Politik

Vor genau 100 Jahren wurde Eupen-Malmedy belgisch: Auf dem Weg zur Sonne gab es auch viele Schatten

DG-Ministerpräsident Oliver Paasch bei seiner Festansprache am Donnerstag im Senat. Fotos: Kabinett Paasch

Vor genau 100 Jahren wurde das Gebiet von Eupen-Malmedy belgisch. Am 10. Januar 1920 trat der am 28. Juni 1919 im Schloss von Versailles unterzeichnete „Friedensvertrag“ offiziell in Kraft.

Zum Gedenken an den Staatenwechsel des Gebiets von Eupen-Malmedy vor 100 Jahren fanden sich am Donnerstag im belgischen Senat mehr als 200 ranghohe nationale und internationale Gäste zu einer akademischen Sitzung ein.

Hierzu zählten neben Premierministerin Sophie Wilmès und vier Ministern der Föderalregierung auch die belgischen Minister- und Parlamentspräsidenten, zahlreiche Regionalminister sowie der Kabinettschef und der Generalsekretär des Königs.

Auch der nordrhein-westfälische Regierungschef Armin Laschet, der im Rahmen des Festakts das Wort ergriff, sowie etwa 30 Botschafter erwiesen den Gastgebern – Senatspräsidentin Sabine Laruelle, Ministerpräsident Oliver Paasch und Parlamentspräsident Karl-Heinz Lambertz – die Ehre ihres Besuchs.

An der Veranstaltung im Senat nahm auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (l) teil. Foto: Kabinett Paasch

In seiner Festansprache erinnerte Ministerpräsident Paasch an die wechselvolle Geschichte der heutigen Deutschsprachigen Gemeinschaft, deren Gebiet „immer wieder zum Spielball großer Mächte wurde. Heute haben wir einen Status erreicht, um den uns viele Regionen in Europa beneiden.“ Mit dieser Autonomie – kein Selbstzweck, sondern vielmehr eine Chance – habe man viele Gestaltungsmöglichkeiten erhalten, um demokratisch und eigenverantwortlich über die eigene Zukunft mitzuentscheiden, so Paasch. Auch in Zukunft wolle die DG ihre Eigenverantwortung und ihre Selbstbestimmung „in einem vereinigten Belgien und in einem vereinten Europa bewahren.“

Die akademische Sitzung in Brüssel, die mit dem Abspielen der belgischen und der europäischen Hymne endete, wurde umrahmt durch kulturelle Darbietungen aus den Bereichen Theater, Tanz und Musik, unter anderem durch die Tanzschule Irene K.

Auf den Trümmern des Ersten Weltkriegs

Im Ersten Weltkrieg hatten die Männer aus Eupen-Malmedy (später Eupen-Malmedy-St. Vith) noch als kaiserliche Untertanen im Heer von Wilhelm II. gekämpft. Die Zahl der Kriegsopfer war beträchtlich: Im Kreis Eupen verloren 766 Männer ihr Leben, und im Kreis Malmedy waren es deren sogar 1.082. Die Enttäuschung über die deutsche Niederlage sei „enorm“ gewesen, berichten Historiker.

Grafik: picture alliance/dpa

Der Versailler Vertrag legte in den Artikeln 32, 33 und 34 fest, dass dieselben Gebiete, die im Jahr 1815 durch den Wiener Kongress Teil Preußens geworden waren, Belgien als Kriegsentschädigung zuerkannt werden müssten.

Die belgischen Ansprüche reichten zwar weiter, doch musste man sich schließlich mit den ehemaligen preußischen Kreisen Eupen, Malmedy und St. Vith begnügen. Auch das strittige Neutral-Moresnet wurde Belgien zuerkannt.

Voraussetzung war eine umstrittene Volksbefragung in den neu-belgischen Gebieten, die in Wirklichkeit eine Farce war und in der Folgezeit die Integration der Bevölkerung von Eupen-Malmedy ins belgische Staatswesen sehr schwierig gestaltete.

Ein Jahrhundert nach dem Vertrag von Versailles neigen im heutigen Ostbelgien die politischen Repräsentanten dazu, fast ausschließlich die Sonnenseiten des am 28. Juni 1919 dem Gebiet von Eupen-Malmedy „aufdiktierten“ Vaterlandswechsels hervorzuheben, doch auf dem Weg zur Sonne musste dieses Gebiet viele Schatten überwinden.

