Zwischen 30.000 und 50.000 Menschen haben am Freitag, 9. Oktober, in Brüssel am nationalen Protesttag teilgenommen. Während die Polizei von rund 30.000 Demonstrierenden ausging, bezifferten die Gewerkschaften die Teilnehmerzahl auf bis zu 50.000.
Aufgerufen hatten die Gewerkschaften ABVV/FGTB und CSC, um gegen die sozial- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Föderalregierung zu protestieren. Im Mittelpunkt standen die geplanten Sparmaßnahmen und ihre möglichen Auswirkungen auf die Kaufkraft, die Arbeitsbedingungen und die soziale Sicherheit.
Der Demonstrationszug setzte sich am späten Vormittag im Zentrum der Hauptstadt in Bewegung und führte in Richtung Südbahnhof. Zahlreiche Teilnehmer trugen rote Gewerkschaftsjacken, schwenkten Fahnen und machten mit Transparenten auf ihre Forderungen aufmerksam.

09.10.2026, Belgien, Brüssel: Bei einem landesweiten Protesttag mit Demonstration gegen die Haushaltsmaßnahmen der Regierung unter dem Motto „Hände weg von unseren Taschen!“ haben Demonstranten Leih-Fahrräder in Brand gesetzt und damit ein Feuer entfacht. Daneben hält ein Demonstrant ein Schild mit den durchgestrichenen Buchstaben „MR“ (Mouvement Réformateur). Foto: Dirk Waem/Belga/dpa
Die Gewerkschaften kritisieren, dass die geplanten Reformen insbesondere Arbeitnehmer und Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen belasten könnten. Sie fordern, die soziale Absicherung zu gewährleisten und die Folgen der Sparpolitik nicht einseitig auf die Bevölkerung abzuwälzen.
Während die organisierte Gewerkschaftskundgebung nach Angaben des belgischen Senders BX1 weitgehend friedlich verlief, kam es am Rande der Demonstration zu gewaltsamen Zwischenfällen. In der Umgebung des Brüsseler Südbahnhofs und weiterer zentraler Bereiche suchten teilweise vermummte Personen die Konfrontation mit der Polizei. Dabei wurden Gegenstände und Feuerwerkskörper geworfen und Fahrräder sowie andere Gegenstände in Brand gesetzt. Die Einsatzkräfte reagierten unter anderem mit Wasserwerfern und Tränengas. Nach Angaben der Polizei standen die für die Ausschreitungen Verantwortlichen nicht mit der organisierten Gewerkschaftskundgebung in Verbindung.
Mit dem nationalen Protesttag wollten die Gewerkschaften ein deutliches Zeichen gegen die geplante Regierungspolitik setzen. Sie kündigten an, ihren Widerstand gegen Maßnahmen fortzusetzen, die aus ihrer Sicht die Kaufkraft und die soziale Sicherheit gefährden. (cre)
Nachfolgend noch einige Bilder vom nationalen Protesttag in Brüssel:



