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Häusliche Pflege will vor allem, dass sie als „schwerer Beruf“ anerkannt wird

28.03.2020, Belgien, Hélécine: Murielle (r), Krankenschwester in der belgischen Gemeinde Hélécine in der Provinz Wallonisch-Brabant, versorgt ihren 91-jährigen Patienten Henri bei einem Hausbesuch. Murielle gehört zu den vielen „Heldinnen des Alltags“ in dieser Coronakrise. Foto: Eric Lalmand/BELGA/dpa

Der Sektor der häuslichen Pflege begrüßt die zur Diskussion gestellte Gewährung einer Art „Covid-19-Prämie“ von 1.450 Euro für das Personal durch die föderale Regierung von Premierministerin Sophie Wilmès. Noch viel wichtiger sei jedoch, dass die Heimpflege als „schwerer Beruf“ anerkannt wird.

Die flämische Tageszeitung „De Tijd“ hatte am Freitag berichtet, dass die Regierung vereinbart habe, dem Krankenhaus-Pflegepersonal – u.a. Ärzten und Krankenschwestern – wegen seines heldenhaften Einsatzes im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie einen Bonus von 1.450 Euro zu gewähren. Eine Bestätigung dafür gab es bisher jedoch nicht.

20.03.2020, Belgien, Denderhoutem: Weiße Laken hängen aus Wohnungsfenstern. An vielen Orten in Belgien öffnen die Menschen abends um 20.00 Uhr ihre Fenster, um minutenlang zu applaudieren und zu jubeln. Mittags hängen sie in einer weiteren Aktion weiße Laken oder Betttücher raus. Sie wollen damit ihre Anerkennung für jene Menschen ausdrücken, die unter erschwerten Bedingungen gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus kämpfen. Foto: Hans Vandendriessche/BELGA/dpa

„Wir begrüßen diese Form der Anerkennung“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung verschiedener Verbände von Krankenpflegern.

Gleichzeitig wird jedoch darauf hingewiesen, dass die häuslichen Krankenpfleger in direktem Kontakt mit kontaminierten oder verdächtigen, aber nicht getesteten Patienten stehen, ohne die Möglichkeit einer Kontrolle zu haben. Hingegen gehe der Patient im Krankenhaus zunächst durch ein Triage-Zentrum und eine Sicherheitsschleuse. Die häusliche Pflege sei „der einzige Pflegedienstleister, der noch zu Hause am Bett des Patienten sitzt“, da die Patienten ermutigt werden, ihren Arzt nur telefonisch zu konsultieren, hieß es.

„Wir können kaum genug Schutzausrüstung zu exorbitanten Preisen bekommen. Wir fordern zu Recht eine Folgegebühr für diese Art der Betreuung und die Erstattung der Geräte durch die zuständigen Behörden.“

Ganz allgemein fordert der Sektor der häuslichen Pflege die Anerkennung als „schwerer Beruf“ und möchte auch an zukünftigen Entscheidungen beteiligt werden, um für „weniger riskante Krisenpläne“ zu sorgen.

Im Gegensatz zu dem, was oft behauptet wird, ist in Belgien der Föderalstaat für das Pflegepersonal in den Krankenhäusern sowie die selbstständigen und die häuslichen Krankenpfleger zuständig. Die Zuständigkeit der DG beschränkt sich im Bereich der Pflege lediglich auf das Personal in den Wohn- und Pflegezentren sowie die Familienhilfe. (cre)

Zum Thema Pflege in der Coronakrise siehe auch folgenden Artikel auf OD:

6 Antworten auf “Häusliche Pflege will vor allem, dass sie als „schwerer Beruf“ anerkannt wird”

  1. Corona2019

    Für die Einzigen Leute die wirklich an der Front kämpfen
    Zwar nicht mit Maschienen-
    Gewehr , dafür aber teils ohne Helm und kugelsichere Weste ist die Prämie aber sehr bescheiden . Ich höre nur immer hier und dort wird von Hunderten Milliarden Euro geredet . Insgesamt wird es sich für Europa wohl auf Tausende Milliarden summieren die Diese Katastrophe kosten wird .
    Dann glaube ich braucht Ihr euch nicht zu Schämen die Summe um 550€ Pro Kopf des eigentlich Unbezahlbarem Personal aufzurunden .
    Unbezahlbar in Bezug auf Heldenhaft!!!

  2. Friedrich Meyer

    Im Gesundheitssektor werden viele Berufe ignoriert und damit auch nicht als schwere Berufe anerkannt.
    Neben Pflegepersonal, Ärzten und eventuell noch das Unterhaltspersonal git es noch Andere die den Kopf hinhalten müssen.
    In unsen Krankenhäusern arbeiten noch Laboranten, Technicker für Beatmungsgeräte und übewachungsgeräte bei Operationen und nicht zuletzt Röntgentechniker, die direkt nach der Notaufnahme mit allen Schutzkleidungen, gleich wie Chirurgen, die Erstdiagose gewährleisten.
    Die Entlohnung ist weitaus geringer als die von Fachkräften in der Pflege und dabei sind die Arbeitszeiten auch nicht gerade familienfreundlich. Wochenenddienste und Nachtschichten sind ebenfalls an der Tagesordnung, wie Rufbereitschaften über viele Nächte hinweg.
    Dabei sind manche dieser Berufe noch nicht einmal als Pflegerische Berufe anerkannt obwohl die SPF hier die gleichen ,äußerst strengen Regeln, anwendet.

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