rekordmeister RSC Anderlecht empfängt. In der Tabelle hat Eupen jetzt 5 Punkte mehr als der Vorletzte Cercle Brügge und 6 Zähler mehr (und ein Spiel weniger) als Schlusslicht Mouscron. (cre)

19 Antworten auf “Prevljak rettet die AS Eupen in Brügge: Bosnier erzielt nach 0:1-Rückstand zwei Tore zum 2:1-Auswärtssieg”

  1. 70min lang sah es ganz böse aus. Blutleere Vorstellung der AS. Mutlos, ideenlos, konzeptlos.
    Dazu ein katastrophales Gegentor.
    Dank zweiter Genie Momente von Prevljak rettet Eupen sich selbst und den Trainer, der wohl sonst jetzt am Packen wäre.
    Seine Auswechslungen waren heute richtig. Dennoch darf es nicht ganz über die über weite Strecken sehr schwache Leistung nicht hinwegtäuschen.
    Der Trainer bleibt wohl verschont. Eupen zieht sich zumindest etwas heraus, was erfreulich ist. Gut war es aber an allen Ecken und Enden nicht.

    • @Eupener: So schwarz würde ich das nicht sehen. Beim Cercle Brügge handelt es sich nicht um eine Hinterhofmannschaft. Da befinden sich sehr gute Fußballer drin, die einem Gegner durchaus weh tun können, genau wie bei der AS. Beide Mannschaften zeigten viel Kampfgeist und keiner der beiden wollte und durfte verlieren. Obwohl beide Mannschaften sich nicht versteckten, konnte man unter diesen Umständen kein hochklassiges Spiel erwarten. Die AS wird auch in den kommenden Spielen nur durch Kampf und Einsatz Punkte holen. Schön spielen, den Gegner über 90 Minuten beherrschen und locker gewinnen können nur wenige Mannschaften auf dieser Welt. Die AS gehört logischerweise nicht dazu. Aber zum Glück ist ein Arbeitssieg eben soviel wert wie locker erreichter Erfolg.

      • Jan, OK, aber selbst solche Fehler sind schon den besten Torhütern der Welt passiert. Der Junge hat auch schon etliche gegnerische Chancen vereitelt, deshalb sollte man nicht zu streng mit ihm ins Gericht gehen. U nsere Stürmer haben auch schon oft in vielen Spielen hundertprozentige Chancen ausgelassen. Das alles passiert den besten Profis der Welt. Das ist halt Fußball.

  2. Zittersieg, Arbeitssieg oder verdienter Sieg: Egal, das waren drei wichtige Punkte. Nach dem Rückstand war ich skeptisch, dass die AS was holen würde. Doch sie hat sich nicht aufgegeben und Prevljak hat gezeigt, dass er aus halben Chancen Tore machen kann. Der Trainer hat diesmal auch richtig ein- und ausgewechselt. Jetzt noch mindestens einen Punkt in Ostende holen, und die Welt sieht wieder halbwegs in Ordnung aus.

  3. M der Block

    Wieder mal ein Sieg wodurch San Jose‘ seine Arbeitsstelle rettet . Das hat er jetzt schon einige Male geschafft . Hoffentlich sieht die AS Führung das das nicht immer gut gehen wird und lässt seinen Vertrag im Juli auslaufen und holt jemand anderes für den Trainerjob nach Eupen . Am besten mal einen mit erfahrungen im belgischen Fußball .

  4. Was für ein Anfängerfehler von Defourny. Unverzeihlich für einen Profi. Stellt seine Kollegen unter Druck.
    Vielleicht aber deswegen kam der erlösende Prevljak zu Zuge und welcher uns rettete .
    Im nachhinein stoppte Defourny 2 gefährliche Torchancen

  5. Ist das der Anspruch dieses Jahr? Ein Sieg gegen den Abstieg.
    1. Hälfte sehr schwach. Kapitaler Torwartfehler.
    In der 2. Hälfte dank Prevljak den Kopf aus der Schlinge gezogen.
    Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
    Wäre Brügge nicht so schwach im Angriff, hätte es vermutlich anders ausgesehen.
    Keeper konnte Gott sei Dank seinen Fehler noch gut machen. Ansonsten?

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