Politik

Regionalabgeordnete Baltus-Möres (PFF-MR) in der Kritik wegen „cantons rédimés“

Die Regionalabgeordnete Jenny Baltus-Möres. Foto: OD

Die deutschsprachige Regionalabgeordnete Jenny Baltus-Möres (PFF-MR) steht bei den Frankofonen wegen der Verwendung des Begriffs „cantons rédimés“ in der Kritik.

Die Bezeichnung der „zurückgekauften Kantone“ gilt bei den deutschsprachigen Belgiern als verpönt. Das bekannte Magazin „Le Vif“ warf der liberalen Abgeordneten indirekt vor, mit dieser „vilaine appellation“, dieser hässlichen Bezeichnung, Stimmungsmache zu betreiben.

In einer mündlichen Frage an Regionalminister Jean-Claude Marcourt (PS) zum Thema „Internet in ländlichen Gebieten“ (OD berichtete) hatte Baltus-Möres den Begriff der „cantons rédimés“ verwendet. Um zu provozieren? Um deutlich zu machen, dass die DG in Namur zwar nicht mehr offiziell „cantons rédimés“ genannt, aber immer noch als solche behandelt wird?

Der Begriff „cantons rédimés“ war sogar im Titel der Frage von Baltus Möres enthalten, der da lautete:

In der linken Spalte ein Kommentar von

In der linken Spalte ein Kommentar von

Question orale de Jenny Baltus-Möres, Députée, à Jean-Claude Marcourt, Ministre de l’Economie, de l’Industrie, de l’Innovation et du Numérique sur la puissance du réseau internet dans les „cantons rédimés“

Auch im Text bedient sich die deutschsprachige Abgeordnete der Bezeichnung „cantons rédimés“:

Seriez-vous prêt à faire un travail de sensibilisation auprès des opérateurs, puisque vous les rencontrez à propos de la taxe pylones, afin que les cantons, malheureusement parfois encore appelés „rédimés“, puissent profiter, le plus rapidement possible, d’une connexion internet correcte et correspondant aux standards?

„Le Vif“ kritisierte in einem ziemlich vage und umständlich formulierten Kommentar die Verwendung des Begriffs „cantons rédimés“ durch die ostbelgische Regionalabgeordnete. Die Bezeichnung „cantons rédimés“ sei längst aus dem offiziellen Vokabular in Belgien verbannt worden, so das Magazin. (cre)

HIER der Text der mündlichen Frage von Jenny Baltus-Möres an Regionalminister Jean-Claude Marcourt

  1. Ich finde, Frau Baltus hat nur tapfer zu verstehen gegeben, das wir noch immer in vielen Punkten seitens der wallonischen Region als Bürger zweiter Klasse behandelt werden . Wem das nicht passt, der sollte es schlucken!
    ABER ES STIMMT und sie hat Recht! Es gibt leider zu wenig Politiker MIT Rückgrat
    !

      • Positive Kritik!

        Hat mal einer den betreffenden Artikel im Vif gelesen?Dass JBM darin nämlich so „kritisiert“ werden soll, ist Auslegungssache. Bis auf den etwas reisserisch formulierten Titel des Artikels kann man hier höchstens von positiver Kritik reden. Aber gut, Herr Cremer räumt ja schon ein, dass der Artikel sehr „umständlich“ formuliert sei und die Abgeordnete darin nur „indirekt“ kritisiert werde. Er scheint wohl selbst nicht so zu wissen, was davon jetzt zu halten ist… Für mich wurde jedenfalls klar, wie die Abgeordnete das gemeint hat und ich muss ihr (leider) Recht geben!

  2. Naturlich hat Frau Baltus Möres Recht. Mir ist es auch schon passiert bei einem grossen Telefonkonzern, dessen Namen jeder kennt, unsere Gegend so benannt wird.
    Es ist eifnach so das wir hier in unseren Gefilden einfach nur mit dem grossen Strom mitschwimmen müssen.

  3. Karin Schneider-Scholzen

    Jenny du hast Recht! Mir passiert es täglich: Viele Journalistenkolleginnen und -kollegen und zahlreiche Politiker in der Wallonie definieren uns so! „Ah – vous venez d´Eupen? Ah oui, les cantons rédimés…“ So kennt man uns! Traurig!

  4. Kontaktlinsen

    @Frau Karin Schneider, ist schon richtig, dass unsere Ecke leider noch immer (und vermutlich in der Wallonie) fast nur so bezeichnet wird. Selbstverständlich müssten diesbezüglich sich sämtliche OB-Politiker einig sein und mit Fug und und Recht darauf bestehen!!!, eine vernünftige Bezeichnung fuer unser Gebiet in Zukunft IMMER anzuwenden. Aber die ziehen Kassieren vor und wenns darauf ankommt, machen sie es wie manche, OB-Geistlichen, d.h. kneifen und nicht dahinter stehen. Letzteres ist noch relativ harmlos ausgedrückt, denke man wird sich in Kürze noch wundern in dem kl. SB

  5. …und am Ende glaubt Sie es selbst noch.

