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Studie über Fahrverhalten in Europa: In Belgien gibt es die meisten Rechtsüberholer auf Autobahnen

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In keinem anderen Land der EU gibt es so viele Autofahrer, die auf Autobahnen langsamer fahrende Fahrzeuge rechts überholen, wie in Belgien. 41% der belgischen Autofahrer gaben an, dies regelmäßig zu tun. Der europäische Durchschnitt liegt bei 31%.

Dies ist eine der Erkenntnisse einer europaweit durchgeführte Studie der französischen VINCI-Autoroutes-Stiftung.

Diese Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, ein verantwortungsbewusstes Fahren zu fördern. Fahrzeuglenker sollen verstärkt dazu angehalten werden, auf die eigene Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer zu achten. Dazu analysiert die Stiftung u.a. die Ursachen von Verkehrsunfällen.

Beim Belgischen Institut für Sicherheit im Straßenverkehr (IBSR) erklärt man sich das häufige Rechtsüberholen auf Autobahnen in unserem Land mit der sehr hohen Verkehrsdichte und den vielen Ab- und Auffahrten auf den Autobahnen in Belgien.

Alkohol und Autofahren – vor allem in Belgien ein großes Problem. Foto: Shutterstock

Diese verleiten viele Autofahrer dazu, bei einer dreispurigen Autobahn dauerhaft auf dem mittleren Streifen zu bleiben, um nicht ständig von anderen Autofahrern, die auf die Autobahn fahren belästigt zu werden.

Die folgenden Autos, die schneller sind, ziehen es deshalb vor, das langsamere Fahrzeug auf dem Mittelstreifen rechts zu überholen, um bei einer dreispurigen Autobahn nicht gleich zwei Fahrstreifen nach links ausscheren zu müssen.

Der belgische Autofahrer neigt laut der Studie der Stiftung VINCI-Autoroutes auch dazu, unangemessen zu hupen (52% gegenüber 47% im EU-Schnitt), an Straßenbaustellen nicht das angegebene Tempolimit zu beachten (65% gegenüber 53% im EU-Schnitt) und sich unter Drogeneinfluss ans Steuer zu setzen (1 auf 33 gegenüber 1 auf 50 im EU-Schnitt und 1 auf 100 in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden).

Alkohol am Steuer großes Problem

Das größte Problem stellt der belgische Aurofahrer jedoch beim Thema Alkohol am Steuer dar. 26% der befragten Belgier gaben an, sich gelegentlich ans Steuer zu setzen, auch wenn sie mehr Alkohol zu sich genommen hätten als erlaubt. Der EU-Schnitt liegt bei 11%.

In Belgien setzen sich sogar 9% der Autofahrer ans Steuer, obwohl sie selbst merken, dass ihre körperliche Verfassung und ihr Wahrnehmungsgefühl ihnen signalisieren, dass sie unter dem Einfluss von Alkohol stehen. Der EU-Durchschnitt liegt bei nur 4%.

Schließlich unternehmen in Belgien 31% der Autofahrer nichts, um einen Autofahrer, der offensichtlich zu viel getrunken hat, davon abzuhalten, sich ans Steuer zu setzen. Der EU-Durchschnitt liegt hier bei 21%. (cre)

  1. Als ich vor ca. einem Jahr mit meinem Sohn am Steuer (L-Fahrer) das erste mal die Autobahn befuhr, wurden wir auch schon zwischen Eynatten und Eupen rechts überholt (Premium- Fahrzeug mit D-Nummer). Mal schnell rechts an uns vorbei, dann links rüber zwischen uns und dem LKW und mit Vollgas weiter. War eine krasse Lektion für einen Fahranfänger.
    Zwischen Thimister und Köpfchen herrscht sowieso Annarchie, dann kann man fahren wie man will. Die Autobahnpolizei von Battice macht an der Sprachengrenze halt, alles was dahnter passiert interessiert die nur wenn ein Unfall gemeldet wird. Ich habe noch NIE von einer Geschwindigkeitskontrolle zwischen Eupen und der Landesgrenze gehört. Anschließend wundert man sich über den Unfallschwerpunkt Walhorner Heide. Belgien und seine Sprachengrenzen eben, muss man nicht verstehen….

    • Es gibt auch ein Rechtsfahr-Gebot.
      Wenn ich also rechts überholt werden kann, habe ich ersteres missachtet.
      Ich hänge täglich hunderte Male hinter einem links eingeschlafenen Penner auf der Autobahn.
      Die linke Spur übt offensichtlich einen ungeheueren Reiz aus. Auch und vor allem für Unsichere, Schläfer, Telefonierer, Unkonzentrierte und auf ihr vermeintliches „Recht“ Pochende. Und genau die provozieren bzw. verursachen die meisten Unfälle. Nicht die zügig Fahrenden. Die sind meist bei der Sache.

      • Nicht reden vor dem Überlegen!
        1) Selbst bei Verletzung des Rechtsfahrverbotes bleibt rechts überholen verboten!!
        2) Ein Fahrzeug, welches nach links ausschert um einen Überholvorgang einzuleiten noch schnell rechts überholen um es dann links auszubremsen ist also Ihrer Meinng nach OK? Weil der Fahranfänger sich an die 120 km/h hält und Ihnen das „zu lahm“ ist?

