Topnews

DG investiert 43 Millionen € in die Krankenhäuser – „Kämpfen weiter für den Erhalt von zwei Standorten“

Ministerpräsident Oliver Paasch und Gesundheitsministerin Lydia Klinkenberg (beide ProDG) bei einer Pressekonfernz. Foto: Kabinett Klinkenberg

43 Millionen Euro für moderne Infrastruktur und eine zukunftsfähige digitale Ausstattung: Die Regierung der DG will gezielt in die Krankenhäuser in Eupen und St. Vith investieren.

Mit umfangreichen Investitionen stärkt die Deutschsprachige Gemeinschaft die Zukunft der beiden Krankenhausstandorte in Ostbelgien. Allein in diesem und im kommenden Jahr stellt die Regierung insgesamt 43 Millionen Euro für Infrastrukturprojekte und die Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur der Krankenhäuser bereit.

Ein wesentlicher Teil der Investitionen fließt in die Modernisierung der Krankenhausinfrastruktur. In St. Vith sind im Rahmen des Masterplans Eifel umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen vorgesehen. Dazu gehören unter anderem der Umbau der Apotheke sowie der Ankauf des Gebäudes des Finanzamtes und des Schwesterheims.

Der Eingangsbereich des St. Nikolaus-Hospitals. Foto: OD

Auch am Sankt Nikolaus Hospital Eupen werden wichtige Infrastrukturmaßnahmen unterstützt. Dazu gehören unter anderem der Umbau der Nuklearmedizin, die Aufrüstung der Stromversorgung, der Umbau der Operationssäle und die Nachrüstung der Brandschutzanlage.

Neben den baulichen Investitionen legt die Regierung einen besonderen Schwerpunkt auf die Digitalisierung und IT-Infrastruktur der beiden Krankenhäuser. „Mit diesen Investitionen schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass die Menschen in Ostbelgien auch in Zukunft auf eine hochwertige und wohnortnahe Krankenhausversorgung in deutscher Sprache zählen können. Wir investieren dabei sowohl in moderne Infrastruktur als auch in eine leistungsfähige digitale Ausstattung“, erklärt Gesundheitsministerin Lydia Klinkenberg (ProDG).

Mit den 43 Millionen Euro setzt die Regierung damit einen klaren Schwerpunkt auf die Zukunft der Krankenhäuser in St. Vith und Eupen – mit moderner Infrastruktur und einer leistungsfähigen digitalen Grundlage für die medizinische Versorgung von morgen.

„Wir konsolidieren unseren Haushalt, damit wir wichtige Aufgaben auch langfristig finanzieren können. Dazu gehört für uns die Zukunft der Krankenhäuser in Eupen und St. Vith. Deshalb stellen wir in diesem und im kommenden Jahr 43 Millionen Euro für ihre Modernisierung bereit. In den kommenden Jahren werden wir unsere Investitionen in die Krankenhäuser weiter ausbauen. Die Deutschsprachige Gemeinschaft ist handlungsfähig und steht zu ihren beiden Krankenhausstandorten“, erklärt Ministerpräsident Oliver Paasch.

Das größte Risiko ist nicht das Geld, sondern die Krankenhausreform

Bleibt die Frage, ob das Versprechen, 45 Millionen Euro in die Krankenhäuser von Eupen und St. Vith zu investieren, tatsächlich eingehalten werden kann. Die Zahlen sind im Prinzip nicht unrealistisch, jedoch verpflichtet sich die DG-Regierung zu einer erheblichen langfristigen Belastung.

Die Klinik St. Josef in St. Vith. Foto: Alfons Henkes

Ob die Finanzierung dauerhaft solide ist, lässt sich erst anhand der gesamten Haushaltsentwicklung, der Verschuldung, der Zinslast und der tatsächlichen Baukosten beurteilen. Eine verbindliche Planung ist noch kein Beweis dafür, dass es keine finanziellen Schwierigkeiten oder Verzögerungen geben wird.

Die belgische Krankenhausreform sieht nämlich strengere Anforderungen an Allgemeinkrankenhäuser vor. Im Raum stehen unter anderem mindestens 240 Betten, davon 150 Akutbetten, sowie mindestens 600 Geburten pro Jahr. Beide ostbelgischen Häuser unterschreiten die genannten Bettenschwellen deutlich.

Die Interministerielle Konferenz Volksgesundheit hat zwar im Juni 2026 einen Grundsatzvorschlag zur kommenden Reform der Krankenhauslandschaft für die nächsten zehn Jahre erzielt, der eine Sonderregelung für die DG vorsieht, sodass die beiden Krankenhäuser St. Nikolaus in Eupen und auch das St. Joseph in St. Vith als Allgemeinkrankenhäuser bestehen bleiben sollen. Es wurde auf dieser Konferenz vereinbart, dass es noch Präzisierungsbedarf bezüglich unterschiedlicher Punkte gibt. Dazu sollte nach dieser Konferenz festgelegt werden, welche Gesundheitsleistungen ein Allgemeinkrankenhaus erfüllen muss und auch wie diese strukturell zusammenarbeiten dürfen.

Am 7. Oktober 2026 erklärte indes Gesundheitsministerin Lydia Klinkenberg im zuständigen Ausschuss des Parlaments, dass die vorgesehene Regelung noch nicht abschließend von den beteiligten Regierungen bestätigt worden sei. Auch die konkreten Mindestleistungen der künftigen Allgemeinkrankenhäuser sind noch in Arbeit. Auf fachlicher Ebene wird weiter an den konkreten Rahmenbedingungen gearbeitet, insbesondere an der Definition des künftigen Mindestangebots der Allgemeinkrankenhäuser.

„Selbstverständlich setzen wir uns weiterhin für den Erhalt der beiden Krankenhausstandorte in der Deutschsprachigen Gemeinschaft und somit für eine wohnortsnahe Gesundheitsversorgung in deutscher Sprache ein“, so Ministerin Klinkenberg.

Hier liegt also das politische Risiko: Man investiert Millionen in Infrastruktur, während die endgültigen Rahmenbedingungen für den späteren Krankenhausbetrieb noch nicht vollständig feststehen. (cre)

Eine Antwort auf “DG investiert 43 Millionen € in die Krankenhäuser – „Kämpfen weiter für den Erhalt von zwei Standorten“”

  1. …..
    Hier liegt also das politische Risiko: Man investiert Millionen in Infrastruktur, während die endgültigen Rahmenbedingungen für den späteren Krankenhausbetrieb noch nicht vollständig feststehen.
    /////
    Das wäre dann der finanzielle GAU wenn zuerst Mio € investiert würden und am Ende die Krankenhäuser trotzdem schließen. Was ist hiermit?
    ….
    Die belgische Krankenhausreform sieht nämlich strengere Anforderungen an Allgemeinkrankenhäuser vor. Im Raum stehen unter anderem mindestens 240 Betten, davon 150 Akutbetten, sowie mindestens 600 Geburten pro Jahr. Beide ostbelgischen Häuser unterschreiten die genannten Bettenschwellen deutlich.
    …..
    ////
    Die Geburten in Eupen sind bei Null, die Geburtsstation seit Jahren geschlossen – nachdem sie vorher für viel Geld modernisiert wurde. Ich ahne nichts Gutes, hoffentlich wiederholt sich diese Pleiten, Pech und Pannen Veranstaltung nicht in einem viel größerem Maße….

Antworten

Impressum Datenschutzerklärung
Desktop Version anfordern