Erst einmal ein Kampf um elementare Rechte

Lange Zeit waren die „Ostkantone“, wie das Gebiet von Eupen, Malmedy und St. Vith genannt wurde, eine Minderheit, die erst einmal um einige elementare Rechte kämpfen musste, bevor die deutsche Sprache als Landessprache anerkannt und die Deutschsprachige Gemeinschaft immer mehr Befugnisse zugesprochen bekam. Und auf dem Weg dorthin musste man sich als Deutschsprachiger so manches Mal als Bürger der „cantons rédimés“ oder als „boche“ beleidigen lassen.

Am 28. Juni 1919 wurde im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles (Bild) der „Friedensvertrag“ unterzeichnet, der am 10. Januar 1920 – vor genau 100 Jahren – offiziell in Kraft trat. Foto: Shutterstock

Dass der Vertrag von Versailles auch 100 Jahre später kein Grund zum Feiern ist, zeigt die Geschichte, die folgte. Aus der Sicht vieler Historiker war das „Diktat“ von Versailles einer der wichtigsten Gründe dafür, dass Europa 20 Jahre später in die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs stürzte.

Derweil huldigen führende DG-Politiker Ostbelgien als die bestgeschützte Minderheit Europas. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte profitierte das Gebiet deutscher Sprache von der Föderalisierung Belgiens.

Gleichwohl stößt die Autonomie mittlerweile an Grenzen. Die Übertragung von immer mehr Zuständigkeiten vom Föderalstaat oder von der Wallonischen Region an die DG wirft die Frage auf, ob all die Befugnisse noch verkraftbar sind für eine kleine Gemeinschaft von 77.500 Einwohnern, zumal es aufgrund des Fachkräftemangels immer schwerer fällt, geeignetes Personal zu finden, um aus den neuen Zuständigkeiten auch tatsächlich den erhofften echten Mehrwert für die einheimische Bevölkerung zu erzielen. (cre)

Nachfolgend einige prominente Tweets zum 100. Geburtstag von Ostbelgien:

59 Antworten auf “Vor genau 100 Jahren wurde Eupen-Malmedy belgisch: Auf dem Weg zur Sonne gab es auch viele Schatten”

  1. Für unsere Großeltern und Urgroßeltern sicherlich kein Grund zu feiern für uns schon.
    Es war mit Sicherheit nicht sonderlich demokratisch wie unser Grenzstreiffen von Deutschland zu Belgien kam und wir sind sicher über Jahrzehnte benachteiligt und diskriminiert worden aber diese Zeiten liegen hinter uns. Die meisten hier sind 100 Jahre später in Belgien angekommen. Wären wir in Deutschland verblieben, wären wir ein unbedeutender Landkreis im äußersten Westen Deutschlands. Jetzt sind wir privilegierte Minderheit mit Parlament und entsprechenden guten Jobs in Verwaltung und Staat. Daher bin ich nun froh und dankbar einen belgischen Pass zu haben.

    • marcel scholzen eimerscheid

      Sie haben größtenteils Recht. Nur in der heutigen Zeit spielt es keine große Rolle mehr, ob ma einen belgischen oder deutschen EU-Reisepass hat. Die Unterschiede sind klein.

      Stimmt, durch die DG Autonomie sind viele Stellen entstanden bei öffentlichen Arbeitgebern. Nur das ist eine Seite der Medaille. Die andere Seite sind hohe Steuern und Abgaben. Und die Demokratie in der DG ist noch ausbaufähig. Es fehlt noch die Möglichkeit, verbindliche Volksbefragungen und Volksabstimmungen zu organisieren.

      Über Vergangenes zu diskutieren ist eine schwierige Frage, denn die Vergangenheit kann man nicht verändern. Was passiert ist, ist passiert und kann nicht mehr geändert werden. Man muss irgendwie damit leben.

  2. peter Müller

    Das ist Ihre Ansicht. Ohne unsere Nachbarländer, hätten wir hier die höchste Arbeitslosigkeit in ganz Belgien. Auf den Pass brauchen Sie nicht Stolz zu sein, der sagt nur aus wer Sie sind. Es kommt der Tag, da steht da Europäer drin

  3. Eine DG mit seinem riesigen Verwaltungsapparat hätte es nicht bedurft. Ob in Malmedy, in Aubel oder hier in Bleyberg kann man soviel Platt und Deutsch reden wie man möchte. Und die Infrastruktur hier ist einwandfrei. Also warum kompliziert und teuer wenn es auch billig und einfach geht.

