Standpunkt

Klüngel bedroht Freiheit und Demokratie in der DG

Es ist ein Thema, über das im Allgemeinen nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen wird. Es ist heikel, weil es in der DG das öffentliche Leben immer mehr prägt – und zwar im Negativen. Es ist wie ein Krebsgeschwür, das sich stetig weiter ausbreitet und das Zusammenleben ernsthaft gefährdet. Die Rede ist vom Klüngel. Je größer die Autonomie wird, je mehr Kompetenzen die DG übertragen bekommt – umso schlimmer wird er. Und der Klüngel lässt so gut wie keinen Bereich der Politik und des öffentlichen Lebens aus. Nicht die Wirtschaft, nicht die Kultur, nicht die Justiz, nicht die Medienwelt.

Der Klüngel ist kein Selbstzweck, sondern dient handfesten Interessen. Es geht um Posten, Jobs und Geld. Oft geht es um Machterhalt.

Die DG ist heute ein Machtfaktor, denn von ihr leben direkt oder indirekt tausende Menschen. Ein Auftrag von der DG kann für einen Freiberufler oder einen Betrieb von existenzieller Bedeutung sein.

Nehmen wir nur mal als Beispiel die Kultur. Zu den Anfängen der Kulturautonomie gab es in diesem Bereich einen Hauptinspektor und ein paar andere Leute. Heute aber ist die Kultur in der DG ein Wirtschaftsfaktor, der für Umsatz und Arbeitsplätze sorgt.

Geben und Nehmen

Ausstellungen gab es früher auch, nur heute kann man mit Ausstellungen richtig Geld verdienen. Für eine Ausstellung wird ein Konzept erstellt, vielleicht ein Film gedreht, eine Broschüre angefertigt – und vieles mehr. Dann gibt es Sponsoren, die auch irgendwann einen Return erwarten.

Es ist immer ein Geben und Nehmen, eine Hand wäscht die andere.

In der Justiz hört man gelegentlich, dass sich allmählich wieder gewisse Machenschaften etablieren, die nach der Dutroux-Affäre (und der Affäre um den Generalanwalt Joseph Schmitz in Ostbelgien) ausgemerzt worden waren.

Auch in der Medienwelt ist Duckmäusertum auf dem Vormarsch. Ich habe mal von „putinischen Verhältnissen“ gesprochen. Die gibt es nach wie vor. Wer sich Autoritäten widersetzt, läuft Gefahr, „abgeschossen“ zu werden. Die meisten Kollegen lassen es erst gar nicht so weit kommen. Selbstzensur ist die beste Methode, um sich Ärger vom Hals zu halten.

Anonymität ein Stück Freiheit

Der Klüngel ist mitunter ein Grund, weshalb „Ostbelgien Direkt“ seit seiner Gründung vor drei Jahren konsequent und gegen erbitterten Widerstand an der Anonymität in seinem Forum festhält. Diese Anonymität ist für diese Gemeinschaft ein Stück Freiheit, denn der Klüngel gefährdet auf die Dauer Freiheit und Demokratie in der DG.

GERARD CREMER

  1. R.A. Punzel

    Herr Cremer, Anerkennung (wiederum) in schärfster Form für diesen Kommentar. Sie haben zwar in diesem Forum einige, Sie öffentlich unterstützende, Protagonisten. Auch ich würde diesen Blog gerne mit meinem „richtigen“ Namen unterstützen, jedoch fürchte ich die Reaktion dieser versifften politischen Führung – bezüglich der Zukunft meiner Kinder. Die Mehrheit dieser von Unerfahrenen abhängigen „Regierungs-Truppe“ ist doch zu allem fähig, aber zu nichts zu gebrauchen. „Regiert“ werden die ostbelgischen Ableger einer belgienweit zusammengewürfelten Mafia aus Namür. Auch wenn dieses Eupener wichtigtuerische Witzfigurenkabinett den Einwohnern suggerieren will, dass sie „gewählt“ worden seien um …, na gut, lassen Sie Ihrer Fantasie mal freien Lauf.

        • Kerstges Angela

          da schreibt OD: „Klüngel“ bedroht die Demokratie, das dürfte dann nicht nur die politische sein! Grund: habe mal gegoogelt, mich hat bald der Schlag getroffen, denn meine Google-Eingabe nannte sich: „Tebartz Van Elst! Dessen Einkommen, SCHULDENFREI!!!! habe mir absichtlich keine Notizen gemacht! Manche wollte ihn damals wegen Verschwendungssucht oder Ähnlichem anzeigen u.a. wurde es seitens des Vatikans verhindert, auch Franziskus lässt ihm „nicht“ ganz freiwillig seine Freiheit

  2. Es wäre angebracht, auch mal konkret zu belegen, wo denn „geklüngelt“ wird.Wo genau ist die Demokratie in Gefahr?

    Die angeführten Beispiele Kulturautonomie und Ausstellungen stehen wohl eher für die Tendenz jeder Verwaltung, sich zu vermehren und das Geld schneller auszugeben als es hereinkommt.