    Wie oft muss man eine Opferlegende hören, um sich am Ende selbst so verplapperm? vor Allem, wenn man Teil eines politischen Konstruktes ist, dass wohl einmalig ineffizent in der zivilisierten Welt ist?

    Was für viele Wallonen ein geflügeltes Wort ist, weil sie es so oft von ihren Eltern gehört haben, wird von der DG nicht durch Taten entkräftet, sondern durch das ewige Separatistengehabe zementiert …Kappes eben!

  6. Ich glaube, die wenigsten haben versucht zu lesen, was die Regionalabgeordnete formuliert hat. Wenn sie „cantons rédimés“ zw. Anführungszeichen setzt, ist das doch schon eine erste Distanzierung. Und wenn sie dann noch in der Fragestellung „malheureusement parfois encore appelés ‚rédimés‘ “ schreibt, dann ist das doch eine Kritik daran, dass Zeitgenossen diesen von Grund auf falschen Begriff immer noch verwenden. So what? Gut, sie hätte das auch anders formulieren können, doch sollten ihre Andeutungen mit wachem Blick gelesen werden. Dann würde man sofort erkennen, dass sie diese Begrifflichkeit verwerflich findet und also anprangert.

  7. Ich vermute, dass sich Frau Baltus-Möres der Tragweite der Bezeichnung „cantons rédimés“ nicht ganz bewusst war. Sonst hätte sie ihn nämlich nicht verwendet. Von „cantons rédimés“ war in einer Zeit die Rede, als das Gebiet deutscher Sprache keine Rechte hatte. Davon kann heute wirklich keine Rede sein. Wenn Frau Baltus-Möres der Meinung ist, dass die DG immer noch benachteiligt ist, dann kann man das auch anders, respektvoller formulieren. Wahrscheinlich wollte sie nur provozieren. Marcourt hat gut daran getan, auf diese Provokation nicht einzugehen. Wir haben es tatsächlich in den belgischen Parlamenten immer mehr mit Kindern zu tun.

  8. Kan niet verstan?

    Solch junge Leute sollten sich erst mal ihre Meriten und Sporen verdienen,ehe solche Posten verteilt werden.
    So geht es zumindest in anderen Berufen und Berufungen!
    Hier sieht und merkt man auch wie die Personen auf sich Aufmerksam machen wollen.
    Dumme und belanglose Fragen und Aussagen zeugen von Unerfahrenheit.

    Es ist hiermit wie mit vielem in der Belgischen Politikszene.
    Viel zu viele Akteure,daher zu viel Quantität und zuwenig Qualität!

    • Jeder wählt bei Wahlen Personen, die seinen Alters- und Qualitätsvorstellungen entsprechen. Wer schlussendlich das Volk vertritt, bestimmt die Summe der Vorlieben der Wähler. Da können Sie noch so viel „mullen und knullen“…

      • Das Problem ist, daß man – und auch Frau – nur die Wahl, im wahrsten Sinne des Wortes, hat zwischen Pest, Cholera, Pocken, Aids, uvm… Jetzt kommt bestimmt, „selber aktiv werden!“. Klar doch, das freie, „demokratische“ gesellschaftliche System läßt ja auch Veränderungen zu, logisch! Wir sind im Ar…

      • Kan niet verstan?

        Das stimmt,Vereidiger!
        Das diese wovon wir hier schreiben nicht mal daran arbeiteten um das ganze Gerüst zu verkleinern,da können wir noch lange von träumen!Mit der Hälfte vom jetzigen wären wir genau so gut bedient!Jedenfalls billiger.

  9. Kan niet verstan?

    Sehr verehrte Frau Baltus-Moeres,

    Hab da mal eine Frage?Noch eine!
    Bzgl. Taxshift,warum schiebt und tauscht Ihr Parteifreund und unser MP schon wieder ein Boni in eine neue Steuer auf Aktzisen in Sachen Dieselkraftstoff?
    Fragen Sie ihn mal ob er es sich nicht zu einfach macht?
    Solche Entscheidungen bekommt jeder,auch noch so dumme,über die Bühne.

    Unsere Steuerobergrenzen stehen vor dem Bersten!
    Ist er sich dessen bewusst?
    Ich bezweifle es stark!

    • Machenschaften

      Hallo Frau Moeres!

      Heut morgen meldete der BRF das ab Heute ich und die anderen nicht mehr für den Staat arbeiten müssen und der karge Lohn endlich mal in unsere Familienkasse fliesst!?
      Ist es bei Ihnen auch so?

  10. Jockel Fernau

    „Rédimer“ bedeutet übrigen „loskaufen“ oder „erlösen“ im religiösen Sinne.
    Und natürlich ist der Begriff „cantons rédimés“ aus offiziellen Schriften verschwunden. In der Umgangssprache der wallonischen Verwaltung ist er aber nach wie vor geläufig. Vermutlich auch, weil kaum jemand seine eigentliche Bedeutung kennt.

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