    • Es ist mir nicht bekannt, dass die DG eine Zuständigkeit für Malmedy, Aubel oder Bleyberg haben sollte; sie wurde auch nicht für diese Gemeinden geschaffen.
      Es ging und geht auch nicht um das Recht eine Sprache (im privaten Verkehr)nutzen zu dürfen. Dies nur zu thematisieren, erscheint mir im ausgehenden 20. und frühen 21. Jahrhundert eher ein Folgetraumata der Nationalismusausuferungen des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jhdt. zu sein. Auch wenn die Versuchung in solche Reflexe zu verfallen auch heute wieder gross ist.
      Die Ursprünge der DG, sprich RdK, waren berechtigten Kultur- und Verwaltungsfragen geschuldet.
      Ob nun Deutsch als Landessprache gilt, kann sicherlich ein sensibles Herz für eine Minute erwärmen. Es galt und gilt die zwei Ursprungsfragen zu einer Lösung zu bringen. Dafür gibt es zwei grundlegende Ansätze:
      1. Eine vollständige Zweisprachigkeit der deutschsprachigen Belgier herbei zu führen und die Entwicklung der deutschen Kultur zu fördern. Ersteres hat ja wohl nicht so ganz geklappt.
      2. Im belgischen Kontext und auch auf Verwaltungsebene eine Mehr- mindestens Zweisprachigkeit herbeizuführen (hätte ja zwischen Flamen und Wallonen viel lösen können). Offensichtlich nicht der Fall.
      Die Entwicklung der DG war erst einmal ein Glücksfall, der vor allem im Umfeld der innerbelgischen Entwicklungen möglich wurde. Neben der sprachlichen Thematik kamen wir somit auch zu (der heute oft thematisierten) bürgernahen Verwaltung und Entscheidung.
      Institutionell vielleicht etwas überdimensioniert, doch musste das Ganze ja schliesslich in den „neuen“ belgischen Institutionen untergebracht werden.

      Entscheidend für die Zukunft bleiben die belgischen Entwicklungen.

      Es sei jedem vergönnt, sich an Folgendem zu wärmen:
      „Oh Sie sind Belgier und sprechen so gut Deutsch“.
      „Belgien hat drei Landessprachen, ich dachte die dritte wäre Englisch“.
      „Ihr König leistet seinen Eid in deutscher Sprache. Naja die Familie kommt ja auch aus Deutschland.“
      Einiger beliebt: „Ah vous avez un drôle accent“.

      Der Platz an der „Sonne“ beinhaltet, dass man sich recht schnell mehr als nur die Finger verbrennen kann. Die pathetische Formulierung erweckt den Eindruck, dass wir 1920 aus Unterdrückung und Sklaverei befreit wurden.
      Bei Beobachtung des heutigen westlichen Randgebietes DEs stellt man fest: es herrschen zivilisierte Zustände, die Verwaltung läuft ordentlich, die wirtschaftliche Entwicklung ansehnlich, kein Ärger mit der deutschen Sprache und Französisch kann auch dort reden und lernen wer will.

      • Ja, ja, die Kultur. Ich stamme aus Kelmis und meine Frau aus Gemmenich. Einen Kulturunterschied habe ich in den 40 Jahren, die wir zusammen sind, nicht bemerkt. Mein Schwiegervater stammt aus Kerkrade. Kulturunterschied: Null! Ich habe Verwandte aus nah und fern, aber eine andere Kultur haben die alle nicht. Ich bleibe dabei, dass die DG in der jetzigen Form lediglich ein Kostenmoloch und so unnötig wie ein Kropf ist.

  4. Sonnenkönige der DG

    Gewiss, wir sind bestimmt froh über unsern Status, wenn man vieles andere in der Welt sieht, u a Krisen und Kriege ohne Ende!
    Jedoch sollte man mit dem Erreichte und jetzigen Zustand auch sehr ehrlich und Kritisch sich auseinander setzen!
    Die momentanen Führungspersonen allemal, sind für ihre Eigenlobshymnen weit und breit bekannt und belächelt.
    Unsere Finanztabelle zeit sehr, viel zu hohe Schuldenzahlen auf dem Papier, die leider noch von nachkommenden Leuten bezahlt sein müssen!
    Sehr hohe Steuern reichen bei weitem immer noch nicht dazu aus, die Schulden abzubauen. So sind die jetzigen Politiker sich nicht zu schade immer noch welche dazu zu finden.
    Wenn gerade solche Anlässe, und viele andere auch, die sie selber organisieren oder da eingeladen sind, überall wird alles und jeder in den höchsten Tönen gelobt, Sogar sich selber nennt man ohne Scham.
    Bei der Bilanz von oben, eigentlich eine Farce! Das Gegenteil ist ja Fakt und Wahrheit.
    Die Selbsständigkeit der DG in einigen Bereichen, kostet den Bürgern sehr vieles Geld! Auch hier haben wieder die Politiker zugeschlagen in Sachen Selbstversorgung.
    Viel zu viele eiern da jahrelang herum und füllen sich weidlich ihre Taschen, bis über die viel zu hohen späteren Pensionen hinaus. Dabei könnte bei viel wenigerem und unnützem Personal viel gespart werden, und damit viel besser angelegt sein. Schulen und Pflegeheime z Bspl!
    Wohlweisslich wird bei den vielen Anlässen und Festen davon nicht gesprochen. Da ist Eigenlob eher auf die Tapet. Die nächsten Wahlen solle ja wieder fruchtbat sein, damit man ja noch lange an die Macht bleibt, da müssen Jahrespunkte her, das ja üppige Renten noch viele Jahre fliessen können.
    Das alles ist leider auch ein Teil der jetzigen Deutschsprachrigen Gemeinschaft.
    Ob da noch lange Milch und Honig fliessen mögen? Hoffentlich nicht.