    Echter Klüngel wäre, dass man Strafverfahren beeinflusst, einem Mitglied im selben Serviceclub oder einem Bundesbruder aus Studententagen Aufträge zuschanzt, Freunde oder Familienangehörige bei Ernennungen zu bevorzugen, usw.

    Aber wer da zu konkret wird, ohne über wirklich hunderzehnprozentige Beweise zu verfügen, würde sich schnell mit einer Verleumdungsklage vor Gericht wiederfinden.

    Da belassen wir es doch lieber bei vagen Unkenrufen.

    • R.A. Punzel

      @Zaungast: Ihre Aussage: „Aber wer da zu konkret wird, ohne über wirklich hunderzehnprozentige Beweise zu verfügen, würde sich schnell mit einer Verleumdungsklage vor Gericht wiederfinden…“, stimmt mich nachdenklich. Hat jemals ein, nennen wir es anders herum, also Korrupter jemals Klage erhoben?

    • Ostbelgien Direkt

      @Zaungast: So einfach ist es nicht, Fälle von Klüngel zu belegen. Der Klüngel findet ja meistens vesteckt statt, sonst wäre es kein Klüngel. Er ist aber in der DG weit verbreitet. Ich bin in den 80er Jahren mal vom Eupener BSK verklagt worden, weil ich in einer Satire (!) angedeutet hatte, dass bei der Erschließung eines Areals als Grünzone in Eupen möglicherweise nicht alles korrekt verlaufen sei. Ich hatte die Info aus sicherer Quelle, verpackte das Ganze aber als Satire, um kein zu großes Risiko einzugehen, zumal ich damals noch nicht Mitglied des Belgischen Journalistenverbandes war. Trotzdem gab es eine Klage des BSK, die dann im Sand verlaufen ist. Die Sache wurde eingestellt. Die Anwaltskosten musste ich trotzdem bezahlen. Die Kläger hingegen ließen sich ihre Anwaltskosten von der Stadt Eupen bezahlen ;-) Gruß

      • Eben das ist ja eben das Problem, nämlich die Beweislage.
        Deshalb wird/muss es wohl bei allgemeinen vagen Andeutungen bleiben.

        Und „Klüngel“ ist auch keine Frage von Inkompetenz, wie ‚Globetrotter meint. Seine Tiraden (Alle Politiker sind korrupt und unfähig) helfen auch nicht wirklich weiter. So oder so werden wir mit den von uns gewählten Leuten leben müssen.

      • Baudimont

        Ganz genau und weil dort gilt das Motto: Eine Hand wäscht die andere. … der Widerstand gegen „klüngel“ (immer mit politischer Macht verbindet) ist ein Kampf wie David gegen Goliath.

        «Gesetze sind – auch und gerade in der modernen Demokratie – selten Instrumente, die das Recht gegen das Unrecht durchsetzen, sondern meistens politische Werkzeuge, mit denen die politisch Schwachen zugunsten der politisch Starken ausgebeutet, beraubt, unterdrückt und instrumentalisiert werden.» ~ Roland Baader, Freiheitsfunken – Aphoristische Impfungen

        Die „Libertarien“ wollen die Macht wieder in die Hände der Bürger zurückgeben , die Macht des Staates und der Parteien reduzieren und damit wird ‚KLÜNGEL nicht mehr möglich.

      • OD, Sie sprechen von den 80er Jahren in Ihrem Beitrag, wo der „Klüngel“ Ihnen gegenüber zugeschlagen hatte. Bin mir nicht ganz sicher, doch war zu dem Zeitpunkt ,nicht „der lange Arm“ am Ruder?

        • Ja OD, meine Vermutung betreff „Langer Arm“ in den 80er Jahren, wurden seitens „google“ bestätigt. Ja „Klüngeln“ können nicht nur die SOZIS. Die lassen genau wie „der lange Arm“, ihre Leserbriefe verfassen; Ähnliches lässt sich sehr leicht feststellen, liest man etwas zwischen den Zeilen.

    • Dann schauen Sie nur einmal den Mitarbeiterstab von Cleverle: Familienmitglieder (Papa bis kur vor der Pension), ehemailge PDBisten (Joesefh Dries…) und EUMAVIA-Mitglieder. Noch Fragen?

  3. Baudimont

    Sehr gut Herr GERARD CREMER !

    Ayn Rand sagte: Wenn der Staat mitmischt, kommts zu Klüngel.

    „[…] Die traurige Wahrheit, die hinter allen sozialisierten Systemen steht […]: Die unausweichlichen Folgen sind immer und überall: Rationierung, Leistungseinschränkung, Kostenexplosion, Qualitätszerfall, Mangel, Warteschlangen, Bezugsscheine, Leistungsverweigerung, Verschwendung, Korruption und Klüngel.“ [eigentümlich frei, Ausgabe 25, Seite 6]
    – Roland Baader (1940-2012), Unternehmer und Ökonom, Vertreter der Österreichischen Schule

  4. Globetrotter

    Jetzt holen sich unsere Ostbelgischen Lokal und Stadt Politiker auch noch die Raumordnung und Wohnungsbau Behörde nach Ostbelgien. (Kompetenz Übertragung) schimpft sich das. Ohne auch nur den blassesten Schimmer, geschweige die nötige Ausbildung zur Materie zu besitzen ! Hallo! Wir sind gerade mal +/- 77.000 Einwohnerin der DG, das ist gerade mal eine grössere Kleinstadt! Und da wollen unsere „hoch Intelligenten“ Politiker darüber endscheiden wie und was auf dem Land und in der Stadt auszusehen hat. Das ist einfach nur Krank und Lachhaft. Das könnte dann überspitzt unter anderem so aussehen: „Mir passt dein Gesicht nicht. Du kriegst das nicht genehmigt.“ Oder man lässt sich mal wieder eben von den Preussen „beraten“ (Dumm Quatschen). Oder es werden weiter sehr „geistreiche“ Parzellierungen mit vielen Kurven und Windungen und mit schönen Verkehrsberuhigung Puckel und nicht durchgehenden Strassen angelegt. Und in der Innenstadt nur noch Häuschen anstelle von grossen mehrstöckigen Appartement Gebäuden genehmigt. Und es werden noch mehr „Slum Baracken“ unter Denkmalschutz gestellt anstatt diesen gequirlten Schmarrn abzureissen. Man kann sich das schon ausmalen, dass da nur kleinkariertes bei rauskommt. Was will man auch von unseren Gehirnakrobaten verlangen? Deren geistiger Horizont reicht nun mal eben nur bis zur nächsten Kirchturmspitze bzw. Kneipengeschwafel. Da ist absolutes Vakuum unter der Schädeldecke und bei so manchen kommt da nur massiv Jauche vorne raus! Die sind noch nicht mal in der Lage mit logischer Weitsicht und Kosten Effizienz zu planen! Intelligenz und professionelles Planen geht anders. Also alles was unsere kleinkarierten lokal Politiker nicht im Entferntesten besitzen! Die haben allenfalls das geistige Niveau eines Spatzenhirns!

    • Frau Baudimont,
      Rumheulen wegen verlorener Wahlen gehört scheinbar zu den guten Sitten einer Demokratie, vor allem aber bei denjenigen, die das „System“ verabscheuen, sich aber darin beteiligen wollen. So funktioniert das nicht.

      • Baudimont

        Sehr geehrter Herr Freddy
        Das wäre aus meiner Sicht das Vernünftigste. das ich aber ärgerlicherweise eine eigene Partei gründen müsste, weil von den Existierenden (Kollektivistische Klüngelpartei) keine meine Meinung vollumfänglich abbildet
        Der „Parti Libertarien“ vertritt eine freiheitliche Politik, die eine Selbstbestimmung des Einzelnen im Staat und sein Recht auf Freiheit fordert.

    • Was soll das Übermalen von arroganten, an Kolonialzeiten erinnernden Schildern, durchaus ein Akt der Selbstachtung und -verteidigung, mit „Klüngel“ zu tun haben?

      Vielleicht haben Sie die Bedeutung des ursprünglich kölschen Begriffes nicht verstanden. Deshalb ein kleiner Auszug aus dem entsprechenden Artikel auf Wikipedia:

      „Im deutschen Sprachgebrauch wird dagegen lediglich das Unter-der-Hand-Handeln, die geheimen Absprachen, und ggf. die illegitime Vorteilsnahme und -gewährung mit dem Klüngel assoziiert. Außerhalb Kölns wird hierfür der Begriff „Nepotismus“ nahezu synonym verwendet. Eine positiv wertende Bezeichnung des Aufbaus eines Beziehungsgeflechts ist „Networking“ (Aufbau und Nutzung von Netzwerken). Mitgliedern eines Netzwerkes kommt es meistens nur auf die Generierung wechselseitiger Vorteile für die am Netzwerk Beteiligten, nicht aber auf einen Nutzen für Dritte an (z. B. Kunden, Unternehmen, Gesellschaft oder Staat).

      Da kommen wir der Sache schon näher: „Nepotismus“, also Vetternwirtschaft, das soll es in der DGB, „wo jeder jeden kennt“ und jeder mit jedem verwandt ist, durchaus geben, wie man „hinter vorgehaltener Hand“ hört.

