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„Größte Geldschlacht aller Zeiten“ – Worum geht es beim Streit um EU-Haushalt? [Fragen & Antworten]

19.06.2026, Belgien, Brüssel: Emmanuel Macron (l), Präsident von Frankreich, kommt zu den Beratungen beim EU Gipfel, dem Treffen der Staats- und Regierungschefs. Foto: Michael Kappeler/dpa

Geld für Bauern, Erasmus und Europas Verteidigung kommt aus dem gemeinsamen Haushalt der EU. Wie das Budget in den kommenden Jahren aussehen soll, darüber gibt es heftigen Zoff. Worum geht es genau bei der „größten Geldschlacht aller Zeiten“, wie „Bild“ am Donnerstag titelte?

Wofür gibt die EU in den kommenden Jahren wie viel Geld aus? Bei einem Gipfeltreffen in Brüssel an diesem Donnerstag diskutieren die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten über die langfristige Haushaltsplanung für die Jahre ab 2028. Dabei geht es darum, wie viel nach Brüssel fließt – und um die politischen Schwerpunkte der EU bis Mitte des nächsten Jahrzehnts. Fragen und Antworten.

– Was ist der langfristige EU-Haushalt? Die EU-Mitgliedsstaaten haben einen gemeinsamen Haushalt, den sogenannten Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR), der jeweils für sieben Jahre aufgestellt wird. Aus diesem riesigen Budget werden zahlreiche EU-Projekte finanziert – beispielsweise die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), gemeinsame Verteidigungsbeschaffung, EU-Katastrophenhilfe, Förderung für strukturschwache Regionen und auch das Austauschprogramm Erasmus. Der laufende Etat von 2021 bis 2027 umfasst rund 1,2 Billionen Euro.

15.10.2026, Belgien, Brüssel: Die Flaggen sind aufgestellt zum EU-Gipfel, dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten mit den Beratungen über die Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft, den nächsten langfristigen EU-Haushalt und den Stand bei den EU-Erweiterungsverhandlungen beraten im Europagebäude. Foto: Michael Kappeler/dpa

– Wie wird er finanziert? Finanziert wird der Etat überwiegend aus Zahlungen der Mitgliedstaaten. Die Höhe richtet sich nach dem Bruttonationaleinkommen. Als größte Volkswirtschaft der EU zahlt Deutschland absolut den mit Abstand größten Beitrag. Bislang hat die Bundesrepublik aber nicht infrage gestellt, dass sie die höchsten nationalen Beiträge leisten muss, denn sie profitiert als großes Exportland auch am meisten vom gemeinsamen Binnenmarkt. Andere sogenannte Nettozahlerstaaten sind zum Beispiel Österreich, Schweden, Finnland, Dänemark und die Niederlande. Sie zahlen unter dem Strich mehr in den Topf ein, als sie wieder herausbekommen. Daneben sind sogenannte Eigenmittel eine Einnahmequelle für den EU-Haushalt, die direkt nach Brüssel fließen – etwa Zölle auf Einfuhren aus dem außereuropäischen Ausland. Belgien ist Nettoempfänger.

– Warum gibt es Streit? Aktuell wird über den neuen MFR für die Jahre 2028 bis 2034 gerungen. Die EU-Kommission schlägt einen Umfang von 1,985 Billionen Euro in laufenden Preisen vor. Auch weil die nationalen Kassen leer sind, finden die Nettozahler das viel zu hoch.

– Wie ist der aktuelle Stand? Vergangene Woche hat der derzeitige EU-Vorsitz Irland einen neuen Kompromissvorschlag für den Umfang des Budgets vorgelegt. Das Konzept sieht vor, den nächsten Etat gegenüber dem ursprünglichen Vorschlag der EU-Kommission um rund 159 Milliarden Euro zu kürzen, auf rund 1,826 Billionen Euro in laufenden Preisen. Der deutsche Kanzler Merz weist es wegen zu geringer Kürzungen als inakzeptabel zurück, noch dazu sind die Streichungen aus seiner Sicht nicht an den richtigen Stellen vorgesehen.

23.10.2025, Belgien, Brüssel: Antonio Costa (M), Präsident des Europäischen Rates, spricht mit dem deutschen Kanzler Friedrich Merz (r) und Premierminister Bart De Wever (Mitte r) während des EU-Gipfels. Foto: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa

Besonders stark reduziert würden gegenüber dem Kommissionsvorschlag jene Töpfe, aus denen künftig eigentlich mehr Geld für Wettbewerbsfähigkeit, Forschung, Verteidigung sowie Außen- und Entwicklungspolitik fließen sollte. Auch die anderen Nettozahler sind nicht glücklich. Dagegen bedauern die sogenannten Freunde der Kohäsion – vor allem Länder, die zuletzt viel von EU-Fördermitteln profitierten – die Kürzungen. Dazu gehören etwa Spanien, Italien, Bulgarien, Polen, Griechenland und die baltischen Staaten.

– Wie geht es weiter? Bislang ist das Ziel, bis Ende dieses Jahres einen Kompromiss zu finden – und damit vor der französischen Präsidentschaftswahl im Frühjahr. Für die erste Runde der Wahl führt seit langem die rechtsnationale Kandidatin Marine Le Pen die Umfragen an. Da die Positionen der Länder teils sehr weit auseinander liegen, gilt das aber als ausgesprochen ambitioniert. Beim Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs am heutigen Donnerstag werden äußerst schwierige Beratungen erwartet. (dpa/cre)

Eine Antwort auf “„Größte Geldschlacht aller Zeiten“ – Worum geht es beim Streit um EU-Haushalt? [Fragen & Antworten]”

  1. Hugo Egon Bernhard von Sinnen

    1,985 Billionen zusätzliche Schulden ? zu den 15,37 Billionen Schulden ?
    Ist doch kein Problem.
    Das zahlen die nächsten 17 Generationen der EU, im Handumdrehen, von ihrem bedingungslosen Grundeinkommen ab 🙄
    Das Irrenhaus sollte man (in dieser Form), gerichtlich verbieten lassen, bevor Europa zum Schlachtfeld wird.
    Auch wenn der Krieg unsere Generation nicht betreffen würde, sollten wir doch das Recht haben unsere Nachkommen, vor verrückten zu schützen.
    Das EU-Parlament umbauen lassen, so dass man nur noch hinein kommt aber nicht mehr raus, wäre vielleicht eine Lösung ?
    Denke die Kosten für den Umbau, würden sich im Verhältnis zu den noch bevorstehenden Schulden, sicherlich auszahlen.
    Es würde auch neue Arbeitsplätze schaffen.
    Ein Sicherheitsdienst mit über 30.000 Beschäftigten, könnte dafür sorgen, dass niemand die geschlossene, verlassen kann.

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