    • Wenn man in den 80ern neben jedem 60jährigen schon vorsichtshalber einen Altenpfleger gestellt hätte, käme das vom Kostenpunkt her hin.
      Jedoch würden Sie (sofern Sie damals 60 waren) heute angesichts des dreistelligen Geburtstages fliessend französisch, polnisch, rumänisch oder Tagalog reden und nicht über eine missratene DG meckern.

  5. Arschkriecherei made in Ostbelgien

    Es sind wieder einmal Sternstunden der Selbstbeweihräucherung und der Arschkriecherei made in Ostbelgien angesagt.

    2020, im Jahr 100 nach Versailles, müssen z.B. Deutschsprachige, die in Belgien die Aufnahmeprüfung für das Studienfach Medizin ablegen wollen, diese auf Französisch oder Niederländisch ablegen. Auch für bestimmte föderale Staatslaufbahnen sind Aufnahmeverfahren 2020, im Jahr 100 nach Versailles, nur in Französisch oder Niederländisch möglich.
    Dies und andere Ungleichbehandlungen werden als Diskriminierung bezeichnet.
    Die Clowns aus dem belgisch gemästeten Politapparat wollen uns das als best geschützte Minderheit verkaufen.
    Sie verschweigen uns, dass es diese Benachteiligungen und andere Negativseiten bei einer Nichtannektierung, dem Verbleib in Deutschland, nicht gegeben hätte, ihre überflüssigen Posten, Stichwort Gestaltungsmöglichkeiten, auch nicht.
    Eine Weltrekordbesteuerung, Dritte-Welt-Straßenstrecken wären uns neben anderem belgischen Müll auch erspart geblieben. Die beschönigende Bezeichnung „Staatenwechsel“ steht für nichts anderes als eine knallharte Annektierung.
    Die Sonne scheint uns wieder, wenn Belgien Geschichte ist.

    • Es klingt absolut “ Arkustisch “ wie sie schreiben “ Die clowns aus dem belgische gemästeten Politapparat “ Nur haben eine Vielzahl dieser Clowns in anderen Gremien nichts mehr zu sagen , hier können diese sich nur mit dazwischen maulen bemerkbar machen , obschon diese maulerten sich eine ganz andere “ Sachlage “ von Anfang an hatten vorgestellt .

    • Ein Beispiel unter vielen, dass Gleichberechtigung nicht praxistauglich ist.
      Von Randfällen abgesehen, geht es uns heute gut in Belgien. Die zukünftige Entwicklung Belgiens wird uns jedoch zeigen, dass wir uns nicht in einer bevorzugten Insellage befinden.

    • Das denke ich mir auch öfters. Wenn man sich die anderen deutschsprachigen Vaterlandswechsler nach dem 2 WK so ansieht dann haben wir es mit den Belgiern nicht schlecht getroffen.
      Wir existieren noch außerhalb der Geschichtsbücher, die anderen nicht mehr.
      Ostpreußisch, Schlesien, Sudeten. Hä?
      Eupen-Malmedy still there.

          • Genau. Schade das wir hier bei uns das westliches Logiksystem so verinnerlicht haben das eine Sache nur noch wahr oder falsch sein kann.
            Die im Osten haben da andere Möglichkeiten entwickelt mit Logiksystemen wo eine Sache zB. sowohl wahr als auch falsch sein kann oder weder wahr noch falsch usw
            Gäbe bestimmt weniger Streit auf Internetforen. :)
            Einen schönen Abend wünsche ich Ihnen.

              • Ja, die Mieze musste schon viel durchmachen.
                Dachte auch an die Quantenphysik als ich diese Antwort schrieb,
                die Eigenschaft vom Licht gleichzeitig 2 komplett verschiedene Sachen zu sein abhängig vom Beobachter, also dem Bewusstsein.