      Der andere Aspekt, das „Netzwerk“, ein Wort, das der ehemalige MP gerne in den Mund nahm, mag da unbedenklicher klingen, bedeutet aber im Grunde auch, dass objektive Entscheidungswege ausgehebelt werden und durch „Beziehungen“ ersetzt werden. Nur weil ich als Bürgermeister einen Minister gut kenne oder in derselben Partei bin, wird mein Dossier bevorzugt behandelt, oder, andernfalls, unter den Stapel geschoben.

      Eine eher harmlose Form ist wohl die gerne gepflegte internationale Vernetzung unserer politischen Mandatsträger. Man reist bevorzugt in touristische interessante Gegenden parliert mit Seiner Durchlaucht in Liechtenstein und lässt sich in Tirol den „Grossen Roten Adlerorden“ umhängen, besucht in Schaffhausen ein Schulprojekt und verkauft dem staunenden Steuerzahler diese Weltläufigkeit dann als unverzichtbar für das Überleben der DG.

      Dabei erreicht „Klüngel“ nicht unbedingt die Dimension von Korruption im strafrechtlichen Sinn. Er ist da wesentlich subtiler. Der Bürgermeister bezahlt ja keine Geldsumme an den Minister, damit seine Straße gebaut wird.

      Leider hilft das uns wieder einmal nicht wirklich weiter. Gegen etwas kämpfen, kann man nur, wenn man die Probleme konkret benennen kann. Alle Politiker als korrupt und unfähig zu beschimpfen, wie das durchgängig geschieht, bewirkt da nichts.

      • Öppe Alaaf

        Unsinn. „Networking“ hat nichts mit „Nepotismus“ zu tun.

        …und das Übermalen der Schilder ist das Symptom eines demografischen Problems (sh. unten)

        Wenn die DG sich mental öffnen würde, gäbe es weniger Klüngel.

        • „Mental öffnen“?

          Dabei werfen wir doch bei jeder Gelegenheit den wallonischen Politikern vor korrupt zu sein und wahre Meister im „Klüngeln“. Sollen wir uns also dieser Mentalität annähern?

          Was die Schilder betrifft, so hat deren Ablehnung nichts, aber auch gar nichts, mit fehlender mentaler Öffnung zu tun. Im Gegenteil, dadurch beweisen wir, dass wir uns nicht als „deutschsprachige Wallonen“ vereinnahmen lassen wollen.

      • Ich habe das Wort „Klüngel“ sehr wohl verstanden, aber in einen ganz neuen Kontext gebracht.

        Ich bin der Meinung, dass durch diesen „Klüngel“ die Selbstgefälligkeit mancher Leute so groß ist, dass sie sich letztendlich für den Mittelpunkt der Erde halten. Das zeigt sich auch gerne in der Politik, denn dieser falsche Stolz führt nur dazu, dass Unsummen an Steuern verschwendet werden – ohne dass die Belange der Leute in besserer Art & Weise angesprochen werden.

        Diese Sauerei an den Schildern ist kein Identitätsproblem der Leute hier, sondern von Leuten verursacht, denen es eigentlich gar nicht so schlecht der DG geht. Es sind dann immer die selben und bekannten Leute, die noch mehr Autonomie in der DG wollen und damit auch mitverantwortlich für diesen „Klüngel“ sind und dann unabhängig von den „Walloniern“ sind. Der Schrei nach Korruption ist in unserer Gegend das Höchste der Gefühle, Bevorzugung mancher Leute durch Connections zur Politik unabstreitbar (aber offen sollte man niemals darüber reden, denn sonst hat man wohl eine Klage am Hals).

  5. Öppe Alaaf

    Nun ja, Herr Cremer, Küngel ist Korruption!

    Im Rheinischen Raum gibt es die ach so niedliche Gewohnheit, Korruption als „Klüngel“ zu bezeichnen. Einigen wir uns hier also auf „Klüngel ist heimatverbundene Korruption“.

    Er unterscheidet sich nicht wesentlich von der Korruption in anderen Staaten der dritten Welt, tut aber nicht so weh’, weil wir ja mehr Affinität zu einem (christlichen, sozialistischen, …hier Adjektiv einfügen) Nachbarn haben, als zu einem braunhäutigen, schwarzhaarigen Dorfvorsteher einer rumänischen Roma-Siedlung.

    Ich glaube, dass man Klüngel in der DG in zwei Gruppen teilen kann. Die eine Gruppe bedroht die Demokratie, die andere die Moral.

    Die Moral wird durch Korruption ausser Kraft gesetzt, wenn zum Beispiel Stadtbedienstete der eigenen Familie durch Ihre Position Vorteile verschaffen. Meist geschieht das heimlich und man muss schon lange graben, bis man fündig wird. Es ist schwer mit der Beweislast. Richtig einfach würde es sein, wenn man ein Preisausschreiben öffentlich ausschreiben würde und dann die eigene Familie den Sieg davontragen würde, die dann durch öffentliche Gelder gefördert würde. Aber wer wäre schon so blöde?

