Gesellschaft

Ich helfe heute anderen, dafür helfen andere später mir: Bald auch in der DG Senioren-Genossenschaften?

Ältere Menschen schließen sich zusammen, um sich gegenseitig zu helfen. Foto: Shutterstock

Im Hinblick auf eine Verbesserung der Altersvorsorge und zur zusätzlichen Sicherung der Pflege älterer Menschen schlägt die Vivant-Fraktion die Einführung von Senioren-Genossenschaften auf dem Gebiet der DG vor.

Das Prinzip: Ältere Menschen schließen sich zusammen, um sich gegenseitig zu helfen, indem sie verschiedene alltägliche Aufgaben erledigen.

Zum Beispiel hilft ein noch rüstiger Rentner seiner Nachbarin beim Rasenmähen oder eine pensionierte Lehrerin hilft jungen Menschen bei den Hausaufgaben. Für jede Stunde, die sie arbeiten, bekommen sie eine Stunde auf einem Zeitkonto gutgeschrieben.

Wenn sie dann Jahre später selbst auf Hilfe angewiesen sind, können sie von diesem Stundenkonto profitieren und auf die Hilfe anderer Mitglieder der Genossenschaft zurückgreifen. In Japan benutzt man hierfür den Begriff „Zeitwährung“.

Zeitguthaben oder Stundenkonto

Die Hilfe können auch junge Menschen leisten und sich für später eine Art Zeitguthaben (Vivant spricht von „Stundenkonto“) erarbeiten.

„Viele Senioren sind noch rüstig bis ins hohe Alter und möchten deshalb noch lange selbstbestimmt und in vertrauter Umgebung leben“, argumentieren Michael Balter und Alain Mertes: „Es muss damit gerechnet werden, dass die bisherigen Systeme nicht mehr ausreichen, um die Lebensbedingungen der älteren Bürger zu gewährleisten. Um dies zu vermeiden, müssen andere Möglichkeiten in Betracht gezogen werden.“

Ein pensionierter Lehrer erteilt Kindern Nachhilfe. Entlohnt wird er über ein "Stundenkonto", das er später in Anspruch nehmen kann, wenn er selbst Hilfe benötigt. Foto: Shutterstock

Ein pensionierter Lehrer erteilt Kindern Nachhilfe. Entlohnt wird er über ein „Stundenkonto“, das er später in Anspruch nehmen kann, wenn er selbst Hilfe benötigt. Foto: Shutterstock

Hier werde zum einem Hilfe für ältere Menschen organisiert und zum anderen das Potenzial älterer Menschen genutzt, so die Vivant-Fraktion, die auf das Beispiel der Kleinstadt Riedling im deutschen Bundesland Baden-Württemberg verweist, wo es eine solche Senioren-Genossenschaft bereits gibt.

Was kann eine Seniorengenossenschaft bieten? Hilfe bei Haushalts- und Gartenarbeiten, Hilfe bei Einkäufen, kleine Reparaturarbeiten, Begleitung zum Arzt, Essen auf Rädern, Betreutes Wohnen, Betreuung bei vorübergehender Krankheit zu Hause, Beratung bei administrativen Angelegenheiten, Gesellschaft leisten, Haustierbetreuung…

Die Vivant-Fraktion hat einen Resolutionsvorschlag an die Regierung der DG hinterlegt. Den Text finden Sie integral unter folgendem Link:

RESOLUTIONSVORSCHLAG SENIOREN-GENOSSENSCHAFTEN

  1. Öppe Alaaf

    *Lacht sich kaputt*

    Mittlerweile muss man in der DG also die Nachbarschaftshilfe mit der Stechuhr einführen?

    Liebe Rentner in der DG, ist es wirklich so schlimm bestellt, dass man eine Vivant Fraktion braucht, um die gegenseitige Hilfe wieder einzuführen? Und das ganze im Rahmen einer Verwaltung organisiert, die Stundenkonten führt? (Haben Sie eigentlich Platz für eine Stechuhr?) Und werden die Stundenguthaben vererbt?

    Verstehen Sie mich bitte richtig: Ich mache mich nicht lustig über Sie, sondern ich bin erschreckt, wie weltfremd der Vorschlag von Vivant zu sein scheint. Ist Nachbarschaftshilfe und gegenseitige Führsorge nicht ein gesellschaftliches Gut, dass nicht gegeneinander verrechnet werden soll? Steht das nicht genau so in der Bibel?

    Was sind das für Leute, die unsere „westlichen Werte“ nach japanischen Modellen organisieren wollen? Mentale Migranten?

    • Öppe Alaaf

      Rüstige Rentner wird es immer geben, aber Vivant wird sich gerade bewusst, dass man dem König erklären muss, man habe morgens die Sonne mit der Stange ans Firmament geschubst, damit man Förderung erhält.

      • R.A. Punzel

        @Öppe Alaaf: Die Sache mit der Sonne morgens schubsen, ist seit der Ägyptischen Zivilisation geklärt. Nein, jetzt geht es drum, die Finanzierung des Mann im Mondes, der tagtäglich, dazu ehrenamtlich, bei Einbruch der Dunkelheit im Mond das Licht anmacht, zu klären. Inzwischen vergisst er sogar manchmal tagsüber den Schalter zu kippen.

        Es wird Zeit ihn in Rente zu schicken, als Ersatz schlage ich KHL vor: So bleibt dieser zumindest nicht nur den Österreichern, Ostbelgiern und ihn sonst alle noch Liebhabenden evtl. einige Zeit, zwar verstaubt, aber immerhin erhalten.

  2. Na ja, vielleicht ist sowas auf urbanem Gebiet sinnvoll wegen der vorhandenen Anonymität und es keine „echten“ Nachbarn gibt. Aber in der DG? Meiner Erfahrung nach ist das auf dem „platten Land“ eigentlich nicht vonnöten. Da funktioniert die Nachbarschaftshilfe doch noch ohne „Zeitguthaben oder „Stundenkonto“, oder wie man das sonst umschreiben mag. In der Eifel zumindest besteht schon eine gut organisierte Institution, welche sich Stundenblume nennt.Aber, wie gesagt, ein Versuch ist es möglicherweise wert. Mangels Interesse kann man es so wie so dann einstellen.

  3. Standpunkt

    @öppe alaaf:
    also wie kann man ein Projekt schon so negativ beurteilen.
    Die Gesellschaft hat sich verändert. Wer macht denn noch etwas ehrenamtlich? Man sieht es besonders in den Vereinen. Da sucht man vergeblich Leute die ehrenamtlich helfen.
    Wer hat denn noch Zeit. Das Wort Stress ist in aller Munde. Alles dreht sich doch nur noch ums Geld.

    Solch eine Form mit dem Zeitguthaben für eine geleistete Arbeit gibt es doch schon in St. Vith. ich weiss jetzt nicht wie die Organisation heisst. aber genau dort kann jeder (nicht nur Senioren) Mitglied werden und Hilfe anbieten sei es Fahrdienst, Betreueung der Kinder, Rasenmähen,Schulhausaufgaben, Bügeln, Kochen,Reperaturen am Haus…oder einfach nur sich mal Zeit für den anderen nehmen. Die Zeit wird einem gutgeschrieben und es besteht die Möglichkeit dieses guthaben bei anderen Mitgliedern einzulösen.

    Das Projekt wird sehr positiv aufgenommen. Es handelt sich ja nicht nur um Nachbarschaftshilfe sondern um in einem grösserern Gebiet Hilfe anzunehmen und zu geben.
    Davon kann jeder profitieren und finanziell wird man nicht belastet.

    • Öppe Alaaf

      Da Projekt mag ja gut gemeint sein, aber stellen Sie sich den Verwaltungsaufwand vor, die Stundenkonten zu erfassen und die Guthaben vor Missbrauch zu schützen?

      Ja, ich bin bei Ihnen, irgendwas läuft schief in der Gesellschaft, wenn sich alles nur um Geld dreht…muss sich also Nachbarschaftshilfe, Freundschaft und Mitgefühl unter Menschen nun also logischerweise auch mit Geld aufwiegen lassen?

      …weil die Generation, die alles mit Geld aufwiegt nun plötzlich merkt, dass sie selbst im Alter aufgeschmissen ist mit diesem geldgeilen Gehabe? (Was übrigens bei den Moslems in der Regel der Kritikpunkt an unserer Gesellschaftsform ist, aber bitte jetzt keine Diskussion hierüber.)