                Würde sich die westliche Wissenschaft mit der östlichen Philosophie vereinen bekämen wir eine fruchtbaren Mix denke ich, führt aber jetzt leider zu weit vom Thema weg…. :)

  6. Eupen bleibt deutsch

    Wenn ich diese Selbstbeweihräucherung wieder lese, könnte ich kotzen.
    Als wir 1920 eine Volksbefragung hatten, wurden diejenigen mit dem Entzug von Lebensmittelkarten bestraft, die für Deutschland stimmten. Oder man wurde mit anderen Repressalien unter Druck gesetzt, z.B. waren die Wahllokale in Malmedy oder Sankt Vith geschlossen, wenn man den weiten Weg aus der tiefsten Eifel auf sich nahm, um für Deutschland zu stimmen.
    Uns wurde ein Vaterland aufgedrückt, was wir nicht wollten.
    Das nennt man hier in der DG demokratisch.
    Wir werden immer noch als boches beschimpft, Deutsch kennt man in Belgien immer noch nicht, z.B. auf der Homepage der Belgacom.
    Hört mir endlich auf, ihr DG-Schmarotzer aus der Politik.
    Ihr seid doch nur für den Erhalt von Belgien, damit ihr weiterhin eure fetten Gehälter und andere Vorteile dafür bekommt. Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.
    Was wärt ihr denn ohne Belgien? Oli P. wäre ein Landrat im westlichsten Rheinland. Da muss man schon mal über seinen Schatten springen. Da hatte sein Vater mehr Eier in der Hose. Der stand für die Rückkehr nach Deutschland. Aber Oli wäre auch dafür, wenn er zukünftig sein Gehalt aus Deutschland bekäme.
    Alles nur Lug und Betrug hier. Aber ihr Belgientreue, lasst euch nur weiterhin für dumm verkaufen.
    Ich freue mich auf den Tag, wenn dieser Kunststaat endlich Geschichte ist und wir wieder dahingehen, wo wir sprachlich und kulturell hingehören.
    Der Tag wird kommen.
    Und dann werden einige der Herren an der Hütte 79 sitzen…

    • Wenn ich korrekt informiert bin, haben sich nur 271 aufgrund der Repressalien in die Wahlliste eingetragen; in der Auswertung waren dann die anderen 33.000 für die Annektion.

      Ja Paasch Senior war eindeutiger; Junior setzt sich dem Vorwurf aus, sich zu arrangieren.

      Insgesamt gut gebrüllt Löwe; die eigentlichen Dinge angesprochen.

      • Johann Klos

        Kompliment D. Man sollte heute endlich alle Gefühls“dusselleien“ ablegen und die Dinge beim „Namen“ nennen.

        So wie sich derzeit die Dinge gestallten wird es vor lauter “ gewünschter“ Zuwanderung diesen “ Flecken“ auf “ belgischem Hoheitsgebiet “ in einigen Jahrzehnten nicht mehr geben.
        ??Problem résolu ??

        • Hier bin ich mir nicht ganz sicher, worauf Sie hinaus wollen.

          Zuwanderung war nun weder das Thema des Artikels noch meines Beitrags.
          Das Ende dieses Flecken hat nichts mit Zuwanderung zu tun, ob gewünscht oder nicht.

  7. Egal was ihr auszusetzen habt über Belgien oder ostbelgien. Ich bin stolz Belgier zu sein und das in vielen Punkten. Arbeit, Arbeitslosengeld, Schulen, kinderbetreuung, Förderung und und und…. Ich will kein Deutscher sein!!!!!!!!!

    • Es ist ja auch bekannt, dass es in DE weder Arbeitsplätze noch Arbeitslosengeld (als wäre letzteres erstrebenswert), schlechte Schulen und Kinderbetreuung und auch keine Förderung (von was eigentlich) gibt.
      Als gute Nachbarn sollten wir eine Spendenaktion für unsere deutschen Freunde initiieren.

      • @Der. Sie sind ein Dummschwätzer mit Niveau ;-)
        Bei den meisten Ihrer Einlassungen erkennt man leider nur deutlich, dass man sich bei einem Studium zwar ein breites Basiswissen und eine gepflegte Ausdrucksweise aneignen kann aber gesunder Menschenverstand und Intelligenz leider nicht erlernbar sind und sich nicht mal durch ständiges Geschwafel vortäuschen lassen.

  8. Wenn ich denke das manche in der DG Malmedy und Weismes NICHT zu den Ostkantonen zählen wollen… zu „wallonisch“? Dort wird noch Deutsch gesproschen und in Eupen… viel französisch ! Also !