    Witziger weise scheint innerhalb der DG der Leidensdruck diesbezüglich nicht allzu hoch zu sein. Warum wohl?

    Es liegt wohl an der zweiten Komponente des Klüngels: Das „Wir und die Anderen“-Syndrom.

    Es hat wohl mit Statistik zu tun, dass man in einer abgeschotteten Region, in der rund 50.000 erwerbsfähige Erwachsene (abzüglich zugezogene Deutsche 40.000) zur Verfügung stehen, einem durchschnittlichen IQ von 100 und einer Affinität zur Politik nur eine beschränkte Anzahl von Personen über die erforderlichen Grundkompetenzen verfügt.

    So kann es sein, dass in einem Flecken in der Eifel (durchschnittlich 50 Einwohner/km2) ein Lehrer oder Bürgermeister einfach nicht ausgetauscht werden KANN, weil keine Alternative zur Verfügung steht. Das ist nicht ein Problem von Klüngel sondern von Inzucht…also biologisch bedingte Schädigung der Demokratie.

    In Eupen haben wir ja zum Glück eine Anlaufstelle für all die Eifeler (und natürlich der Nord-DGler), die sich dem demokratischen Wettbewerb stellen.

    Hand aufs Herz: Kann man den Menschen denn verübeln, wenn sie dem Nachbarn, der damals schon die Kuhfladen weiter werfen konnte als man selbst, eine Position verschaffen? Oder seinen Kindern? Oder den eigenen Kindern? JA NATÜRLICH, aber nicht, weil das mit Demokratie zu tun hat, sondern den Rechtsstaat, in dem Gleichbehandlung Gesetz ist, angreift! (An dieser Stelle bitte über „Demokratie“ und „Rechtsstaat“ nachdenken. Wir leben in einem Rechtsstaat und der Populismus ist das Männlein im Deckmäntelchen, dass ihn am Stammtisch angreift!)

    Warum dennoch? Stellen Sie sich vor, Wallonen würden die DG kapern! Oder das Geld der DG nach Brüssel fliessen! Nein! undenkbar! Dann schaffen wir lieber einen Posten in Eupen und besetzten ihn mit (manchmal kompetenzfreien) DGlern, damit das Geld in der DG bleibt! Bewirbt sich ein kompetenter Wallone mit Sprachkenntnissen und 20 Jahren Erfahrung, muss er Platz machen für den Sohn vom Schöffen des Nachbardorfs, dessen Cousine mal mit dem Bruder …etc etc etc.

    …und wenn die DG zu klein wird? Dann schaffen wir eben Posten im Ausland!

    Sie sehen: Eigentlich geht es der DG zu gut! Und vielleicht ist das, was man als Klüngel wahrnehmen könnte, eigentlich “demografisch bedingter Nepotismus in einem abgeschlossenen Biotop“. Manche nennen es Inzucht gepaart mit Korruption. Ich würde es so nennen!

  6. Vereidiger

    Die Schattenseite des Klüngels ist blanke (Existenz-)Angst. Gerade in Gemeinden, in denen die Mehrheit ziemlich fest und seit Jahren im Sattel sitzt, hat sich ein Filz gebildet. Paradebeispiele sind die Gemeinden Büllingen und Butgenbach, die ihren jeweils eigenen „Putin“ zum Oberhaupt haben. Dort wir schlicht nach dem Schwarzweiß-Verfahren vorgegangen: Wer Kritik äußert, wird als Gegner bzw. Feind betrachtet. Und wer sich dann auch noch traut, sich mit „Oppositionellen“ zu treffen, der wird gemeldet und der hat dann nichts mehr zu melden.

    Beispiel: Eine Büllinger Liste wollte sich im Vorfeld von Gemeinderatswahlen aus erster Hand informieren und sich hierfür mit Vertretern der Büllinger Geschäftswelt treffen. Daraus wurde dann nichts, weil sich diese ängstlichen Geschäftsleute davor fürchteten, mit der Liste in einen Topf geworfen zu werden und in dem Fall einer Wiederwahl des scheidenden „Putins“ bei Auftragsvergaben benachteiligt zu werden… SO läuft das mittlerweile! Es ist somit völlig berechtigt, hier von einer Gefahr für die Demokratie zu reden. Und diese schleichende Angst vor denen, die herrschen, erinnert unweigerlich an ein vermeintlich demokratisches Russland…

    • @Vereidiger: Was Sie beschreiben, ist genau der ostbelgische Klüngel. Diesen Klüngel findet man aber nicht nur in Büllingen und Bütgenbach, sondern in allen Gemeinden der DG. Am schlimmsten ist es, wenn die Leute, die in der Gemeinde in der Mehrheit sind, einen langen Arm zur DG in Eupen haben.