      Sie sind ja selbst auch schon so einer, …ich habe doch lediglich gesagt, dass ich es bescheuert finde, dass diese Form des gesellschaftlichen Miteinanders mittlerweile auch mit Geld quantifiziert werden darf. Werfen Sie es mir also vor, wenn ich es einen Irrweg finde, wenn Menschen für Einkäufe machen oder Begleitung zum Arztbesuch nun also auch noch Geld (denn mehr ist die Quantifizierung von Dienstleitung nicht) bekommen.

      Sie beklagen, dass keine Ehrenamtlichen mehr tätig sind und kritisieren mich, weil ich gegen die Monetarisierung von Nachbarschaftshilfe bin. Halten Sie das für logisch? Ich prangere ein Gesellschaftliches Problem an und Sie empfehlen die konsequente Verstärkung des Problems, weil keine Ehrenamtlichen da sind? …Hallo? Zeitmarken für Ehrenamtliche sind eine Form der Bezahlung. Welcher neoliberale Hedomat hat Sie denn beflüstert?

      Sollen diejenigen, die beim Nachbarn den Rasen mähen oder der Dame nebenan die Taschen im Delhaize holen, demnächst dafür einen Sodexo-Schein bekommen? Und bei denen Frust erzeugen, die nicht bezahlt werden wollen? Wollen Sie den Schein versteuern, weil zwischen Ansparen und Ausgeben wegen der Zeitkomponente ein Produktivitätsgewinn verzeichnet werden kann? (Der Staat ist kreativ :) LACHHAFT, lieber Standpunkt.

      Die Quantifizierung des gesellschaftlichen Miteinanders, …ein neuer Markt für die Zukunft. Baudimont jubelt über soviel Idiotie!

      • R.A. Punzel

        @Öppe Alaaf: Wenn dieser Kommentar Ihrer augenblicklichen Verfassung entspricht, gehe ich davon aus, dass Sie glauben über genügend Mittel zu verfügen, um Ihr Dasein bis ans Ende der Post-Apokalypse zu „überleben“?

        • Öppe Alaaf

          Ich habe Freunde, Familie, Kinder, gute Nachbarn…und wir helfen uns gegenseitig. Das sind Mittel, die auf sozialem Gefüge beruhen. Keine Ahnung, was sie in Geld wert sind. Das übersteht auch Ihre „Post-Apokalypse“ besser als jedes Rentenkonto, glaube ich. „Intangible Assets“ ;)

          Ich werde eine Rente bekommen, von der ich nicht weiss, ob sie reicht. (Wobei ich mich hier fragen muss, was „reichen“ heissen würde. Das hängt stark mit „was sind meine Ansprüche“ zusammen.) Fehlendes soziales Gefüge mit Geld zu errreichen ist teuer. Da sind die Ü65 von heute den Ü40 von heute Meilen vorraus. …ich habe den Verdacht, dass die Inititive von den Rentnern von morgen kommt, nicht von den Rentnern von heute.

  4. Endlich mal ein konstruktiver und positiver Vorschlag von Vivant. Bravo, meine Herren, weiter so! Ich könnte mir Balter glatt als Minster vorstellen, wenn er nicht jedes Mal mit der Geld- und Zinspolitik kommen würde.

    • Meyer Joseph

      @Elio
      Erlauben Sie eine Frage: Haben Sie Sich jemals ernsthaft mit unserem „Kreditgeld-System“ beschäftigt? Ich reagiere auf Ihre Anmerkung, weil ich den Meinung bin, dass Sie Sich niemals so äußern würden, wenn Sie tatsächlich wüßten, wie sehr wir alle, d.h. die „90%“, von den „1%“ Plutokraten ausgebeutet werden!

      • R.A. Punzel

        Werter Herr Dr. Joseph Meyer,

        dass die Zeit nicht nur Spuren, sondern auch narben hinterlässt, dürfte Ihnen als ehemaliger Chirurg wohl nicht nur bekannt sein. Ihr Engagement in Ehren, aber glauben Sie wirklich daran, dass die Vivant-Partei, mit diesen Argumenten à la „„Kreditgeld-System““, „von den „1%“ Plutokraten ausgebeutet werden“, den bodenbeständigen Ostbelgier hinter dem Ofen locken wird? Ihre erste angezettelte „Revolution“ vor dem St.Vither Rathaus ist auch gescheitert (leider). So, nun mal Futter bei die Fisch: Ein Losheimer Unternehmer und ein pensionierter Chirurg wollen die unterwanderte, korrupte Politiker-Clique der „Ostbelgischen Kantone“ zur Vernunft (Raison, wie der Eifeler sagt) bringen. Da wiehern sogar die Hühner.