  9. Da die Möglichkeit besteht das dieser Beitrag eventuell einen oder mehrere der Urheber anzieht hier ein konkreter Verbesserungsvorschlag:
    Unsere Verkehrsschilder sind seit Jahren überpinselt, habe da meine Vermutung aus welchem Umfeld die nächtlichen Kommandos ausgesendet worden.
    Da wir eine Partei haben die Stolz auf ihre „deutsche Art“ ist und die auch noch anscheinend „was zu sagen hat in Namur“ wäre es toll wenn die sich der Sache mal annehmen könnten
    Wir (deutschsprachigen) lieben nun mal im allgemeinen Sauberkeit und Ordnung und die Schilder sind eine Sauerei.
    Ein „Willkommen im Idiotenland“ für unsere Gäste aus nah und fern.
    Ist da wirklich nichts zu machen?

    • Seit 20 Jahren ist „gewusst“ (nicht belegt), dass es sich bei den Pinslern um Anhänger der Truppe handelt, die Bart letztlich die Stimmen abjagte. Einige lokale Einzelkämpfer (keine Partei) leisten Hilfestellung. Wenn das unsere lokalen Ordnungskräfte interessieren würde, wären die Maler schon längst im Knast.

      Ich finde die Schmiererei Scheisse. Da gibt es wichtigere Themen.

  10. Anna Christoph

    Wir sind vor fast 3 Jahren voller Elan nach Ovifat gezogen. Da wir dort schon länger ein Ferienhaus hatten und ich eine 80-Seitige Infobroschüre heruntergeladen habe, sollte eigentlich nichts schlimmes passieren..
    Die Polizei kam erst im kommenden Jahr um zu prüfen, dass wir dort wohnen, so dass für die 9 Tage im Januar ein volles Jahr Zweitwohnsitzsteuer neben den Gemeindesteuern fällig waren. Die Zulassung und Versicherung der Fahrzeuge waren langwierig und teuer. Mehrmals wurde ich angemahnt, meine deutsche Rente zu versteuern, völlig zu Unrecht.
    Durch die vielen Reklamationen habe ich wenigstens mein Schulfranzösisch aufgebessert.
    Als wir wg. einer längerer Reise eine Auslandskrankenversicherung abschließen wollten, haben wir das Handtuch geworfen!
    Wir sind wieder nach Deutschland gezogen.
    Es war leider nur ein schöner Traum, als Rentner in Ost-Belgien zu leben!

    • Nun ist Ovifat zwar geographisch Ostbelgien, aber das war es dann auch.
      Solche Schikanen sind unwürdig und zeigen auf, dass in Europa noch viel zu tun ist.

      Ich hoffe Sie gestatten mir ein Schmunzeln, dass Sie der Illusion beraubt wurden, Deutschland sei das steuerlich schlimmste Land. Doch sollten Sie die Umzugskisten nicht gleich wieder entsorgen. Wenn der hehlerwarekaufende Parteivorsitzende und seine Genossin das Sagen kriegen, sollten diese gepackt sein.

    • Gehopst wie gesprungen

      Sie scheinen zu den Übersiedlern zu gehören, die in ein anderes Land ziehen und dann permanent sagen : “ bei uns ist das aber so …drüben ist das aber so“ und vergessen, das in einem anderen Land leben auch bedeutet sich anderen Gesetzen und Gepflogenheiten zu unterwerfen – ist das so ?
      Wenn dem so ist, ist es gut, dass Sie das Handtuch geworfen haben.
      In einem anderen Land leben ist dann einfach nichts für Sie.

      • Anna Christoph

        Sorry, dem ist nicht so. Mir hat’s hier sehr gut gefallen und ich habe mich mit den Gesetzen, die mich betrafen auch vertraut gemacht. Wenn ich aber mehrmals angemahnt werde, dass ich meine Rente in Belgien versteuern soll, obwohl die gültigen Bestimmungen anders lauten und ich dies immerwieder neu erklären muss, wenn ich ungerechterweise Zweitwohnsitzsteuer bezahle, obwohl ich mich schon hier angemeldet habe und auf meine Bemerkung, ich habe keinen anderen Wohnsitz, die Antwort kriege „es gibt auch Obdachlose“!!(Rathaus Waimes)
        Ich musste in diesen 2 Jahren einige Male juristische Hilfe in Anspruch nehmen um mich gegen Willkür zu wehren.
        Ich hätte nicht gedacht, dass sowas möglich ist.
        Ich halte Ihre Bewertung auch oberflächlich und unpassend.

