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Vor 40 Jahren bestritt Eddy Merckx, der größte Radfahrer aller Zeiten, sein allerletztes Rennen

Eddy Merckx bei seinem 5. Sieg bei der Tour de France im Jahre 1974. Foto: Belga

Am Montag, 19. März 2018, jährte sich zum 40. Mal das allerletzte Rennen als Radprofi von Eddy Merckx, dem besten Radfahrer aller Zeiten. Dass der damals 32-Jährige ausgerechnet nach dem unbedeutenden „Omloop van het Waasland“ seiner gigantischen Karriere ein Ende setzte, war ursprünglich nicht so vorgesehen.

Eddy Merckx wollte zwar tatsächlich 1978 seine Karriere beenden, aber erst nach der Tour de France, die er fünf Mal gewinnen konnte. Jedoch war der Radsportstar wegen der zähen Verhandlungen mit neuen Sponsoren in den Wintermonaten im März 1978 ausgelaugt und beschloss nach dem „Omloop van het Waasland“, dass dies sein letztes Rennen als Radprofi gewesen war.

Radsport-Legende Eddy Merckx. Foto: Shutterstock

Nach dem wenig erfolgreichen Jahr 1977 mit der Mannschaft Fiat führte Merckx im Dezember 1977 Verhandlungen mit Wilkinson. Nachdem bereits die Trikots fertig waren, zogen die Verantwortlichen von Wilkinson den Stecker und brachen die Gespräche ab.

Innerhalb kürzester Zeit musste sich Merckx in jenem Winter 1977-1978 nach einem neuen Geldgeber umsehen und einigte sich schließlich mit C&A. Allerdings hatten die Verhandlungen in den Wintermonaten ihn den letzten Nerv gekostet. Offiziell kündigte er am 18. Mai 1978 im Rahmen einer Pressekonferenz sein Karrierende an. Ein Jahrhundertsportler nahm damit seinen Abschied.

Heute, 40 Jahre später, bereut Merckx die damalige Entscheidung. Wenn er noch einmal entscheiden müsste, würde er es vorziehen, nach dem „Omloop van het Waasland“ zwei Monate zu pausieren und zu regenerieren, so wie viele Tourspezialisten dies heute auch machten. Nach der Tour de France 1978 hätte er dann Schluss gemacht (so wie Tom Boonen letztes Jahr nach Paris-Roubaix aufhörte).

Im kommenden Jahr jährt sich der erste Gesamtsieg von Eddy Merckx zum 50. Mal. Aus diesem Anlass findet der „Grand Départ“ der Frankreich-Rundfahrt 2019 in Brüssel statt. (cre)

Die größten Siege von Eddy Merckx

  • 1964: Straßen-Weltmeister (Amateure)
  • 1966: Baracchi-Trophäe (Paar-Zeitfahren, mit Ferdinand Bracke); Escalada a Montjuïc; Mailand–Sanremo
  • 1967: Straßen-Weltmeister; Baracchi-Trophäe (mit Ferdinand  Bracke); Mailand–Sanremo; Gent–Wevelgem; Flèche Wallon
  • 1968: Giro d’Italia (3 Etappensiege); Paris–Roubaix
  • 1969: Tour de France (6 Etappensiege); Paris–Nizza; Mailand–Sanremo; Flandern-Rundfahrt; Lüttich–Bastogne–Lüttich
  • 1970: Tour de France (8 Etappensiege); Giro d’Italia (3 Etappensiege); Escalada a Montjuïc; Gent–Wevelgem; Paris–Roubaix; Flèche Wallonne
  • 1971: Tour de France (4 Etappensiege); Paris–Nizza; Straßen-Weltmeister
  • 1971: Escalada a Montjuïc; Mailand–Sanremo; Lüttich–Bastogne–Lüttich; Lombardei-Rundfahr
  • 1972: Tour de France (5 Etappensiege); Giro d’Italia (4 Etappensiege); Baracchi-Trophäe (mit Roger Swerts); Escalada a Montjuïc; Mailand–Sanremo; Flèche Wallonne; Lüttich–Bastogne–Lüttich; Lombardei-Rundfahrt; Stundenweltrekord
  • 1973: Giro d’Italia (6 Etappensiege); Vuelta a España (7 Etappensiege); Gent–Wevelgem; Paris–Roubaix; Amstel Gold Race; Lüttich–Bastogne–Lüttich
  • 1974: Tour de France (8 Etappensiege); Giro d’Italia (2 Etappensiege); Tour de Suisse; Straßen-Weltmeister
  • 1975: Escalada a Montjuïc; Mailand–Sanremo; Flandern-Rundfahrt; Amstel Gold Race; Lüttich–Bastogne–Lüttich
  • 1976: Mailand–Sanremo

Teams von Eddy Merckx:

  • 1965: Solo-Supéria
  • 1966–1967: Peugeot-BP
  • 1968–1970: FAEMA bzw. FAEMINO
  • 1971–1976: Molteni
  • 1977: Fiat
  • 1978: C&A

3 Antworten auf “Vor 40 Jahren bestritt Eddy Merckx, der größte Radfahrer aller Zeiten, sein allerletztes Rennen”

  1. Merowinger

    Merckx , ein Jahrhunderttalent wie Indurain, Pantani, Ulrich, Contador, Virenque oder der große Lance Armstrong. Diese Heroen machten schöne Bilder fürs Fernsehen und die Zeitfahren oder Attacken in den Alpen, Pyrenäen oder Mont Ventoux fand ich spannend. Aber gleichzeitig wusste jeder dass diese Übermenschliche Leistung der Spitzenfahrer nur auf unerlaubte Substanzen oder die Nutzung von unerlaubten Methoden beruht. Man kann die Berge nicht rauf sprinten wie Lance und Pantani ohne Doping.

  2. Stimmt, aber das schmälert seine Leistung nicht.
    Merckx dominierte mehr als alle die Du gennant hast.Zur Zeit Merckx‘ war fast das gesamte Peleton gedopt, was uA zum tragischen Tod von Tom Simpson geführt hat.
    Ich kenne nur einen Fahrer den ich höher einstufe als Merckx: Bernard Hinault, auch wenn sein Palmares bescheidener ist. Vielleicht noch Coppi,und Bartali, deren Karrière durch den Weltkrieg unterbrochen wurde.

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