    • Korruption in der DG ist ein ziemlich großes Thema, und dürfte man sich dazu konkret äußern, würde man viele Nachteile am eigenen Leib spüren. Ich habe in meinem näheren Umfeld viel von diesem „Klüngel“ mit bekommen. Dabei waren bewusste (!) Gesetzesverstöße seitens der Behörde die viel Geld kosten und man schnell zurück schreckt, um nicht auch personelle Benachteiligungen erleiden zu müssen.

  7. Reulander Bürger

    Was können wir uns bald absolut glücklich schätzen , das der Klüngel hier in Reuland sich langsam aber sicher dem Ende zuneigt . Jüppchen ist sowieso alles egal und lässt alles dahinschleifen . Seine übrigen Kuhbauern sind dieser Sache nie gewachsen gewesen und können nur mit dem Kopf nicken , um Jüppchen seine Floskeln abzusegnen . Eine Vielzahl dieser Kopfnicker sind der Deutschen Sprache noch nicht richtig mächtig , vonwegen Französich sprechen .Es ist grosse Zeit das hier Kompetente Schöffen regieren .

    • @Reuländer Bürger, persönlich habe ich „Jüppchens Qualtäten nie allzu hoch eingeschätzt. Komme besser mit zuverlässigen Menschen klar, war Jüppchen jedoch nur bedingt, so meine Auffassung

    • @Patriot 11.51 h, Nach meiner Meinung würden Sie sich ganz schön vertun, würden Sie mit vollem Namen posten; Das geht eine gewisse Zeit gut, jedoch ist über kurz oder lang irgendwann Mobbing angesagt. Bin mir fast sicher, das OD dies bestätigen würde. Könnte sogar mehrere Namen nenn, die z.B. bei OD schon gemobbt wurden

  8. Ja Herr Cremer, Sie haben vollkommen recht! Wie empfindlich die „Machthabenden“ sind, auch gegenüber den Medien, habe ich persönlich in den 1980-Jahren in Bezug auf Ihren „Grenzland-Report“ mitbekommen.Während eines Gespräches mit einem mir privat bekanntem, prominentem Politiker unseres Klein-Glied-Staates, bezeichnete dieser Ihre Zeitschrift als „Revolverblatt“, weil er nicht mit einigen Ihrer Artikel einverstanden war. Das war er vom Grenz-Echo und vom BRF her nämlich nicht gewohnt.Was die Anonymität hier im Forum angeht, auch wenn es für mich persönlich kein Problem wäre, hier mit richtigem Namen zu posten,, da ich so zu sagen „aus allem raus bin“ , was mir noch persönlichen Ärger seitens der Politik einhandeln könnte, bin ich ebenfalls, wie die meisten hier, der Meinung, die Anonymität unbedingt beizubehalten. Dieses Thema ist ja bereits oft genug angesprochen worden.Ich kann übrigens denjenigen nur beipflichten, welche den Einfluss der Politik auf Jobs, ob es sich dabei um den Öffentlichen Sektor, oder um private, bzw.geschäftliche Abhängigkeiten usw. handelt, erwähnen.“We are watching you“ seitens der Politik ist auch in der DG kein Fremdwort.Kleines Beispiel dazu: Vor ein paar Jahren sagte ein Bekannter zu mir, dessen Sohn einen Job in einer öffentlichen Einrichtung der DG bekommen hatte, ein Politiker hätte sich diesbezüglich sinngemäß geäußert :“ Hätte ich vorher gewusst, dass „X“ der Sohn von „Y“ gewesen wäre, hätte ich dafür gesorgt, dass er die Stelle nicht bekommen hätte.

    Wie sagte

  9. Réalité

    Viele Kommentare voller Wahrheit hiervor! Natürlich ist der Kleingliedstaat keine Insel für solche Handhabungen und Kuppeleien! Gut ist jedenfalls wenn solches auffällt. Der Bürger ist heute nicht mehr hinterm Mond. Auch gut das Medien in dem Falle dran bleiben und helfen auf zudecken! Natürlich ist der Sumpf noch tief, aber eines Tages fällt es auf! Der Krug geht bekanntlich so lange zum Wasser bis er bricht.
    Die grösste Spielwiese darin ist natürlich die Politik. Selbst auf Gemeindeniveau wird’s praktiziert. Desto höher die Etagen, desto rafinierter die Spielart. Bis auf einmal!?

  10. So OD, jetzt bin ich mal ABSICHTLICH frech!!!! zu der männlichen Person, die sich heute um 7.11h unter dem Nick „Angela“ in Ihrem Forum gemeldet hat. Hier folgt nun die absichtlich freche Bewertung:
    Diese männliche Person ist DUMM, VERBLENDET und nicht mehr ganz“ BEI TROST“, eventuell auch noch psychisch KRANK! Und das vor lauter Herrschsucht!

