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Wieder Todesschüsse in einer Schule in Texas

18.05.2018, Texas, Houston, Santa Fe: Dakota Shrader, Schülerin der Santa Fe High School, und ihre Mutter Susan Davidson, umarmen sich nachdem ein Schütze in der Schule durch Schüsse mehrere Menschen verletzt hat. Foto: Stuart Villanueva/The Galveston County Daily News/AP/dpa

Wieder Blut und Tränen an einer Schule in den Vereinigten Staaten: Nach Schüssen an der Santa Fe High School im Bundesstaat Texas sind nach Angaben von Sheriff Ed Gonzalez mindestens acht, möglicherweise auch zehn Menschen gestorben. Mehr als ein Dutzend Menschen wurde verletzt, darunter ein Polizist.

Ein mutmaßlicher Täter wurde festgenommen. Nach Medienberichten soll es sich um einen 17-Jährigen handeln, der Sheriff sprach von einem ehemaligen Schüler der High School. Sollte dies bestätigt werden, wäre der Schüler illegal an die Schusswaffe gelangt. Denn auch unter den vergleichsweise laxen Waffengesetzen von Texas dürfte diese frühestens im Alter von 18 Jahren legal erworben werden.

18.05.2018, Texas, Santa Fe: Polizisten vor der Santa Fe High School. Foto: Steve Gonzales/Houston Chronicle/AP/dpa

Im Internet tauchten Bilder auf, die den mutmaßlichen Schützen mit einem schwarzen T-Shirt und der Aufschrift „Born to Kill“ zeigen. Eine weitere Person von Interesse sei in Gewahrsam, sagte Sheriff Gonzalez. Experten der Polizei fanden in der Schule und in der Nähe Sprengsätze. Sie wurden gesichert und von Sprengstoffexperten untersucht.

Es war der letzte Tag nach einer Reihe von schulinternen Prüfungen an der Sante Fe High School. Die Schüler stehen dabei unter erhöhtem Leistungsdruck, es geht letztlich auch um die Frage, ob sie später einmal aufs College gehen können. 1.500 Schüler lernen an der Einrichtung, die meisten davon Weiße. Der Ruf der Schule ist mittelmäßig.

Am Morgen, zum Schulstart um 8.00 Uhr, tönte der Alarm durchs Schulhaus. Alle mussten raus. „Ich bin nur gerannt, ich habe nichts gesehen“, sagte ein Mädchen. Andere berichteten, wie ein Schütze in ihr Klassenzimmer trat und das Feuer eröffnete. „Eine Mitschülerin wurde ins Bein getroffen“, sagte ein Schüler.

Ruf nach Verschärfung der Waffengesetze

Die Polizei und die Feuerwehr rückten mit einem Großaufgebot an. Auch Experten für Sprengstoffentschärfung waren dabei. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, besonders sorgsam zu sein. „Wer etwas Verdächtiges sieht, sollte sofort 911 wählen“, teilte die Polizei mit Blick auf die US-Notrufnummer mit.

US-Präsident Donald Trump ließ sich über die Situation informieren. „Wir beobachten die Situation sehr genau“, sagte er. Trump bezeichnete die Tat als „absolut schrecklich“. Es müsse künftig sichergestellt werden, dass Schusswaffen nicht in die Hände derer geraten, die eine Bedrohung darstellen. „Das geht schon zu lange“, sagte der Präsident. „Dies ist ein sehr trauriger Tag“, fügte er hinzu.

18.05.2018, Texas, Houston, Santa Fe: Dieses Videostandbild zeigt Rettungskräfte und Polizisten nach Schüssen vor einer High School in Texas. Foto: -/KTRK-TV ABC13/AP/dpa

Tote und Verletzte durch Schusswaffen sind an US-High-Schools keine Seltenheit. Seit dem Schulmassaker von Parkland, bei dem im Februar 17 Menschen starben, gab es landesweit Proteste von Schülern für eine Verschärfung der Waffengesetze. Im April hatten bei rund 2.500 Veranstaltungen in den gesamten USA Schüler gegen die Waffengewalt protestiert, vielerorts wurden Schulen bestreikt. Auch ein Teil der Schüler der Santa-Fe-High-School hatten sich mit ihren Mitschülern in Florida solidarisiert.

Trump hatte erst vor wenigen Wochen ungeachtet dieser Proteste der mächtigen Waffenlobby seine Unterstützung zugesichert. „Eure Rechte aus dem zweiten Verfassungszusatz stehen unter Beschuss, aber sie werden niemals unter Beschuss stehen, solange ich Euer Präsident bin“, hatte Trump auf der Jahresversammlung der Waffenlobby NRA (National Rifle Association) in Dallas erklärt.

Der zweite Verfassungszusatz verankert nach konservativer Lesart das Recht auf Selbstverteidigung – und damit auf Waffenbesitz. Nach dem Massaker von Parkland hatte Trump zunächst eine Verschärfung der Waffengesetze befürwortet, war aber später davon wieder abgerückt.

Die Schüler von Parkland in Florida veröffentlichten umgehend eine Solidaritätsnotiz mit ihren Mitschülern in Texas. „Dies ist der 22. Schusswaffengebrauch dieses Jahres in einer Schule“, heißt es in einer Stellungnahme. (dpa)

9 Antworten auf “Wieder Todesschüsse in einer Schule in Texas”

    • Merowinger

      „Da eine wohlgeordnete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden.“

      Trump ist zwar ein Idiot, aber nicht an allem schuld.
      Die meisten Menschen in den USA sind nicht bereit ihre Sturmgewehre abzugeben. Der 2. Zusatzartikel zur Verfassung, ein Relikt aus der Geschichte der USA, aus einer Zeit von Vorderlader und ca. 2-3 Schuss pro Minute wird mehr und mehr zum Dilemma bei Waffen mit einem 30 Schuss Magazin und 60 Schuss pro Minute.

      • Alfons Van Compernolle

        Man kann in den USA nicht nur Sturmgewehre legal erwerben!! Seht mal nach TEXAS da gibt es selbst MG‘ s im Laden. In leider sehr sehr sehrvielen US Bundesstaaten trifft man auf den Schiessstand Kinder mit Ihren Eltern an, die da auf Wunsch von Papa & Mama mit allem mit dem man Schiessen kann, um sich ballern !! Unglaublich !!!

  1. Alfons Van Compernolle

    Und von Trump nur unehrliche leere Worte der Beileidsbekundung , von den tatsaechlichen Problem, dass beinahe jeder in den USA eine jede Waffe kaufen kann in jeder von „ihm“ gewuenschten Anzahl / Menge
    und dann immer wieder solche seit ewigen Zeiten stattfindenden Massenmorden , nicht nur alleine an Schulen, dass kann oder will Trump nicht verstehen, geschweige denn politisch, was seine Verantwortung ware, Gegenmassnahmen ergreifen.

    • Fritte Martha

      Wie wollen Sie denn die Aber-Millionen Waffen aus amerikanischen Haushalten herausholen? Glauben Sie die Amis rücken die freiwillig raus? Oder muss nach mehreren Aufrufen der Polizei dann anschließend jedes Haus einzeln durchsucht werden? Es ist zu spät. die haben alle Knarren im Überfluß.

      • Alfons Van Compernolle

        Das was Sie hier „Anchreibeb“ ist das andere Problem, fuer das eine effektive Loesung gefunden werden muss. Nichts tun und weiter so, ist die Fortsetzung dieses sehr sehr heufig in den USA vorkommenden Massenmord durch solche Geisteskranken.

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