        Ihren Ehrgeiz in Ehren, Herr Dr. Meyer, aber genießen Sie doch lieber, die Ihnen hoffentlich noch lange verbleibende Lebenszeit, nach dem Motto:

        Nach uns die Sintflut,

        und der Herr sah, dass es gut war.

  5. Standpunkt

    @öppe allaf
    Mein Gott was für eine aggressive Antwort nur weil ich mir selber ein Frage stelle wieso jemand so gegen einen Projektvorschlag sein könnte.
    Wie schreiben sir: „. Welcher neoliberale Hedomat hat Sie denn beflüstert“ Ich danke Gott das ich trotz meines erfolgreichen Studiums diese Worte ganz einfach nicht vertehe. Es gibt noch einige unverständliche Sätze in ihrem Kommentar. Man spürt regelrecht die Agressivität in ihren Worten. Denn auch Worte sind eine Form von Energieübertragung (positiv sowie negativ).
    Auch ich bin dankbar über meine Familie, Kinder, Freunden und Nachbarn.
    Aber ich weiss auch , dass man nicht unentwegt andere um Hilfe bitten kann ohne Gegenleistung. Da könnte jemand sehr schnell ausgenutzt werden.
    Es gibt leider Gottes in unserer Gesellschaft viele einsame Personen , die nicht die Möglichkeit haben auf gute Nachbarn, Kindern, Freunden zurückgreifen zu können.
    Und ich finde wenn Politiker auch für diese Personen in irgeneiner Form sich einsetzen einfach toll.
    Ehrenamtlich sind alle in meiner Familie tätig.
    Meine Nachbarin verfügt über kein Auto, hat keine Kinder . Gerne fahre ich sie zum Arzt oder zur Bank, zur Apotheke… oder sonstiges…. Auch wenn ich nichts dafür haben möchte, möchte sie einfach garnicht immer wie sie sagt andere belästigen. Sie strickt dann mir mal die guten alten Socken, bringt mal hier und da Selbstgeckenes rüber…
    Was ich damit sagen möchte , dass diese Form der Gegenleistungen befriedigend, und glücklich machen könnte. Das Leben ist ein Geben und Nehmen. Ich würde meine Nachbarin verletzten wenn ich nicht auch ihre Dankbarkeit oderHilfsbereitschaft annehmen würde. Sie freut sich wenn jemand sich auch mal die Zeit für sie nimmt um ein Kläffchen zu halten.
    Und um diese Hilfsbereitschaft in einem grösseren Gebiet ermöglichen zu können finde ich den Vorschlag von Vivant sehr gut. In der heutigen medialen Welt ist so eine Plattform gut realisierbar ohne eine unübersehbare Verwaltung zu haben.
    In St.Vith gibt es diese Form von Zeitguthaben schon. Leider weiss ich weder Namen noch Adresse.

  6. Meyer Joseph

    @Öppe Alaaf
    Kann es sein, dass sich Ihre Aggressivität mehr gegen die Vivant-Fraktion als gegen die vorgeschlagenen Seniorengenossenschaften in der DG richtete – aus Gründen der Parteiräson? Nun ja, hoffentlich nicht.

    Zum Thema:
    Was kann man denn vernünftigerweise gegen Genossenschaften einwenden? Eine zentrale Anlaufstelle bringt Menschen zusammen, mit dem gleichen Anliegen zwecks positiver Zusammenarbeit…hier junge und jüngere Menschen mit den Senioren. @Standpunkt hat es sehr gut formuliert: „… um diese Hilfsbereitschaft in einem größeren Gebiet ermöglichen zu können finde ich den Vorschlag von Vivant sehr gut. In der heutigen medialen Welt ist so eine Plattform gut realisierbar ohne eine unübersehbare Verwaltung zu haben…“

    Dazu in Deutschland 2 Initiativen:

    http://seniorengenossenschaft.info/startseite/
    http://www.sms.sachsen.de/seniorengenossenschaften.html

    • Öppe Alaaf

      Ich bin innerhalb der DG parteilos, Herr Meyer

      Ich bin nicht gegen Vivant oder gegen das Projekt. Möge die Genossenschaft gelingen, ich halte es für Augensalbe.