  11. ich hab da noch was!

    Obschon überall in den Gemeinden geklüngelt wird, haben sie dazu keine Grundlage, denn es fehlt letztendlich immer juristisch gesehen der Beweis. So sind die öffentlich ausgeschriebenen Stellenangebote der DG oder der Gemeinden bereits vergeben (vorgesehen) bevor sie im Internet oder in den gängigen Print-Medien veröffentlicht werden. Klar doch, dass wird jetzt vehement von diesen Institutionen abgestritten, gemacht wird es trotzdem so….

  12. „ich hab da noch was“17.40h was Sie da schreiben, das gab’s schon vor 20Jahren und mehr. Hatte man kein Vitamin B (ich nehmen an, Ihnen ist bekannt, was ich damit meine),also OHNE Vitamin B gab’s keinen Posten/keine Arbeit

  13. Wahrheitsfinder

    Genau, „ich hab da noch was“, wer in der DG einen besseren Posten erhaschen will, braucht sowieso ein Parteibuch, möglichst das richtige: Daher kommt es gelegentlich eben dazu, dass Leute, die Karriere machen wollen, aber nicht so richtig vorankommen, mal eben die Partei wechseln. Vor allem im öffentlichen Dienst ist dies so. Und ob wirklich alle offenen Stellen ausgeschrieben werden? Wer suchet der findet auch dafür Beispiele, das dies nicht immer der Fall ist. Aber viel schlimmer ist doch, wenn Leute mit vermeintlichem Einfluss solchen Mitbürgern drohen, die gerne die Wahrheit öffentlich machen wollen. Feige ist nämlich nicht der, der seinen Arbeitsplatz oder seine Familie schützen will, sondern der, der solche Situationen ausnutzt.. Da freut man sich geradezu auf seine Rente, dann ist man – zumindest wenn man keine Familie hat, auf die man Rücksicht nehmen muss- wieder freier.

    • “ Da freut man sich geradezu auf seine Rente, dann ist man – zumindest wenn man keine Familie hat, auf die man Rücksicht nehmen muss- wieder freier.“

      So ist es! Die „Wartezeit“ ist jedoch sehr lang…..

  14. „In der Justiz hört man gelegentlich, dass sich allmählich wieder gewisse Machenschaften etablieren, die nach der Dutroux-Affäre (und der Affäre um den Generalanwalt Joseph Schmitz in Ostbelgien) ausgemerzt worden waren.“

    Der Eupener Justizbezirk ist der versiffteste von Belgien, es muss unbedingt eine Wiedervereinigung mit Verviers stattfinden, um diese Mafia zu stoppen.

    • Faktenschreiber

      Sehr richtig nmm und ebenfalls sehr richtig an Patriot. Auch ich habe einen Bekannten, der in einer öffentlichen Einrichtung der DG arbeitet, und einem Eupener Politiker zu unbequem geworden ist. Nach einer heftigen Diskussion drohte der Politiker, er würde dafür sorgen, dass mein Bekannter gekündigt würde und in der ganzen DG keinen neuen Job mehr finden werde. Wenn man nicht nach der Pfeife gewisser Wald-und Wiesenpolitiker tanzt, dann gehen diese soweit einem die Existenz zu nehmen. Dies ist nur ein Beispiel von vielen. Was die Justiz anbetrifft, die wird bei jedem vermeintlichen Gesetzesübertritt aktiv, damit sie eine Daseinsberechtigung hat, aber wenn die eigene Familie Probleme hat, dann wird ein tatsächlicher Gesetzesübertritt schnell unter den Tisch gekehrt. Schlussendlich werden ja Richter und Staatsanwälte durch Politiker ernannt und befördert, da muss sich die Justiz ja gut mit der Politik halten. Spätestens beim nächsten Serviceclubtreffen, kann man dann wieder mit seinem befreundeten Politiker oder Staatsanwalt, Richter die Dinge ins rechte Lot rücken. Es ist und bleibt eine Mafia.

    • Studien bieten nur eine pseudowissenschaftliche Rechtfertigung für ihre Auftraggeber.

      Es ist im Eupener Gerichtsbezirk eingetreten, was schon bei seiner Gründung von Kritikern eingewendet wurde. Weil die Gegend so klein ist und jeder jeden kennt, haben wir ein verfilztes und mafiöses System, bei dem rechtsstaatliche Grundsätze nicht mehr gelten.

    • Betreff „Klüngel“ in Ostbelgien. Persönlich verfasste ich kürzlich einen Leserbrief, der sich vollständig an die „Netitquette“ gehalten hatte, so meine Meinung, eine Veröffentlichung jedoch?! Denkste! Von einer Person, die im öffentlich Leben steht, wurde „Klüngel“ angewandt!

