Ein Posting auf der Plattform X sorgt für Diskussionen über nationalistische Vorstellungen innerhalb der AfD. Ein Funktionär ihrer Jugendorganisation veröffentlichte zum Tag der Deutschen Einheit eine Karte, auf der auch die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens als deutsch dargestellt wird. Dazu schrieb er, die deutsche Einheit sei noch nicht vollendet.
Verfasser ist Helmut Strauf, Anfang zwanzig, der Anfang 2025 der AfD beitrat und im November desselben Jahres in den Bundesvorstand ihrer Jugendorganisation „Generation Deutschland“ gewählt wurde. Zudem war er stellvertretender Vorsitzender des bayerischen Landesverbands der Jugendorganisation.
Am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, veröffentlichte Strauf eine Karte, auf der neben Deutschland und Österreich auch Gebiete in mehreren europäischen Nachbarstaaten als deutsch markiert waren.

(Zum Vergrößern Bild anklicken) Das Posting von AfD-Jugendfunktionär Helmut Strauf, das später wieder gelöscht wurde. Foto: Screenshot X
Den Jahrestag der Wiedervereinigung bezeichnete Strauf als einen „Etappen-Sieg“ auf dem Weg dorthin. Auch das Gebiet der heutigen Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens war auf der Karte als deutsch gekennzeichnet.
Der Beitrag blieb nicht unbeachtet. Vor allem in Frankreich löste die Karte empörte Reaktionen aus. In den sozialen Medien erschienen kritische Kommentare, darunter auch solche aus dem Umfeld der französischen Rechtspartei Rassemblement National. Die „taz“ berichtete über die Reaktionen. Strauf löschte das Posting kurze Zeit später. Über Screenshots und andere Social-Media-Accounts verbreitete sich die Karte dennoch weiter.
Wenig später legte Strauf sein Amt im Bundesvorstand der Jugendorganisation nieder. Als Begründung wurden persönliche Gründe genannt. Ein unmittelbarer Zusammenhang mit dem umstrittenen Posting wurde nicht offiziell bestätigt. Zugleich distanzierte sich ein Sprecher der AfD-Jugend von der Veröffentlichung. Sie entspreche weder dem eigenen Anspruch an die Geschichtspolitik noch dem Verständnis von Realpolitik. Patriotismus brauche keine „historischen Landkarten-Fantasien“, erklärte er gegenüber der „taz“. Die „taz“ bezeichnete ihn übrigens unter seinem vollständigen Namen Luca Maurice Strauf und klärte dabei auf, dass Helmut, wie er sich in dem Posting auf X nannte, sein dritter Vorname ist.
Strauf erklärte der „taz“ zufolge, er habe mit der Karte nicht die Einverleibung von Gebieten anderer Staaten gefordert, sondern auf die gemeinsame Geschichte und das gemeinsame Schicksal Deutschlands und Österreichs hinweisen wollen. Den Beitrag habe er gelöscht, weil er keinen Nutzen gehabt habe. Seine Formulierung, die deutsche Einheit sei ein „Etappen-Sieg“, wirft dennoch die Frage auf, was er unter einer noch ausstehenden Einheit versteht. Eine konkrete Forderung nach der Annexion ausländischer Gebiete lässt sich aus dem Posting allein nicht zweifelsfrei ableiten.War das Ganze lediglich eine persönliche Provokation oder Ausdruck einer Haltung, die auch andere in der AfD teilen? Ein Hinweis darauf, dass es sich nicht unbedingt um eine einmalige Äußerung handelt, ist ein früherer Beitrag Straufs vom August 2026. Damals antwortete er auf die Frage nach seiner Heimat mit den Worten „Von der Maas bis an die Memel“.
Die Zeile stammt aus der ersten Strophe des Deutschlandlieds, die heute nicht mehr als deutsche Nationalhymne verwendet wird. Sie bezieht sich auf ein historisches deutsches Nationalverständnis, dessen geografischer Anspruch weit über die heutigen Staatsgrenzen hinausreichte. Die Memel bildet heute teilweise die Grenze zwischen Litauen und Russland. Im Zusammenhang mit der später veröffentlichten Karte erhält die Formulierung „Von der Maas bis an die Memel“ eine zusätzliche Bedeutung.
Ob und in welchem Umfang solche Vorstellungen innerhalb der AfD verbreitet sind, lässt sich aus diesen Veröffentlichungen allein nicht abschließend beurteilen. Straufs Stellung in der Parteijugend und seine wiederholten Bezüge auf ein historisch weit gefasstes Deutschlandbild geben allerdings Anlass, genauer hinzusehen. Die Distanzierung der Jugendorganisation zeigt zugleich, dass der Beitrag zumindest nicht als offizielle Position der Organisation behandelt wurde. (cre)
Ja so beginnt es: Heim ins DEUTSCHE REICH oder Anschluss ans DEUTSCHE REICH !
Hatten wir das nicht auch schon einmal in Deutschland ???