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Nicht „Luxemburg-Luxembourg“, sondern „Luxemb(o)urg“

Das ominöse Schild "Luxemb(o)urg" an der Autobahnabfahrt St. Vith-Süd. Foto: OD

Manchmal werden zweisprachige Verkehrsschilder in der DG überpinselt. Dies ist schon seit vielen Jahrzehnten der Fall. Um dies zu vermeiden, genügt manchmal eine originelle Idee. Und eine solche findet man in St. Vith.

Eine solch originelle Idee gibt es an der Autobahnabfahrt St.Vith-Süd. Dort findet man nämlich nicht die Doppelbezeichnung „Luxemburg-Luxembourg“, so wie es an anderen Stellen „Amel-Amblève“ oder „Trier-Trèves“ gibt, sondern eine Kompromissformel „Luxemb(o)urg“.

Die Folge: Während auf anderen Schildern nicht selten die französischsprachige Bezeichnung („Amblève“ oder „Trèves“) überpinselt wird (in der Nähe von Malmedy ausnahmsweise die deutschsprachige Bezeichnung „Trier“), regt sich über „Luxemb(o)urg“ offensichtlich niemand auf, denn das Schild, das es schon lange gibt, ist noch immer intakt.

26 Antworten auf “Nicht „Luxemburg-Luxembourg“, sondern „Luxemb(o)urg“”

  1. Öppe Alaaf

    Mal ehrlich, Herr Cremer: Die Variante benutzt man, weil das Schild sonst zu lang würde. Sie haben sich zu früh mit den Schilderschmierern solidarisiert.

    Wenn Sie mal aus Eupen herauskommen, sehen Sie das öfters.

  2. Zaungast

    Weitere Vorschläge:

    Bu(¨)tgenbach

    Bu(¨)lla/inge(n)

    St ./- Vith

    Dieses kleine runde A…loch mitten im Ortsnamen hat schon seine Berechtigung als Beweis für den engstirnigen Sprachimperialismus der Wallonen und der völlig surrealistischen Beschilderung in ganz Belgien (Rijssel für Lille, Borgworm für Waremme, Trèves für Trier, das allerdings jetzt durch Saarbrücken ersetzt wird).

    Schliesslich ist Deutsch eine der offiziellen drei Sprachen in unserem Nachbarland, und das Schild steht hier im rein deutschen Sprachgebiet. Ein „o“ ist da so überflüssig wie ein Kropf.

    Und in Weismes steht auch nicht „Amblève/Amel“, sondern nur „Amblève“, wenn ich mich gut erinnere. Obschon Weismes und Malmedy Gemeinden mit Spracherleichterungen („Fazilitäten“ in grauenhaftem Amtsdeutsch) sind.

  3. Heinz Günter Visé

    Es ist schon manchmal schwierig Freunden aus Deutschland oder Österreich zu erklären, dass es bei
    uns in Belgien Städte mit 2 oder gleich 3 verschiedenen Namen gibt. Die schütteln dann immer mit
    dem Kopf, wenn ich denen erkläre, dass Leuven auch Louvain oder Löwen ist. Manche Orte klingen
    dann plötzlich ganz anders,je nachdem wo man sich gerade befindet und sich nach Schildern orientieren muss. zB Geldenaken = Jodoigne, Scherpenheuvel = Montaigu, Kortrijk = Courtrai, Roeselare=Roulers.
    Leichter ist es dann schon Antwerpen mit Anvers zu assoziieren oder Ronse mit Renaix, Aalst=Alost.
    Groot Bijgaarden wird dann Grand Bigard und Tubize zu Tubeke. Schwierig= Brakel und Eigenbrakel zu
    Braine oder Braine l’Alleud. Gelacht habe ich mal mit einem Touristen, der nach Lüttich wollte, die
    Stadt aber nicht gefunden hat, wohl aber wäre er an LIEGE vorbei gekommen (aber Möbel, also 1 Liege kaufen, wollte er ja nicht und so ist er ohne die Maasstadt gesehen zu haben, retour gekommen) Auch
    LUIK hätte ihm nicht auf die Sprünge geholfen. Wissen eigentlich hier noch Leute, dass EUPEN früher
    in französisch NEAU hiess? Alte Menschen in Malmédy die sagten früher noch: Je vais à NEAU…….
    Bei uns gibt es ja neben Kelmis auch La Calamine (früher Altenberg benannt nach der Vieille Montagne) oder Plombières also Bleyberg. Welch wundervolles Land ist doch Belgien,Belgie,Belgique
    BELGIUM