        • Gehopst wie gesprungen

          Sie betrieben auf einer belgischen Seite Belgienbashing und wundern sich über leichten Gegenwind und empfinden diesen noch als oberflächlich und unpassend.
          Keinerlei Fehler Ihrerseits ? Nein, natürlich nicht. Macht man doch.
          Auch das ist ein weiteres Indiz, dass Sie besser in Ihrer Heimat aufgehoben sind.
          Typisch deutsches Verhalten. „An uns soll die Welt genesen“. Sie können offensichtlich nichts dafür. Sie sind halt Deutsche und verhalten sich so und empfinden Arroganz als normal .
          Vermute mal stark, dass das die wahren Gründe sind, warum sie in Belgien permanent angeeckt sind

  11. Ecky Thalkötter

    Als Beamter im Finanzamt Münster kann ich Ihnen folgende Auskünfte geben, allerdings nur auf die Schnelle und deshalb ohne Gewähr:
    Das mit der Zulassung von importierten Fahrzeugen durch Privatpersonen ist leider immer noch eine Prozedur mit allerlei Formalitäten, auch in der heutigen EU. das ist umgekehrt hier in Deutschland nicht anders.
    Jeder Staat möchte aus verständlichen Gründen die Kontrolle über den steuerlich einträglichen Automarkt behalten.
    Das mit der Rente ist ebenfalls kompliziert. Was Belgien betrifft, so habe ich hier ein Hinweisblatt für Sie:
    https://bruessel.diplo.de/blob/1373140/d001209ef6f1478169a178d6de00875b/dd-mb-rentenbesteuerung-data.pdf
    Darin steht allerdings unzweideutig, dass eine deutsche Rente in der belgischen Steuererklärung angegeben werden muss, so wie alle andern ausländischen Einkünfte auch, selbst wenn diese Einkünfte im Ausland bereits versteuert wurden.
    Es würde zu weit führen, die weitere Behandlung zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung zu erklären, zumal das Sie ja nicht mehr betrifft, da Sie, der belgischen Bürokratie sei Dank hier in unser schönes Vaterland zurückgekehrt sind und, biblisch gesprochen, den belgischen Staub von den Füßen geschüttelt haben. Wir vom Finanzamt würden uns mehr solche Heimkehrer, etwa aus Monaco und der Schweiz wünschen.
    Die besten Grüße von mir an Sie nach Bielefeld.

    • Ekel Alfred

      @ Ecky Thalkötter, die deutsche Rente (wovon Sie ja Steuer in Deutschland zu zahlen haben) ist der belgischen Steuererklärung beizufügen….aber das gilt auch für Deutschland….das belgische Steueramt in Eupen hat uns zu einem in Belgien (belgischer Arbeitgeber) erfolgten Arbeitsunfall folgende Erklärung gegeben: laut EU Verordnung ist jedes dazugehörende Land, wo sie gearbeitet haben, verpflichtet anteilsmässig Kosten (in%) zu übernehmen, selbst wenn sich der Arbeitsunfall ereignet hat, in dem Land, wo sie wohnen. Meine Frau (Belgierin) hatte einen Arbeitsunfall bei ihrem belgischen Arbeitgeber. Sie erhielt einige Zeit darauf eine Entschädigungszahlung, worauf im beiliegenden Formular vermerkt wurde, diese Summe sei der Krankenkasse zu Überweisen, was sie auch unverzüglich gemacht hat. Aber im nachfolgenden Steuerjahr forderte der DEUTSCHE STAAT diese Summe erneut dem Steueramt in Brandenburg zukommen zu lassen und diese Summe wurde nochmals der zu zahlenden Steuer in Deutschland hinzugerechnet, sodass wir gezwungen wurden einen Steuerberater aufzusuchen, um diese Sache zu klären. Bis heute haben wir von Brandenburg (Dunkeldeutschland) nichts mehr gehört. Warum hat der deutsche Staat diese Summe nicht direkt an die belgische Krankenkasse überwiesen?

    • Anna Christoph

      Die Rückmeldung der Personen und Fahrzeuge in Deutschland ist viel einfacher und preiswerter gewesen. Unser Steuerberater ist hörbar erleichtert gewesen, dass wir wieder in Deutschland wohnen.
      Soviel über das Euregio, wovon wir uns ein schönes und ruhiges Leben in der Natur versprochen haben.

