Der Monat November steht ganz im Zeichen der Cyberkriminalitätsprävention. Aus diesem Anlass informieren die Polizeizonen Eifel und Weser-Göhl im Laufe dieses Monats in vier Pressemitteilungen über verschiedene Formen der Cyberkriminalität sowie über wirksame Maßnahmen zum Schutz vor digitalen Betrugsdelikten.
In der ersten Mitteilung steht eine Betrugsmasche im Fokus, die in den vergangenen Monaten vermehrt festgestellt wurde: manipulierte Rechnungen durch gehackte E-Mail-Konten.
– Wenn die Rechnung korrekt aussieht, das Konto aber nicht: Cyberkriminelle entwickeln ihre Methoden stetig weiter. Eine Betrugsform, die zunehmend gemeldet wird, betrifft die Fälschung von Rechnungen.
Dabei verschaffen sich Täter Zugriff auf E-Mail-Konten und verändern unbemerkt die Rechnungen, die zwischen Unternehmen oder Privatpersonen und Dienstleistern ausgetauscht werden.
Besonders täuschend: Die Rechnung selbst bleibt unverändert. Lediglich die Bankverbindung wird durch die Kontonummer der Täter ersetzt. Wer die Rechnung bezahlt, überweist das Geld unwissentlich an die Kriminellen. Die Gefahr besteht sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen.
– Seien Sie misstrauisch bei geänderten Bankverbindungen: Besondere Vorsicht ist geboten, wenn auf einer Rechnung plötzlich eine neue Kontonummer erscheint oder ein bisher bekannter Zahlungsempfänger eine andere Bankverbindung verwendet. In solchen Fällen empfiehlt die Polizei:
- Vergleichen Sie die angegebene Bankverbindung mit früheren Rechnungen.
- Überprüfen Sie bestehende Zahlungsvorlagen in Ihrem Online-Banking.
- Kontaktieren Sie den Rechnungssteller bei Unstimmigkeiten direkt telefonisch über eine Ihnen bereits bekannte Telefonnummer und lassen Sie sich die Bankverbindung bestätigen.
- Vermeiden Sie eine Rückfrage per E-Mail, da möglicherweise auch das E-Mail-Konto des Rechnungsstellers gehackt wurde und die Täter somit die Kommunikation manipulieren könnten.
– Ein sicheres E-Mail-Konto ist der beste Schutz: Um zu verhindern, dass Unbefugte auf E-Mail-Konten zugreifen können, sollten insbesondere folgende Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt werden:
1. Starke und einzigartige Passwörter verwenden : Jedes Benutzerkonto sollte mit einem eigenen, langen und schwer vorhersehbaren Passwort geschützt werden. Wer dasselbe Passwort für mehrere Konten verwendet, riskiert bei einem Datenleck den Zugriff auf zahlreiche weitere Konten.
2. Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren: Wo immer möglich sollte die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert werden. Dabei reicht das Passwort alleine nicht mehr aus, um sich anzumelden. Zusätzlich wird ein zweiter Sicherheitsnachweis benötigt, beispielsweise:
- Ein Bestätigungscode auf dem Smartphone,
- eine Authenticator-App
- oder ein physischer Sicherheitsschlüssel.
Selbst wenn Kriminelle ein Passwort kennen, können sie ohne diesen zweiten Faktor nicht auf das Konto zugreifen.

Die Staatsanwaltschaft Eupen, die föderale Kriminalpolizei, sowie die Polizeizonen Eifel und Weser-Göhl geben Tipps in Sachen Cyberkriminalität. Foto: Bildagentur PantherMedia / NinaMalyna
3. Technische Unterstützung und Schutzmaßnahmen nutzen: Wer seine digitalen Konten und IT-Systeme bestmöglich schützen möchte, sollte bei Bedarf professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen. Insbesondere Unternehmen, aber auch Privatpersonen, können sich an einen qualifizierten Informatiker oder IT-Dienstleister wenden, um ihre Sicherheitsvorkehrungen überprüfen und verbessern zu lassen.
Dazu gehören unter anderem die Installation und regelmäßige Aktualisierung einer zuverlässigen Antivirensoftware, die Überprüfung der Sicherheit von E-Mail-Konten und verwendeten Geräten sowie die regelmäßige Installation von Sicherheitsupdates für Betriebssysteme und Programme.
Auch die Überprüfung der Netzwerksicherheit und die Einrichtung regelmäßiger Datensicherungen sind wichtige Bestandteile eines wirksamen Schutzkonzepts.
Gerade Unternehmen sollten ihre IT-Sicherheit regelmäßig überprüfen lassen, da ein kompromittiertes E-Mail-Konto nicht nur finanzielle Schäden verursachen, sondern auch Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner gefährden kann.
4. Was sollten Unternehmen im Verdachtsfall unternehmen? Stellt ein Unternehmen fest, dass sein E-Mail-Konto möglicherweise gehackt wurde oder Rechnungen manipuliert worden sein könnten, ist schnelles Handeln entscheidend.
In einem solchen Fall sollte unverzüglich ein qualifizierter IT-Dienstleister oder Informatiker kontaktiert werden, um den Vorfall zu untersuchen, den Zugang der Täter zu unterbinden und die betroffenen Systeme abzusichern. Betroffene E-Mail-Konten und Zugangsdaten müssen überprüft, Passwörter gegebenenfalls geändert und bestehende Zugriffsrechte kontrolliert werden.
Besonders wichtig ist es, auch an mögliche Empfänger manipulierter Rechnungen zu denken. Unternehmen sollten ihre Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner, die möglicherweise eine gefälschte Rechnung erhalten haben, umgehend warnen. Bereits versendete Rechnungen sollten überprüft und die darin angegebenen Bankverbindungen kontrolliert werden.
– Warnungen immer telefonisch aussprechen: Unternehmen sollten ihre Kunden und Geschäftspartner bei einem Verdacht direkt telefonisch kontaktieren und über die mögliche Manipulation informieren.
Eine Warnung per E-Mail ist in diesem Fall nicht ausreichend, da die Täter möglicherweise weiterhin Zugriff auf das betroffene E-Mail-Konto haben und auch diese Kommunikation manipulieren oder abfangen könnten.

Pressekonferenz mit Vertretern der Polizeizonen Weser-Göhl und Eifel und der föderalen Polizei sowie der Staatsanwaltschaft Eupen im Mai 2021 zum Thema Cyberkriminalität. Foto: OD
Auch Kunden und Privatpersonen sollten bei Unstimmigkeiten oder einem Verdacht den betreffenden Rechnungssteller direkt telefonisch kontaktieren. Dabei sollte ausschließlich eine bereits bekannte und vertrauenswürdige Telefonnummer verwendet werden, beispielsweise von einer früheren Rechnung oder der offiziellen Internetseite des Unternehmens.
Eine Rückfrage oder Warnung per E-Mail sollte in solchen Fällen unbedingt vermieden werden.
– Online-Betrug melden: Wer Opfer eines Online-Betrugs geworden ist oder einen entsprechenden Verdacht hat, sollte dies unverzüglich der Polizei melden. Cyberkriminelle setzen immer häufiger auf technische Hilfsmittel und automatisierte Angriffe. Umso wichtiger ist es, grundlegende Sicherheitsmaßnahmen konsequent umzusetzen. Bereits ein kritischer Blick auf eine geänderte Kontonummer oder die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung kann helfen, erhebliche finanzielle Schäden zu verhindern.
Merke: Bei einer verdächtigen Rechnung oder einer geänderten Bankverbindung gilt immer: Erst telefonisch überprüfen, dann bezahlen! (cre)