    • Böse Zunge

      Tja, selber schuld. Wenn man Lüttich nicht findet.Bisschen informieren sollte man sich schon.
      Die finden dann auch vermutlich Mailand nicht und fahren quer durch Rom, ohne es zu entdecken.
      Kleine Anekdote meinerseits. Ebenfalls Freunde aus D.
      Kleiner Ausflug nach Maastricht. Irgendwann, sagte meine ältere Bekannte :“ Hier heissen aber viele Orte Fitspad“

      • Zaungast

        „Tja, selber schuld. Wenn man Lüttich nicht findet.“

        Nun ja, dises idiotische Beschilderung ist aber für viele Ausländer ein echtes Problem.
        Ich habe mal am Flughafen von Zaventem einem Asiaten, der nach Lüttich fahren wollte, erklären müssen, sich rund um Brüssel nach den Schildern „Luik“ zu richten.

        Für den Ortsunkundigen muss es doch recht stressig sein, sich im oft sehr dichten, mehrspurigen Verkehr auf dem Ring zu orientieren: Luik? Namen? Bergen? Rijssel? Einzig Charleroi heisst auch dort so und nicht „Kareldekoning“…

        P.S. „Fitspad“ heisst mit Sicherheit kein einziger Ort in den Niederlanden.
        Auf den Autobahnen findet man dagegen jede Menge Schilder, die nach „Uitrit“ führen.

        • Böse Zunge

          „Nun ja, dises idiotische Beschilderung ist aber für viele Ausländer ein echtes Problem.
          Ich habe mal am Flughafen von Zaventem einem Asiaten, der nach Lüttich fahren wollte, erklären müssen, sich rund um Brüssel nach den Schildern „Luik“ zu richten.“

          Klar das kann zum Problem werden.
          Wir sind nun aber mal ein Land mit 3 Sprachen. Was soll man machen, damit auch der letzte Ausländer und sture Wallone sich sich zurechtfindet ? Alles in 3 Sprachen ausschildern ? In der jeweiligen Ortssprache und Englisch ? Sich auf den Ortsnamen in einer Sprache einigen ? ……..
          Gucken wir mal in die Schweiz. Wie haben die das Problem mit den 3 Sprachen und der Beschilderung gelöst ?
          Ein Beipiel: Wenn man von Luzern kommt steht da “ Richtung St.Gotthard“. Kommt man Bellinzona steht da :“ Direzione San Gottardo“.
          Je nach Sprachregion wird entweder Luzern, Luzerne,Lucerna oder Basel, Bâle,Basilea ausgezeichnet.
          Das ist recht kompliziert. Tut mir auch leid für jeden der sich verfährt. Muss man sich halt informieren.
          Wer hat’s erfunden ?

          PS: Sorry „Fietspad“ natürlich. Das mit Uitrit ist aber auch nicht schlecht :-)

    • gerhards

      Herr Visé, da haben sie sich echt Mühe gegeben. Danke für die Gegenüberstellung, da bin ich echt baff.
      Im allgemeinen ist es doch so, dass man die Bezeichnung wählt, welche die ist die man in der Ortschaft benutzt. In Deutschland steht Liegé auf den Schildern und nicht Lüttich. Wäre vielleicht etwas worauf wir uns einigen könnten.

      • Münsteraner

        Das ist in der Tat ein „erlösender“ Ausweg, die Stadt/die Ortschaft in der Sprache, die in benannter Stadt/Ortschaft gesprochen wird, zu belassen. Die Lüttich-Schilder sind jüngst in Aachen fast gänzlich verschwunden und durch Liège (B) ersetzt worden.

        Für Luxemburg werden allerdings auch in Deutschland beide Schreibweisen verwendet, Die gelben Schilder in Rheinland-Pfalz (z.B. Trier) weisen nach „Luxemburg“, während die Autobahnschilder (in blau) auf „Luxembourg“ aufmerksam machen. Erste Bezeichnung (ohne o) ist vom Land (hier Rheinland-Pfalz) gewählt, wohingegen die Variante mit „o“ die Bezeichnung des Bundes (Berlin) ist.