      Aber ich bin vollkommen gegen den Fehlanreiz, den ein solches Projekt sendet!

      Viele Menschen beklagen, dass in unserer Gesellschaft nur noch das Geld und der Egoismus zählt. Es mag sein, dass ein solches Projekt anscheinend Erfolge dagegen verspricht, indem ein Anreiz gesetzt wird, Dienstleistungen zu tauschen. Doch worin liegt dieser Anreiz?

      Wir haben hier schon viel über Geld diskutiert, Herr Meyer, aber ist ein Hilfe-Scheck nicht auch eine Form von Geld? Das Problem ist doch, dass ein Gefallen nicht mehr ein Gefallen ist, der selbstlos ist und von Herzen kommt, sondern eine mathematische Größe wird, die in „Hilfe-Scheck“ übertragen werden kann. Wenn damit also Menschlichkeit gemessen werden kann, warum dann nicht gleich dem Scheck einen Euro-Wert zuordnen und auszahlen? Finden Sie idiotisch? Erklären Sie mir, was an dem Projekt anders ist?

      Wird der Gesellschaft nicht ein „Gutmenschen-Konto“eröffnet, dass den Gutmenschen ad Absurdum führt? DAS, Herr Meyer, sehe ich als Fehlanreiz. Wir sollten uns besinnen und Dinge tun, von denen wir uns keine Gutscheine erwarten, sondern weil sie tief in uns verwurzelt sind. Über alle Religionen und Parteien hinweg! Barmherzigkeit predigen alle Religionen der Welt, aber irgendwie kommt am Ende immer „Messung von Gegenseitigkeit“ heraus. DAS sollten wir ändern, nicht die Messung verfeinern. …oder googlen Sie unter Amazon nach dem Wert des Weines, den ihr Nachbar zum Essen mitbrachte ;)

      Und wenn wir dann wieder Barmherzigkeit gelernt haben, dann erübrigt sich die Frage, was Barmherzigkeit kostet und warum die Gesellschaft nicht Barmherzig sein soll, oder?

      • Reiner Mattar

        Hier bin ich ganz Ihrer Meinung! Nachbarschaftshilfe anstoßen, am besten generationsübergreifend, das ist/wäre sicher eine gute Idee! Oft braucht es nur einen kleinen Anstupser, um so etwas auf den Weg zu bringen.
        Aber: Bitte, bitte ohne Abrechnung von Stunden, ohne ein wie auch immer geartetes Konto! Ich bin heute rüstig, helfe beim Rasenmähen und gebe Nachhilfeunterricht (als Beispiel). In dieser Woche habe ich schon 4 Stunden „erwirtschaftet“ (ein bisschen dreht sich mir der Magen um, wenn ich das schreibe), morgen erleide ich einen Herzinfarkt, bin selber auf Hilfe angewiesen. Da ich aber nur 4 Stunden auf „meinem Konto“ habe, verabschiedet sich die Genossenschaft nach 4 Stunden von mir… Das ist es, was Vivant will? Um Himmels Willen!
        Noch eine letzte Bemerkung kann ich mir nicht verkneifen: Auch bei einem Resolutionsvorschlag im Großdorf DG sollte man meiner Meinung nach ein bisschen auf korrektes Deutsch achten…

  7. Baudimont

    Die Senioren-Genossenschaft ist der freiwillige Zusammenschluss Mehrerer Senioren und ist nicht zwanghaft wie die steuerlich finanzierte staatliche Systeme der „Pflicht“ Sozialversicherung. Viel Steuern bezahlt und die Leistung des staatliche Sozialversicherung ist so miserabel dass Jeder muss für sich selbst mit wenig (Ersparte) Geld auskommen.
    Die gegenseitige Hilfe ist ein Option wann Alters­armut; ist beim Rentnern angesagt.

  8. Bow ey, kalter Kaffee wenn man bedenkt wie unsere „Alten“ nach dem Krieg klar kommen mussten.
    JA!! Natürlich ist Nachbarschaftshilfe einfach genial, aber brauch ich eine Internetplattform oder eine Verwaltung um solche „Deals“ mit meinen Nachbar zu schließen?
    Wenn man noch nicht einmal das auf zwischenmenschlichen Ebene geregelt bekommt, … Dann muss man bestimmt gleich auch noch diese Dienst, genau wie bei der Jugendarbeit, vom Ministerium prüfen und überprüfen lassen … Stichwort „Aufwertung des Ehrenamts“… weil man ja sonst in der ILLEGALITÄT arbeitet (sprich „Schwarzarbeit“)
    Die Politik schafft es immer wieder funktionierende Systeme kaputt zu machen … natürlich alles nur zu unserem WOHLE!