  12. Horst Emonts-pool

    Mein Vater war 1914 in Eupen geboren. Er erzählte uns immer von dem Wandel der Nationalitäten seiner Eltern und ihm selbst. Er hatte zuerst für Belgien gedient, und danach musste er für die Deutschen Die meisten Menschen in den Krieg ziehen . In Eupen oder auch in Sankt-Vith waren die Menschen nicht davon begeistert Belgier zu werden. Aber sie sind nicht gefragt worden. So geht es nun mal im Leben. Ob jetzt Belgier oder Deutscher in unserem Personalausweis steht, ist doch egal. Ich finde nur, daß der Aufwand der DG übertrieben ist. Es kostet einfach zu viel Geld. Übrigens; wenn man in Verviers vor Gericht steht, werden Beweise auf deutsch nicht akzeptiert. Die Staatsanwältin sagte nur. Belgien ist Französisch sprachig . Da sollte sich unsere deutschsprachige Regierung mal mit befassen. Oder wenn man von der Polizei in der Wallonie angehalten wird und kein Französisch kann, ist man direkt unten durch. In der Schule in Waimes erzählten die Lehrer meinen Kindern die negative Geschichte Deutschlands. Das es aber auch positive Zeiten gab, davon haben meine Kinder nichts erfahren. Alle westliche Länder haben auch negative Geschichte. Aber davon will keiner mehr was wissen.

    • „Übrigens; wenn man in Verviers vor Gericht steht, werden Beweise auf deutsch nicht akzeptiert. Die Staatsanwältin sagte nur. Belgien ist Französisch sprachig .“
      Wann fand dieser Prozess statt? Anno Domini 1830? Seltsame Staatsanwältin, die ihre Prozessordnung nicht kennt; https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwjE7bug9_7mAhVJa1AKHbdRAbcQFjAAegQIARAC&url=http%3A%2F%2Fwww.scta.be%2FMalmedyUebersetzungen%2Fdownloads%2F19350615.jud.doc&usg=AOvVaw0D9uBnCwSfS8gxDpi9VJA6

      • Horst Emonts-pool

        @ Jurist. Das war vor ca. 12 Jahren. Ich habe auch etwas in meinem letzten Bericht vergessen. Als mein Vater aus Russischer Gefangenschaft zurück kam, wurde er von der Gendarmerie, wegen Vaterlandsverrat verhaftet. Vor dem Vervierser Gericht konnte er sich nicht verteidigen. Staatsanwalt und Richter wären der Meinung gewesen; er hätte sich gegen die Einberufung der Deutschen wehren sollen. Mein Vater sagte: Die halbe Welt konnte sich nicht gegen Deutschland wehren, aber ich hätte es tun müssen. Er sagte dann immer noch: Die schlimmste Zeit des Krieges hätte er im Gefängnis von Verviers erlebt. Darum war er nicht gerne Belgier.

        • Erneut bestätige ich. Aus dem Lazarett in Norddeutschland ging es zwei Monate nach Vilvorde um festzustellen ob der an Krücken humpelnde 19-jährige (mit 17 eingezogen) nicht ein Nazi sei. Vilvorde 2 Monate Lager.

          Negative Kriegserlebnisse (heute sagt man traumatisch):
          – Nein nicht die Scharmützel
          – Nein nicht das auf immer zerschossene Knie
          – Nein nicht das unter Fliegerbeschuss stehende Lazarett (mit Gewicht am Fuß war keine Zeit für Bunker)
          Sondern:
          – Lager Vilvorde
          – Und nachdem alles geklärt war: die ersten Kilometer Zugfahrt nach Hause. Die Züge wurden von tapferen belgischen Patrioten mit Steinen beworfen.

    • @Horst
      Endlich mal ein glaubhafter Beitrag zu belgisch / deutsch. Meiner war Baujahr 25 und hatte zwei Jahre Krieg mit 19 hinter sich gebracht, etwas zerschossen aber ok.

      Schon länger reden wir über Traumata und heute über Burn-out.

      Diese Jungs hätten heute Anrecht auf Therapie und Kur.
      Außerdem waren es diese Generationen, die nach dem Krieg aufgebaut haben (Diskussion vor zwei-drei Wochen).

  13. Intipuca

    Die Kelmisser feierten freudig die 100 jährige Zugehörigkeit zu Belgien.
    Die gelungenen belgischen Feierlichkeiten in den ehrenwerten traditionellen Räumen des Senats in Brüssel brachten auch die ostbelgischen Politiker dazu mehrfach vom Vaterland zu sprechen. Es fragt sich warum dieses Glücksgefühl nicht unumwunden zugestanden wird.
    Ministerpräsident Paasch spricht immer noch von „schmerzlichen“ Zeiten bezogen auf Ostbelgien, die nun vorüber sind. Ich weiss nicht wirklich, was er meint.
    Deutschland führte 2 Weltkriege außerhalb der eigenen Grenzen mit mehrfachen Kriegsverbrechen in unserer Gegend, Senfgasgranaten wurden u.a. in Kehr (4 Km von Manderfeld entfernt) gebaut und dann in Ypern verfeuert.
    Der belgische Bürger zahlt immer mehr Steuern, damit Ostbelgien sich über Wasser halten kann. Es ist mehr als deutlich, daß die Loyalität nur Belgien gelten kann.

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