        • Zaungast

          Nun ja, in Berlin weiss man sicher nicht, dass es in Luxemburg drei offizielle Sprachen (im ganzen Land und nicht wie in Belgien in Sprachzonen) gibt.

          Von daher ist es unlogisch, dass man die französische Schreibweise bevorzugt.

          Genauso gut könnte man „Letzeburg“ schreiben.

          Aber im Ernst. Wer sich in dem dichtem Verkehrsaufkommen auf dem mehrspurigen Brüsseler Ring mit seinen -zig Schildern, seinen Auf- und Abfahrten schnell orientieren muss und dabei mehrmals die Spur wechseln muss, sollte dabei eine klare Hilfe bekommen.

          Die Regel sollte in der Tat allgemein sein, die Ortsnamen in der jeweils dort geltenden Amtssprache anzugeben.
          Ob Luxemburg mit oder ohne „o“ ist da nicht von Belang, wohl aber Bergen, Rijssel oder Luik… oder Aix-la-Chapelle bzw. Aken.

          Aber der gesunde Menschenverstand hat sich in Belgien noch nie durchgesetzt.,

          Und in der DGB hat ein Schild „Büllingen/Bullange“ nichts zu suchen, es sei denn es gäbe entsprechend auch „Waimes/Weismes“ in der Wallonie.

      • Heinz Günter Visé

        Danke werter Herr Gerhards für Ihren positiven Kommentar. Ich grüsse Richtung Kelmis, aber vielleicht kamen ja früher mal Ihre Vorfahren aus Geraardsbergen in Flandern (auf französisch GRAMMONT).
        Der Ort ist bekannt bei Radrennen weil es dort eine schwer zu bewältigende Steigung gibt, genannt
        “ le mur de Grammont “ oder auf niederländisch “ muur van Geraardsbergen .. Schönen Tag noch !
        https://de.wikipedia.org/wiki/Mauer_von_Geraardsbergen

        • Gerard (nicht der von OD!)

          Da klären Sie mich aber auf lieber Herr Visé! Und ich dachte das wären immer so 2 Brüder gewesen, die da unter dem Pseudo schrieben! Durch das „s“ hintendran, verstehen Sie!? Danke für Ihre klare Aufklärung!

  4. Das ist wieder ein Aufmacher für ein Thema, das so alt ist wie die Schilder auch.

    ABER: Das „Luxemb(o)urg“ habe ich schon etliche Jahre gesehen, das ist mit Sicherheit keine Neuigkeit hier Wert. Warum sich darüber niemand aufregt ist klar, denn will man das Schild überpinseln, steht kein Schild für Luxemburg mehr dort angeschlagen.

    • Zaungast

      Hätte es die CUW und danach die PDB nicht gegeben, so wären wir inzwischen längst wallonisiert worden.

      Sart-lez-Saint-Vith und La Calamine, Champ de Wirtz und Fontaine d’Elsen, Château du Pays de Reu, wie es in Südtirol versucht wurde. Aber da hat man ein paar Strommasten gesprengt. Dagegen sid die Schilder“schmierereien“ in Ostbelgien Schulbubenstreiche.

      • Die Pinsler von damals, und heute hätte man trotzdem finden müssen! Und dann tüchtig mit Teer anmalen sollen, bes. an „gewissen“ Stellen! Die Drecksbrüder haben unserer Gegend einen Bärendienst erbracht! Denke mir sowieso: die wollte man gar nicht finden, noch aufdecken! Hätte man damals wohl auch mit etwas Grütze schnell finden können. Man braucht eigentlich nur des Nachts ein paar Posten im Gebüsch zu bestellen. Arbeitslose und Schwarzverdiener gab es damals schon. Die Leute mit dicken Knüppel un Pfefferspray versehen, denke die (L) Anstreicher wären niemals mehr wieder gekommen!??
        Wie gesagt: denke man „wollte“ die Brüder nicht aufdecken. Denen gehörte damals schon eine gute Tracht Prügel mit der Klopppeitsche!

  5. Vielleicht haben die Pinsel-Männer den Buchstaben „O“ noch nicht auf dem Schild bemerkt. Ein ganzer
    Ortsname fällt ja besser auf. Da lohnt es sich eher, die vorgefertigte Farbe zu „verbrauchen“. Für das „O“ würde eh ein kleines Stück Klebeband reichen

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