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Großbritanniens Sanktionen gegen Oligarch Abramowitsch treffen Champions-League-Sieger FC Chelsea sehr hart

16.05.2021, Schweden, Göteborg: Roman Abramowitsch, Eigentümer des Fußballclubs Chelsea, besucht das Endspiel der UEFA Women's Champions League gegen den FC Barcelona. Foto: Martin Meissner/AP/dpa

Britische Sanktionen gegen den russischen Milliardär und Roman Abramowitsch treffen Champions-League-Sieger FC Chelsea hart. Sie könnten auch Folgen für die Zukunft von Belgiens Nationalspieler Romelu Lukaku und anderen Stars haben.

Clubweltmeister FC Chelsea darf ab sofort keine Spielertransfers mehr tätigen, keine Eintrittskarten für zukünftige Spiele verkaufen und muss sämtliche Fanshops schließen.

Das folgt aus den harten Sanktionen, die Großbritannien am Donnerstag wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine gegen den Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch verhängt hat. Der Milliardär verliert damit vorerst die Kontrolle über den Londoner Fußballverein. Ob er ihn nun überhaupt noch verkaufen kann, ist derzeit fraglich. Auch die Zukunft der Mannschaft ist ungewiss.

11.09.2021, Großbritannien, London: Chelseas Romelu Lukaku jubelt nach einem Treffer. Foto: Ian Walton/AP/dpa

Chelsea darf den Spielbetrieb nur dank einer Sonderlizenz der Regierung fortsetzen, hieß es vor dem Premier-League-Spiel der Blues am Donnerstag bei Norwich City. „Fußballbezogene Aktivitäten“ sind den Londonern demnach weiterhin gestattet.

Spieler, Trainer und alle anderen Angestellten dürfen weiter bezahlt werden. Reisekosten bis maximal 20.000 Pfund (ca. 24.000 Euro) pro Spiel sind erlaubt. Der finanzielle Aufwand pro Heimspiel darf maximal 500.000 Pfund (ca. 600.000 Euro) betragen.

So wolle man verhindern, dass die Sanktionen dem Verein zu sehr schaden. Indem die Londoner weiterhin ihre Spiele bestreiten dürfen, schütze man die Liga, den gesamten Fußballbetrieb, loyale Fans und andere Vereine, teilte die Regierung mit. Trotzdem wird Chelsea von den Sanktionen gegen Abramowitsch hart getroffen. Durch den Verkaufsstopp für weitere Tickets und Merchandising entgehen dem Club wesentliche Einnahmen.

Gut möglich ist außerdem, dass die Blues auch einige Leistungsträger verlieren. So laufen etwa die Verträge mit umworbenen Stars im Sommer aus. Angesichts der Sanktionen ist es fraglich, ob neue Verträge ausgehandelt werden dürfen.

29.05.2021, Portugal, Porto: Chelseas Trainer Thomas Tuchel küsst die Trophäe nach dem Sieg. Foto: Susana Vera/Pool Reuters via AP/dpa

Wie die britische Regierung bekanntgab, wurde Abramowitschs Vermögen eingefroren. Abramowitsch darf keine Geschäfte mit britischen Privatpersonen und Unternehmen machen und wurde außerdem mit einem Reise- und Transportverbot belegt. «Es darf keine sicheren Häfen geben für die, die Putins bösartigen Angriff auf die Ukraine unterstützt haben», wurde Premierminister Boris Johnson zitiert. Abramowitsch bestreitet eine Nähe zu Kreml-Chef Wladimir Putin.

Abramowitsch hatte kürzlich angekündigt, den Club nach fast 20 Jahren verkaufen zu wollen. Der Schritt galt als Reaktion auf immer lauter werdende Forderungen nach Sanktionen gegen ihn.

Nach Informationen der BBC schließt die britische Regierung einen Verkauf des Vereins nicht grundsätzlich aus. Voraussetzung wäre, dass Abramowitsch aus dem Verkauf keinen Gewinn erzielt. Der russische Milliardär hatte angekündigt, die Einnahmen aus dem Verkauf an eine Stiftung für Opfer des Krieges in der Ukraine spenden zu wollen.

Unter Abramowitsch erlebten die Blues, die derzeit vom deutschen Fußballcoach Thomas Tuchel trainiert werden, die erfolgreichste Zeit ihrer Vereinsgeschichte und gewannen national und international alle möglichen Titel, zuletzt die Champions League und die Club-WM.

In der Champions League steht am kommenden Mittwoch das Achtelfinal-Rückspiel in Lille an – auch für die Reise nach Nordfrankreich muss den jetzigen Regularien zufolge das Budget von 20.000 Pfund genügen.

Belgiens Rekordtorschützen Lukaku kommen die Sanktionen womöglich sogar gelegen. Der Wechsel des 28-Jährigen von Inter Mailand zum FC Chelsea hat sich schon nach kurzer Zeit als Flop herausgestellt, kommt dich Lukaku mit seinem Coach Tuchel nicht klar und dieser nicht mit ihm. (dpa/cre)

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