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Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an den belgischen Geisterteilchen-Forscher Francis Halzen

06.10.2026, Italien, Turin: Der Physiker Francis Halzen zeigt in seinem Hotel ein Siegeszeichen, nachdem ihm für seine Beiträge zum Neutrino-Observatorium "IceCube" und zur Entdeckung hochenergetischer Neutrinos astrophysikalischen Ursprungs der Nobelpreis für Physik verliehen wurde. Foto: Luca Bruno/AP/dpa

In der Kälte der Antarktis fängt ein riesiger Eiswürfel Geisterteilchen ein. Zentrale Grundlagen dafür hat der diesjährige Nobelpreisträger für Physik geschaffen. Und der stammt aus Belgien.

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an den bergischen Teilchenforscher Francis Halzen (82) für entscheidende Beiträge zum Neutrino-Observatorium „IceCube“.

„Seine Hartnäckigkeit und wissenschaftliche Vision haben den Weg für eine neue Art der Astronomie geebnet“, sagte der Vorsitzende des Physik-Nobelkomitees, Mark Pearce.

Halzen, der an der Universität von Wisconsin in Madison forscht, erkannte demnach, dass sich das Eis am Südpol zur Verfolgung von Neutrinos – oft Geisterteilchen genannt – eignet.

09.03.2023, Belgien, Brüssel: Das von der Katholischen Universität Löwen (UCL) zur Verfügung gestellte Handout zeigt den Physiker Francis Halzen im Rahmen der Veranstaltung „Ein Jahrzehnt der Entdeckungen in der Hochenergiephysik“, die von der UCL in Zusammenarbeit mit anderen belgischen Universitäten organisiert wurde. Foto: Aurore Delsoir/UCLouvain/dpa

Seine Pläne präsentierte er erstmals 1988. Diese Vision und seine wissenschaftliche Führungsrolle seien von grundlegender Bedeutung für „IceCube“ gewesen – einen Kubikkilometer Eis, der mit Sensoren ausgestattet ist und 2011 fertiggestellt wurde.

Mit dem Observatorium können Forscher Neutrinos aus extrem energiereichen Prozessen im fernen Universum erfassen. „Francis Halzen hat ein internationales Team von Forschern und Ingenieuren angeführt, das uns mit einem fantastischen Instrument ausgestattet hat“, sagte Pearce.

– „Ein geisterhafter Bote aus dem Weltraum“: Neutrinos zählen zu den geheimnisvollsten Elementarteilchen. Im Mittel treffen pro Sekunde zehn Milliarden auf jeden Quadratzentimeter der Erdoberfläche. Sie sind jedoch recht scheue Gesellen: Sie treten mit gewöhnlicher Materie kaum in Wechselwirkung. Um die flüchtigen Partikel nachzuweisen, sind große Materiemengen nötig, die aus möglichst reinen Stoffen bestehen, die mit Neutrinos reagieren können. Ein solcher Stoff ist beispielsweise Wasser – im Eis der Antarktis liegt es in großen Mengen in ausreichend reiner Form vor.

Reagiert ein Neutrino – was selten vorkommt – mit einem Wassermolekül, so entstehen elektrisch geladene Teilchen, die mit nahezu Lichtgeschwindigkeit durch das Eis rasen und dabei Licht aussenden, die sogenannte Tscherenkow-Strahlung.

06.10.2026, —: Das „IceCube“-Labor an der Amundsen-Scott-Südpolstation im Jahr 2017 bei Sonnenuntergang. Foto: Martin Wolf/IceCube/NSF/dpa

Nach diesem Licht suchen die Forscher mit „IceCube . Seine Kantenlänge beträgt einen Kilometer. Mehr als 5.000 Lichtverstärker haben die Physiker des «IceCube»-Projekts dort versenkt. So können sie Tscherenkow-Licht nicht nur einfangen, sondern auch die Richtung bestimmen, aus der es kommt – und damit auch die Herkunftsrichtung der Neutrinos.

Die von der Anlage entdeckten Wechselwirkungen könnten Erkenntnisse zu den Ursprungsbedingungen der hochenergetischen Neutrinos liefern und kosmische Phänomene enthüllen, die bislang noch unbekannt seien, erklärte das Nobelkomitee.

– Derzeit in Italien: Der Preisträger hält sich derzeit in Italien auf. Es sei eine große Freude, von dem Preis zu erfahren, sagte Halzen, als er vom Nobelkomitee zur Preisbekanntgabe zugeschaltet wurde. Es fühle sich „seltsam“ an, den Nobelpreis zugesprochen zu bekommen.

Über seine Pläne für seinen großen Tag sagte der frisch gekürte Nobelpreisträger, er arbeite derzeit an einem wissenschaftlichen Antrag und hoffe darauf, dass der Preis die Chancen darauf erhöhe, dass dieser angenommen werde.