      • Eine Aussage, wie sie nur von einem „Tuppes“ kommen kann.
        Zügig fahren und rechts überholen sind immer noch zwei Paar Schuhe. Letzteres ist strafbar und das ist auch gut so. Die Verkehrschaoten die ihr Leib für 5 Minuten riskieren können kaum mit „Schleichern“ argumentieren, die sich im Straßenverkehr aushalten ohne dauernd Gesetze zu übertreten.

  2. Ach ja, Autobahnbaustellen, auf der Maasbrücke in Herstal am Sonntagnachmittag 12/03/2017, Richtung Battice, Tempo 50 vorgeschrieben, ich fuhr selbst schon eher 70 km/h und wurde ständig überholt ,trotz durchgezogener Mittellinie. „Police de route de Liège“ ? Hatten wohl alle einen freien Tag….

    • Mischutka

      @ Dax :
      Hallo …. Was ? Du bist mit 70 Km/h gefahren obschon nur 50 Km/h erlaubt waren ? Da kommst du aber in die Hölle ….. denn früher sagte der Pastor immer „der liebe Gott sieht alles“ ….. (☺).
      Ach ha : Wenn wir uns dann in der Hölle treffen, denn trinken wir aber einen zusammen. Ich bin nämlich auch schon geblitzt worden : Mit 71 Km/h – allerdings auf einem Zebrastreifen mit dem Hund an der Leine …… (das Radargerät war kaputt).
      MfG.

  3. Pensionierter Bauer

    Wurde in meiner langen Autofahrerkarriere nur sehr selten rechts überholt. Ein großes Problem sind meines erachtens diejenigen welche immer auf der mittleren Spur mit mäßiger Geschwindigkeit (90-120 Kmh) fahren

  4. auf der Autobahn: 120 km
    Mitte und 3. Reihe, bitte 120 km!!!!!
    nicht schneller dan 90 km : auf der rechten Spur, dann wird niemand rechts vorbei fahren.
    Aber: 70-80-90-100 auf der mittleren Spur, lebbens gefährlich.
    Ja: 120 km Auf der BELGIESCHE Autobahn fahren ???? !!!! auch für Deutschen(nicht 180…)
    gibt es keine betrunkenen Deutschen auf dem belgischen Straßen! kommt Sie einmal, hier am Sonntag mit gegen Mittag …. wie viele wird es geben? ja,allein Belgien…….lassen Sie mich nie lachen

  5. Was für ein Schwachsinn mit den Rechtsüberholern….
    Der Titel könnte genausogut heissen: „In Belgien respektieren die wenigsten Autofahrer das Rechtsfahrgebot.“
    Wenn das nämlich von jedem respektiert würde, bräuchte auch keiner rechts zu überholen …

  6. Martin Heinrichs

    Wurde den Befragten, in dieser Studie denn auch gesagt: Das beim Vorbeifahren auf der rechten Seite mit 120 Km/H (bzw. der angegeben Richtgeschwindigkeit), dies nicht als Überholen, sondern als Einholen zählt ? Dies ist laut Gesetzgebung gestattet !

    • Ganz richtig! Was soll ich denn machen, wenn ich so einem Piloten begegne, der permanent mit Tempo 90 Links vor sich hin kriecht obwohl Rechts frei ist ? Auf der RECHTEN SPUR auch abbremsen? Das nennt man in der Fahrschule ein „longement plus rapide“, ein „Nebeneinanderfahren wo man den Langsameren einholt“. Wenn der schnellere Fahrer aber von Links nach Rechts und wieder nach Links wechselt, dann ist das ein Überholmanöver.

  7. Das Problem in Belgien ist, Verkehrsüberwachung findet praktisch nicht statt. Ich erinnere mich noch an den Grenz-Echo Artikel über den Wachtmeister der Gendarmerie aus Kettenis der praktisch alleine für den Schwerlastverkehr zuständig war. Am Grenzübergang Köpfchen passieren aber im Schnitt 1800 LKW täglich die Belgische Grenze! Was soll der Mann denn da überwachen??? Das alles ist politsch gewollt, man debatiert in Belgien über den Sprachengebrauch auf den Begrüßungsschildern, aber was da so alles hinter den Rumänischen LKW Fahreren, an den beschmierten Schildern vorbei in’s Land rauscht, interessiert niemanden! Wie gesagt, Belgische Sprachenpolitik, muss man nicht verstehen….

  8. these:
    wäre es nicht sicherer, wenn man das rechtsüberholen (auch auf autobahnen) legalisieren würde? Müsste man mal untersuchen lassen. Wie fährt sich das in anderen staaten?

    Bis dahin aber müssen wir links überholen, Also genau genommen „müssen“ wir gar nicht überholen, Man kann ja auch im sicherheitsabstand fahren (tempomat an und ruhiger geht nimmer). Überholen an sich ist eine sehr unfallträchtige angelegenheit, auch wegen des notwendigen fahrstreifenwechsels. Und glaubt nicht, das alle kraftfahrer gleich geübt, quilifiziert und erfahren sind.
    ICH mach lieber einen fahrstreifenwechsel, als das ich einen ANDEREN (anfänger) in hekjtik/panik zum wechseln des mittelstreifens nach rechts dränge ähh…veranlasse.
    Worum geht es noch mal??? Genau, um Sicherheit im straßenverkehr. DAS ist unser aller auftrag.

  9. Peter Müller

    Mit dem Tempomat fährt man keinen Kilometer ohne zu bremsen oder wieder Gas zu geben. Und wenn Sie mit 120, zwei LKW’s überholen, geht hinten schon die Lichthupe.

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