  15. senfgeber

    In Kappesland sind die von Herrn Cremer beschriebenen Negativ-Eigenschaften konzentriert auf einer kleinen Fläche anzutreffen. Das macht es besonders abstoßend.

    Das klebrige Geschwür in Kappesland erstreckt sich auf eine kleine Gruppe von Politfunktionären, die sich die eigenen Taschen auf Kosten der Allgemeinheit vollmacht, es wird angereichert durch Nepotismus, eine politisierte Justiz, eine immer größere Gefräßigkeit und peinliche Selbstinszenierungssucht des Politapparats.
    Diese Form der politischen Subkultur und der politischen Negativ-Auswahl ist im deutschen Sprachraum ein Sonderfall (sieht man in jüngerer Zeit von der DDR ab), und man muss nur einen Blick auf das heruntergewirtschaftete Wallonien werfen, um die Ursachen für dieses schmierige Geflecht in Kappesland zu finden.

    Es waren die Wurmfortsätze von Wallonenparteien mit ihren in den Wallonenparteien sozialisierten Funktionären, die im Laufe der Jahrzehnte diese Art von Machenschaften in Kappesland etabliert hat. Solche verrotteten Systeme sind unfähig, sich selbst zu reformieren (die DDR lässt grüßen), sie werden von außen zerschlagen.

    Die Vertreter der politischen Subkultur in Kappesland setzen vor den Wahlen immer wieder das Märchen in die Welt, sie würden sich für die „Deutschsprachige Gemeinschaft“ und ihre Bürger einsetzen. In Wahrheit stehen die Pfründe für Funktionäre und Mitglieder der politischen Altparteien im Vordergrund, den Bürgern fällt die Rolle des Stimmviehs und der Finanzierer zu.

    Vor den nächsten Wahlen winselt der Abschaum unserer Gesellschaft dann wieder wie räudige Hunde um Stimmen.

    • Ostbelgien Direkt

      @Peter Schins: Ein Chefredakteur kann kein Personal einstellen. Dazu ist er gar nicht befugt. Das hat der Herr gemacht, der mich Jahre später in einer Nacht- und Nebelaktion rausgekegelt hat ;-) Gruß

      • Peter Schins

        Also wurde Ihr Sohn geradezu gegen Ihren Willen eingestellt. Der Vorschlag ist also nicht auf Ihrem Must gewachsen? Mit dieser billigen Ausrede werden Sie bestimmt auch die Auftragsvergabe für das Tippspiel rechtfertigen.

        • Ostbelgien Direkt

          @Peter Schins: Auch diese Entscheidung habe ich nicht getroffen. Sie sind schlecht informiert. Im Übrigen war das Tippspiel eine geniale Idee, die über Jahre einen enormen Einsatz erfordert hat. Davon profitiert das Grenz-Echo heute noch. Gruß

      • @ oh je, Tipp: lassen Sie sich nicht aus der Reserve locken seitens „Schwall E.“1. Oktober 18.37 h. Kenne diese Person zwar nicht, doch ich würde z.B. reagieren, „soll Sie=diese Person“ doch selbst sehen wo sie die gewünschten Infos erhält“. Es wäre z.B. nicht das erste Mal, dass jemand sich dumm stellt, um an noch zusätzliche Infos zu gelangen (Trick 17 halt)

  16. ich hab da noch was!

    @ Peter Schins, was hat OD (Herr Cremer) Ihnen angetan, dass Sie ihn so verbal angreifen? Höflichkeit scheint keine Ihrer Tugenden zu sein, wohl Klüngel….

  17. aha OD 13.28 h (1. Oktober). Habe diesen Beitrag soeben erst gelesen! Muss sagen, dann liege ich ja keineswegs daneben, was ich von Besagtem halte. Z.B. habe auch ich schon persönliche „süffisante“ Mails seinerseits erhalten. Leider ist man ab und an auf das Marktplatz-Medium angewiesen. Der Typ mit dem Sie im Clinch liegen, kennt mich Gott sei Dank nicht persönlich, d.h. würde er das, er würde sich noch wundern!,

    Denke doch, Herr Cremer, dass Sie diese meine Zeilen publizieren, handelt sich ja auch hier um „Klüngel“

    • Ostbelgien Direkt

      @Öppe Alaaf: Ihr Browser ist ok. Das machen wir neuerdings mit Absicht. Wenn der „Standpunkt“-Artikel eine Zeit lang da oben gestanden hat, nehmen wir ihn von der Startseite, bis dass ein neuer veröffentlicht wird. Der Artikel ist aber nicht verloren, sie finden ihn wieder, wenn Sie in der oberen Leiste „Meinung/Standpunkt“ anklicken. Gruß

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