Der Tour de France 2027 steht ein außergewöhnlicher Auftakt in Großbritannien bevor. Die Organisatoren stellten am Donnerstag in Paris die Strecken für die Männer- und Frauenrennen vor.
Die 114. Ausgabe der Männer-Rundfahrt beginnt am 2. Juli in Edinburgh und endet nach 21 Etappen am 25. Juli in Paris. Insgesamt sind rund 3479 Kilometer zu bewältigen.
Die ersten drei Etappen führen durch Großbritannien. Von Edinburgh geht es zunächst nach Carlisle, anschließend von Keswick nach Liverpool und von Welshpool in Wales nach Cardiff. Die dritte Etappe verspricht mit sieben kategorisierten Anstiegen und rund 3000 Höhenmetern bereits eine anspruchsvolle Herausforderung.

22.10.2026, Frankreich, Paris: Christian Prudhomme, Direktor der Tour de France (l), und Marion Rousse, Direktorin der Tour de France Femmes, nehmen an der Vorstellung der Streckenführung des Radrennens „Tour de France 2027“ teil. Foto: Thibault Camus/AP/dpa
Ein Schwerpunkt der Strecke liegt auf den Einzelzeitfahren. Zwei Prüfungen gegen die Uhr über insgesamt rund 71 Kilometer sind vorgesehen. Das erste Zeitfahren führt über 38 Kilometer von Blois nach Chambord, das zweite umfasst 33 Kilometer auf einem Rundkurs in Toulouse. Eine derart lange Gesamtzeitfahrdistanz gab es bei der Tour zuletzt 2012. Damit erhalten die Zeitfahrqualitäten der Fahrer eine besondere Bedeutung für die Gesamtwertung. „Evenepoel kann sich auf zwei Zeitfahren im Duell mit Pogacar freuen“, schreibt am Donnerstag Eurosport, während die Deutsche Presse-Agentur titelt: „Pogacar muss auf Gelbes Trikot warten.“
Auch in den Bergen warten schwere Aufgaben. Nach dem ersten großen Schlagabtausch am Grand Colombier stehen weitere anspruchsvolle Alpenetappen auf dem Programm. In der Schlussphase rücken die Pyrenäen in den Mittelpunkt. Als besonders fordernd gilt die 18. Etappe von Pau zum Col du Portet, auf der unter anderem der Col du Tourmalet überquert wird. Der letzte Abschnitt der Rundfahrt führt schließlich zurück in die Region Paris, wo die Tour traditionell ihren Abschluss findet.
Beim Finale am 25. Juli in Paris kommt es wie in den vergangenen beiden Jahren zum Montmartre-Spektakel. Durch die dreimalige Überquerung des Hügels ist ein reines Sprint-Finale auf den Champs Élysées unwahrscheinlicher.

26.07.2026, Frankreich, Paris: Das Fahrerfeld fährt die Rue Lepic hinauf auf den Anstieg zur Butte de Montmartre. Foto: Geoffroy Van Der Hasselt/AFP/dpa
„Am Abend des 25. Juli wird dann auf den Champs Elysées der Gesamtsieger geehrt werden, im Fall von Pogacar wäre es ein historischer sechster Triumph. Doch der Sturz des Dominators bei der Spanien-Rundfahrt 2026 hat gezeigt, wie unwägbar der Radsport immer bleibt. Auch Jonas Vingegaard, Remco Evenepoel und Paul Seixas dürften wieder ums Tour-Podium kämpfen, während Florian Lipowitz eventuell den Giro d’Italia als Kapitän in Angriff nehmen könnte“, urteilt Eurosport.
Auch die Frauen starten ihre Rundfahrt in Großbritannien. Die Tour de France Femmes avec Zwift beginnt am 30. Juli in Leeds und führt über neun Etappen bis zum 8. August. Die Strecke umfasst rund 1156 Kilometer. Zu den Neuerungen zählt ein Mannschaftszeitfahren über 18 Kilometer durch London mit Ziel auf der Prachtstraße The Mall. Es ist das erste Mannschaftszeitfahren in der Geschichte der neu aufgelegten Frauen-Tour. (cre)