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„Faire Woche 2026“ in Ostbelgien: Bildung als Schlüssel zu mehr Gerechtigkeit [Fotogalerie]

Schülerinnen der Kunstklasse (4. Jahr) des RSI stellen ihr Projekt zur "Fairen Woche" vor. Foto: Helmut Koch

Mit einer Veranstaltung im Animationszentrum Ephata in Eupen ist am Donnerstagabend die „Faire Woche 2026“ in Ostbelgien eröffnet worden. Unter dem Motto „Gemeinsam die Vielfalt des Fairen Handels entdecken!“ standen das diesjährige Jahresprojekt der Weltläden, die Lebensbedingungen benachteiligter Kinder auf den Philippinen und die Bedeutung bewusster Kaufentscheidungen im Mittelpunkt.

Das Jahresprojekt der ostbelgischen Weltläden unterstützt die Arbeit der Aktion Wasserbüffel auf den Philippinen. Dort erhalten Kinder aus benachteiligten Familien durch Bildungsangebote neue Perspektiven. Kathie Range stellte die Arbeit vor Ort vor.

Neben einer Samstagsschule, in der die Kinder lernen und eine vollwertige Mahlzeit erhalten, gibt es inzwischen zwei sogenannte Lern-Hubs. In diesen Lernzentren unterstützen Mütter aus dem Viertel die Kinder bei den Hausaufgaben, helfen bei alltäglichen Problemen und vermitteln zwischen Eltern und Lehrern. Bildung sei eine entscheidende Voraussetzung, um jungen Menschen bessere Zukunftschancen zu eröffnen.

Das Projekt der Kunstklasse (4. Jahr) des RSI. Foto: Helmut Koch

Wie sich die Lebenswelt der Kinder auf den Philippinen kreativ vermitteln lässt, zeigten die Pfadfinderinnen der Einheit Maria Goretti.

Die elf- bis 14-Jährigen hatten sich mit den Lebensbedingungen ihrer Altersgenossen beschäftigt und gestalteten Freundschaftsarmbänder, Glücksbringer und Bilder als Zeichen der Verbundenheit. Zudem studierten sie einen Tanz ein, den sie gemeinsam mit den Kindern auf den Philippinen aufführen möchten.

Auch eine Kunstklasse des vierten Jahrgangs des Robert-Schuman-Instituts beteiligte sich an der Aktion. Unter der Leitung von Anne Lausberg setzten sich die Schüler mit Vielfalt, Fairness, Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein auseinander. Sie gestalteten Kartons, die auf einer Seite ein Schriftbild zum Thema Vielfalt und auf der anderen ein Selbstporträt zeigen. Als Inspiration diente jeweils ein Gegenstand, den die Jugendlichen in einem Weltladen ausgewählt hatten.

Die Eupener Schöffin Caroline Völl (l) und DG-Ministerin Lydia Klinkenberg (r). Foto: Helmut Koch

Die Bedeutung des fairen Handels für die Region unterstrich Sozialministerin Lydia Klinkenberg. Fairer Handel sei mehr als ein wirtschaftliches Modell und stehe für Respekt, Partnerschaft und Verantwortung. Hinter den Produkten stünden Menschen, Familien und Gemeinschaften, die auf faire Arbeits- und Handelsbedingungen angewiesen seien. Die Weltläden in Ostbelgien bieten nach Angaben von Martha Orban-Kerst insgesamt 111 Produktgruppen aus 61 Ländern des globalen Südens an.

Auch die Fairtrade-Gemeinden Eupen und Raeren stellten ihre Initiativen vor. Die Eupener Schöffin Caroline Völl verwies auf den Kleidertauschbasar der JCI Eupen, der aus einem Fairtrade-Projekt der Stadt hervorgegangen ist. Damit wird auch auf die ökologischen Folgen aufmerksam gemacht, die entstehen, wenn große Mengen gebrauchter oder minderwertiger Kleidung aus Europa in Länder des globalen Südens gelangen. Bei einem Quiz zum fairen Handel wurden zudem 50 Gutscheinhefte verlost, die bei Fairtrade-Partnern in Eupen eingelöst werden können.

Mädchen der Pfadfindereinheit Maria Goretti stellten ebenfalls ihr Projekt zur „Fairen Woche 2026“ vor. Foto: Helmut Koch

In Raeren setzt die Gemeinde unter anderem auf Bildungsarbeit in den Schulen. Schöffe Tom Simon berichtete von spielerischen Aktionen, bei denen Kinder dazu angeregt wurden, ihre Konsumgewohnheiten zu hinterfragen. Am Beispiel von Bananen lernten sie, beim Einkauf auch auf Fairtrade-Kennzeichnungen zu achten. Außerdem wurden die Hinweisschilder auf den Fairtrade-Status der Gemeinde an den Ortseinfahrten besser sichtbar angebracht.

Für die musikalische Umrahmung des Abends sorgte Pianist Stefan Pitz mit bekannten klassischen Melodien. Bei fair gehandelten Getränken und kleinen Häppchen klang die Auftaktveranstaltung aus. Sie machte deutlich, dass fairer Handel nicht allein eine Frage des Einkaufens ist, sondern auch mit Bildung, Nachhaltigkeit und Verantwortung gegenüber den Menschen im globalen Süden verbunden ist. (cre)

Nachfolgend eine FOTOGALERIE mit Bildern von Fotograf Helmut Koch von der Auftaktveranstaltung zur „Fairen Woche 2026“ im Animationszentrum Ephata in Eupen am Donnerstagabend (Zum Vergrößern Bild anklicken):

 

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