Halzen wurde 1944 in Tienen geboren. 1969 promovierte er an der Katholischen Universität Leuven. (dpa)

25 Antworten auf “Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an den belgischen Geisterteilchen-Forscher Francis Halzen”

  1. Gegenpols Kollege

    Ostbelgien hat mit Gegenpol bereits eine exzellente Physiker Truppe. Jetzt gewinnt ein Belgier den Nobelpreis. Vielleicht bekommt ihn auch irgendwann der DAX aus Raeren – mit dem Preisgeld könnte er dann die Internetpräsenz der Truppe einmal aufmöbeln.

    • Solange sich die Gegenpolpräsenz auf das Internet beschränkt und die werten Mitglieder ihren Quatsch weiterhin in die digitale Leere reinschreien sei ihnen einen Preis gegönnt. Ein Entertainment Preis wäre angebracht.

          • Alfons van Compernolle

            Bingo: Ich bin nun bei weitem kein Fan von DAX, aber bei dem einem oder anderen Kommentar hatte DAX recht und ich war seiner Meinung.
            Es gibt hier schlimmere Kommentatoren als DAX ! Die Reichweite von OBD ist in Ost-Belgien bzw. in der DG , auf wenige Leser rund Aachen und ganz wenigen Lesern
            in West- / Oost-Vlaanderen und der Wallonie , BEGRENZT.
            Die Berichterstattung ist sehr gut und soweit ich es beurteilen kann objektiv bei OBD , nur die Kommentartoren lassen hier und da leider zu Wùnschen ùbrig in und mit ihren Kommentaren.

          • Ich erkläre es Ihnen… Sie berufen sich auf Gegenpol-OSTBELGIEN und auf OSTBELGIEN Direkt und ich sage Ihnen dass die Reichweite in OSTBELGIEN von OSTBELGIEN Direkt sehr gross ist, oftmals grösser als die von GE und BRF, besonders bei jüngeren Menschen.

            • Alfons van Compernolle

              DAX: ich hatte vor ein paar Tagen an der UNI.-Gent eine Diskussion mit ein paar Professoren/innen welche da Journalistik unterrichten , 150 Studenten waren auch dabei. Ich habe sie auf Ost-Belgien Direkt aufmerksam gemacht.
              Auf der Leinwand erschien dann OBD und seine Kommentare RESULTAT :
              UNGLàUBLIGES Kopfschùtteln ùber diese Kommentare !

            • Alfons van Compernolle

              DAX: Ost-Belgien Direkt ist fùr OstBelgien wichtig , aber auch auf eben diese und ein paar Randgemeinden um Aachen begrenzt. In West-Vlaanderen und in Oost-Vlaanderen , selbst in weitenteilen der Wallonie spielt Ost-Belgien Direkt
              keine Rolle , ist dieses Presseorgan weitgehend unbekannt.
              Das gefàllt Ihnen nicht, ich weiss und verstehe es, es àndert aber nichts an den
              tatsàchlichen Gegebenheiten !

              • Ich schreibe weiter oben dass sich OD naturgemäß auf die DG beschränkt und Sie bekommen es nicht mit? Als wenn ich das nicht wüsste… 🤦‍♂️. Was Sie Studenten sonst so erzählen, als bekennender Linker, kann ich mir ausmalen. Die üblichen linken Märchen halt….

            • Dass jüngere Menschen mehr OD statt GE und BRF lesen sei mal dahingestellt als Ihre Behauptung. Dass Sie der Spezialist in Behauptungen sind ist ja weitgehend bekannt, aber zurück zum eigentlichen Thema. Die Reichweite. Sie haben meinen ersten Kommentar nicht verstanden und versteifen sich auf einen Aspekt, der in meinem Kommentar nur sekundär eine Rolle spielt. Ich kann Ihnen das auch gerne in Großbuchstaben niederschreiben oder es aufmalen, aber ich bin so erzogen worden, dass ich in einer Unterhaltung meinen Gegenüber nicht überheblich begegnen soll. Sie scheinen nicht so erzogen, wobei wir wieder bei meinem ersten Kommentar wären, denn Sie nicht verstehen. Sie verstehen nicht? Macht nichts…

              • …
                Sie haben meinen ersten Kommentar nicht verstanden und versteifen sich auf einen Aspekt, der in meinem Kommentar nur sekundär eine Rolle spielt.
                ….
                ////
                Nennt sich „verbales Rückzugsgefecht“ wenn man eine Kernaussage als „sekundär“ bezeichnet. Leugnen geht nicht mehr, also versucht man es klein zu reden. Schwache Vorstellung.

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