  9. Meyer Joseph

    @Öppe Alaaf @Reiner Mattar @Hotte
    Also, ich verstehe nicht, wo das Problem sein soll! Die vorgeschlagene Seniorengenossenschaft ist eine – freiwillige, danke Frau Baudimont – Solidargemeinschaft von Menschen, wobei die Begrenzung durch den Raum und durch die Zeit überwunden wird. Hinzu kommt die Förderung von Generation übergreifenden Kontakten. Die Genossenschaft bietet die Anlaufstelle um die Menschen und die Bedürfnisse zusammen zu bringen. Das „Tauschmittel“ ist hier nicht „Geld“ sondern „Zeit“. Ich finde die Idee genial! Gerade heute, wo wir, bzw. unsere Politiker, den Plutokraten („Systembankern“) erlaubt haben uns mit ihrem privaten Kreditgeld zu strangulieren – siehe das EU – Spardiktat wenn es sich um soziale Belange handelt, deutlich erkennbar z.B. an der Geriatrie-Abteilung am Krankenhaus in Eupen, aber sowieso auch am Personalmangel in allen Krankenhäusern und Alten- und Pflegeheimen. Indem die Mitglieder der Genossenschaft ihre „Zeit“ als Tauschmittel einsetzen, umgehen sie das Strangulationsmittel der Plutokraten…
    Tja, wir hätten eine ganz andere Gesellschaft, wenn der Staat (d.h. wir Alle, oder nicht?!) sich wieder das Sagen über die Geldschöpfung von den Plutokraten zurück holen würde…z.B. wären dann Altersarmut und überhaupt Armut abgeschafft, – und ohne irgendeine „Barmherzigkeit“, herrjemine, jeder Mensch hat auf Grund seiner Existenz ein RECHT darauf, Menschen würdig zu leben! – aber von einem Geldschöpfungsmonopol zu Gunsten der öffentlich-rechtlichen Dienstleistungen und zu Gunsten der Bevölkerung wollen ja offensichtlich immer noch die Meisten von uns Nichts wissen, schade!

    • Baudimont

      @ Herr Meyer, wir hätten eine ganz andere Gesellschaft, wenn jeder das Recht hätte, Güter oder Dienstleistungen aller Art zu gegenseitig vereinbarten Bedingungen herzustellen, zu kaufen oder zu verkaufen. Wenn es keine Verbote gäbe gegen opferlose Verbrechen, Preiskontrollen, staatlichen Eingriffe in die Wirtschaft usw.“

    • Ich bin ja nicht dagegen, ich sage nur, dass man dafür keinen „Zwischenhändler“ oder eine Tauschwährung braucht. Man kann einfache Ideen auch kompliziert umsetzen …

    • @ Joseph Meyer NOCH sehe ich keinen Bedarf, Ähnliches zu gründen, allerdings sollte man diese Idee nicht aus den Augen verlieren, da unsere Gesellschaft leider kälter als besser wird. In 10 Jahren dürften wir nicht mehr allzu weit davon entfernt sein

  10. Öppe Alaaf

    Herr Meyer, das Tauschmittel ist nicht Zeit, sondern die Handelsware ist Zeit. Das Tauschmittel ist „Gutschein“ (…und der will verwaltet werden.) Der Gutschein quantifiziert Handelsware. (Und wird damit zu einer Form von Geld.)

    „Zeit ist Geld!“ wird zu „Zeit ist Gutschein!“

    Ich bin ja nicht so der Link-Poster, aber wenn es Sie interessiert, wie ich das meine, kann man das in diesem Buch gut nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Schulden:_Die_ersten_5000_Jahre (Kernsatz: „…Indem es nicht mehr als Beziehung, sondern als eigenständiger Gegenstand betrachtet worden sei, habe Geld soziale Beziehungen korrumpiert….“

    ‚hab verstanden, dass Sie die Augensalbe genial finden. Wenn Sie auch verstanden haben, dass ich es als einen Fehlanreiz betrachte, ist, glaube ich, alles zwischen uns gesagt worden.

Hinterlasse eine Antwort

Desktop Version anfordern