Kultur

„Open Space“ im Funkhaus des BRF zum 70. Geburtstag [Fotogalerie]

Moderator Patrick Lynen beim Interview mit Medienministerin Isabelle Weykmans. Foto: Gerd Comouth

Auf eine etwas andere Art und Weise feierte der Belgische Rundfunk (BRF) am Mittwoch im Funkhaus am Eupener Kehrweg sein 70. Geburtstag. Statt eines steifen Festakts mit Jubelreden sollten in Form einer Open-Space-Veranstaltung größtenteils Vertreter aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft und auch Hörer zu Wort kommen.

Es gab Lob, auch etwas Kritik, natürlich auch Vorschläge – wie das eben so ist, wenn man die Leute fragt, was ihnen am BRF gefällt und was nicht.

Die wichtigsten Anregungen und Kritiken wurden von Moderator Patrick Lynen auf einem großen Papierbogen, wie man ihn von Seminaren kennt, festgehalten. „Parkplatz für Themen und Wünsche“ wurde der Papierbogen genannt. Gewünscht wurden u.a. mehr Hintergrund und mehr Meinung sowie mehr Flexibilität.

Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kultur, Kirche, Wirtschaft, Medien, Jugend, Soziales, Sport und Tourismus trugen stellvertretend für ihren Bereich ihre Wünsche und Erwartungen an den BRF vor: Medienministerin Isabelle Weykmans, Altbischof Aloys Jousten, die Vorsitzende des Beirats für Familien- und Generationenfragen, Béatrice Adamski, der Präsident des Arbeitgeberverbandes, Ludwig Henkes, CSC-Bezirkssekretär Bernd Despineux und Grenz-Echo-Verleger Alfred Küchenberg.

Auch Altbischof Aloys Jousten kam im Rahmen des "Open Space" zu Wort. Foto: Gerd Comouth

Auch Altbischof Aloys Jousten kam im Rahmen des „Open Space“ zu Wort. Foto: Gerd Comouth

Zu Wort kamen ebenfalls der Vertreter des RdJ, Nicolas Pommée, der Geschäftsführer der Kulturvereinigung Chudoscnik Sunergia, René Janssen, der Vorsitzender des Musikverbandes Födekam, Horst Bielen, die Direktorin der Tourismusagentur Ostbelgien, Sandra de Taye, und der Fachbereichsleiter im Ministerium der DG für Medien, Sport und Tourismus, Kurt Rathmes.

Für BRF-Direktor Toni Wimmer war dieses Diskussionsforum sehr erfolgreich: „Es waren viele Anregungen und Wünsche dabei. Es ist auch klar geworden, dass wir als Identitätsfaktor der Deutschsprachigen Gemeinschaft verstanden werden und im Grunde Belgien in deutscher Sprache erklären. Das werden wir auch beibehalten. Die Wunschliste ging jetzt insbesondere in Richtung mehr Flexibilität, mehr Meinung und mehr Angebot an Standpunkten und Hintergrund.“

Ein Mitschnitt des Open Space wird zu einem späteren Zeitpunkt im BRF-Radio ausgestrahlt.

Siehe auch Artikel „Welchen BRF wünschen Sie sich? Statt Jubelreden ‚Open Space‘ zum 70. der Alten Dame vom Kehrweg“

Hier noch einige Bilder von der „Open-Space-Veranstaltung“ am Mittwochabend im BRF-Funkhaus:

  1. Was ich nicht verstehen kann, ist, weshalb der BRF, der sehr gute Moderatoren hat (Rudi Schroeder, Rudolf Kremer, Olivier Krickel), glaubt, für sein Jubiläum einen deutschen Moderator wie Patrick Lynen verpflichten zu müssen.

    • MODERATOR

      Da haben Sie recht, Moment. Da sind echt zu viele deutsche Moderatoren am Werke. Unsere Leute sind sicher nicht gut genug dazu? Obschon die Kollegen von drüben nicht die besten Qualitäten haben, sollte man doch eher jungen Leuten hier aus unserer Gegend eine Chance geben. Sie hätten es sicher verdient. Denn soviel können sie bestimmt mit halten.

  2. Mein Scheich ist reich

    Voll aktuell.
    Es gibt kaum ein rückständigers Medium als den BRF .
    Kann man sich live überhaupt nicht anhören , weder 1 noch 2.
    Einfach nur peinlich was da über den Äther geht.
    Und wenn man Ihnen mal ein isLIVE TV Angebot anbietet schaffen Sie es dies komplett gegen die Wand zu fahren

  3. Hörerkritiker

    Ohne das viele Steuergeld gäbe es wahrscheinlich keinen BRF. Es ist schon ein ganz dicker Batzen der da über die Nachbarsmauern transferiert wird. Ob Die gesendete Qualität dies verdient!? Es wäre an der Zeit auch da mal Sachen zurecht zurücken. Vor allem zwei grosse Fragen: brauchen wir zwei Programme? Für unsere kleine Region, die DG, wäre ein Programm satt und genug. Brauchen wir das TV? Auch hier gilt das Gesetz: nicht immer ist viel Programm besseres Programm! Ich selbst höre fast nie BRF, einige Freunde tun es von Zeit zu Zeit. Meine Frau hört öfters rein, und zwar BRF 2. Sie kritisiert vor allem zu wenig Moderation von deutschen Radioredakteuren,besonders im morgendlichen Radiofrühstück.Über Tag liefe sowieso nur grossteils Schlagermusik ohne jedwede Moderation, obschon dort viele Redakteure beschäftigt sind.

    • @Hörerkritiker, die „zu wenig Moderation“, die Sie erwähnen wurde vor etlichen Jahren leider aus Spar- Gründen eingeführt. Erinnere mich noch ziemlich genau und bedaure das auch! Hatte damals mich halt zwangsweise den D-Medien zugewandt, war aber nicht so ganz „mein Ding“ und meine „Heimatmedien“ hatten mich wieder.
      Wenn ich mir nun gewisse Senioren vorstelle, die z.B. nicht dank Netz Info und Abwechslung finden, so wäre sehr wohl fuer dieses Publikum ein 2. BRF-Programm wünschenswert, bedenkt man das Musikprogramm auf BRF1

      • Hörerkritiker

        Stimmt so, DG! Ein BRF 2 mit nur Musik und Schlagern, gemäss seiner Stammhörer, wäre sogar OK OHNE Redaktion. Nur unterbrochen durch die Haupt- und Regionalnachrichten.

  4. Baudimont

    „70 Jahre Verstaatlichten Media“

    Medien sollten nicht durch Steuergelder gefördert werden. Das behindert sie in ihrer Unabhängigkeit, gerade bei der politischen Berichterstattung.
    (Der BRF muss „Parti Libertarien“ überhaupt nicht einladen)

    Obwohl das Land unter Schulden ächzt, kommen jedes Jahr Subventionen die BRF zu. Das Verfahren ist höchst intransparent und bewirkt Einflussnahmen, Konformismus und Klientelismus.

    Médias subventionnés, médias nationalisés, culture étatisée, festivités embrigadées…Vive la liberté !
    Subventionierte Medien, verstaatlichten Medien, verstaatlicht Kultur, brigaded Festlichkeiten … Es lebe die Freiheit!

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