Standpunkt

„Eupen sitzt, trinkt und isst lokal …ich auch!“

Seit Jahren wird Eupen als Geschäfts- und Einkaufsstadt gepriesen. Neuerdings läuft eine Aktion unter dem Titel „Ostbelgien kauft lokal …ich auch!“. Aber ist Eupen wirklich eine Einkaufsstadt? Schon bei der Eröffnung des August Tonnar Centers (ATC, heute Eupen Plaza) war man dem Irrtum erlegen, die Attraktivität von Eupen als Geschäfts- und Einkaufsstadt völlig zu überschätzen. Den erhofften Ansturm von auswärtigen Besuchern hat es nie gegeben. Eupen sollte vielmehr in der Außendarstellung auf eine ganz andere Trumpfkarte setzen.

Was man in Eupen kaufen kann, bekommt man in Aachen erst recht – zumeist sogar preiswerter. Und im Internet sowieso. Die Erfolgsstory des Onlinehandels ist nicht mehr aufzuhalten. Darauf sollte sich auch eine Stadt wie Eupen verstärkt einstellen.

Wenn man sich dazu entscheidet, in Eupen einzukaufen, dann hat dies oft rein praktische Gründe: Man ist entweder zu bequem, um bis Aachen oder Maastricht zu fahren. Oder man legt Wert auf einen besonderen Service, den Aachen und Maastricht für einen Eupener nicht unbedingt zu bieten haben.

Die Stadt mit dem besonderen Service…

Ein Beispiel: Wenn ich einen Fernseher mit Satellitenempfang wünsche und in diesem Bereich von Tuten und Blasen keine Ahnung habe, dann kann ich die Geräte zwar in Aachen möglicherweise preiswerter erstehen, aber wer bringt mir die Anlage aufs Dach und stellt sie richtig ein, damit sie auch funktioniert? Diesen Service kann mir Eupen eher bieten.

Insgesamt aber hat Eupen zu wenig Trumpfkarten, um mit Städten wie Aachen und Maastricht mitzuhalten. Da kann der Rat für Stadtmarketing (RSM) so viele Aktionen starten, wie er will, es bringt alles nichts. Selbst Verviers ist keine Geschäfts- und Einkaufsstadt mehr, wie dies früher der Fall war.

…und dem besonderen Terrassenflair

Wenn Eupen eine Trumpfkarte geltend machen kann, gerade jetzt, wo die Begegnungszone endlich fertig ist, dann die des besonderen Terrassenflairs. An schönen Tagen im Frühjahr, Sommer oder Herbst lässt es sich zwischen Marktplatz, Werthplatz, Gospertstraße, Klötzerbahn und Bergstraße gut leben. Obendrein sind die Café-Terrassen durch den Umbau der Innenstadt weiter aufgewertet worden.

Wenn jetzt auch noch dafür gesorgt wird, dass die Café-Terrassen wenigstens zum Teil beheizt werden können, damit man sich auch an kühleren Tagen dort aufhalten kann, wie in Aachen, Maastricht oder Lüttich, dann ist das Ganze fast schon ein Selbstläufer. Dann braucht man nur noch mit dem Slogan zu werben: „Eupen sitzt, trinkt und isst lokal …ich auch!“

GERARD CREMER

 

    • @Frau Mahlzahn. Auspuffgase? Dass die Eupener keine Fußgängerzone wollen, haben Sie ja bei der Volksbefragung am 14. Juni zum Ausdruck gebracht. Ich würde sogar behaupten: Wenn es in der Begegnungszone keine Autos mehr gäbe, wäre im Sommer abends auf den Terrassen nur halb so viel los! Viele Autofahrer machen abends noch eine Runde durch die Stadt, um zu schauen, was auf den Terrassen los ist. Und diese zugegebenermaßen ziemlich unnützen Runden durch die Stadt gehören irgendwo zum Terrassenflair dazu. Ich könnte mir aber vorstellen, dass Sie als „Grüne durch und durch“ empört sind, wenn Sie so etwas lesen.

      • Frau Mahlzahn

        @Boff

        Das hat mit Grün doch nichts zu tun. Wenn Sie gerne an Auspuffgasen riechen bitte, dann schlafen Sie doch in Ihrer Garage. Wenn ich auf der Terrasse sitze, dann ist mir scheiß egal wer im Auto an mir vorbei fährt. So beschreiben Sie es: Die Orientierung gilt also der Person die im Auto sitzt und nicht der, die beim essen ist.
        Aber da gebe ich Ihnen Recht, genau das wollte der Bürger. Und weil ich genau das nicht wollte, gehe ich auch nicht mehr am Marktplatz essen. So einfach ist es, genau wie Sie sagen. Aber noch mal, mit Grün hat das wirklich nichts zu tun. Wobei ein bisschen Grün ist ja nie verkehrt.

      • die Umfrage war ein Witz. da hâtten sie auch fragen können ob man 100.00 euro weniger im Monat verdienen möchte. dann wâre das gleiche Resultat heraus gekommen. die leute sind eben zu faul um ein paar meter zu gehen. ach ja Auspuffgase gehôren zum Flair der Terrassen; nein wie krank.

      • das ist keine begegnungszone sondern eine Autobahn die sich zu gewissen Zeiten da abspielen. als fussgânger muss man höllich aufpassen sonst liegste unter dem Auto. einen parkplatz findet man fast nie, und es wir wie wild geparkt, weil jeder ja nur eben mal Brötchen oder sonstiges kaufen geht.

        • Der Mediengott

          Wie doof in Aachen kann man auch nicht direkt vorm Laden parken, sehr selten geht sowas meistens eher ausserhalb…nur mal als Beispiel. Dann is der Eupener vielleicht Fussfaul zuhause und nicht ausserhalb. :P

      • ich habe gestern die tanzauffûhrung am marktplatz c.a. 16.00 uhr verfolgt. ich habe auf der bank neben dem eisgeschâft gesessen. also was sich da von pkws stossstange an stossstange durchschleusen ist abnormal. da kommt keiner zum einkaufen ,dass ist eine abkûrzung nach egal wohin.da kann ich mich auch am kreisverkehr von der vervierserstrasse setzen und einen kaffee trinken.

  1. Eupen braucht schleunigst wieder das Wetzlarbad, und zwar in seinem ALTEN Zustand! Wenn es ein Aushängeschild für diese Stadt gab, dann dieses Freibad – und genau das lassen unsere Herren Stadtvertreter brach liegen wie eine kontaminierte Zone. Versteh das einfach beim besten Willen nicht… mit einem Kombibad will man doch erneut vermeindlich größer erscheinen als man eigentlich ist, genauso wie damals mit einem Einkaufscenter – was daraus geworden ist haben wir ja gesehen, und mit dem Kombibad würde es genau dasselbe Resultat geben. Ich weiß es ist zu spät zu hoffen, aber es würde Eupen mal richtig gut tun, wenn es mal in seiner Größenordnung spielen würde

    • Wenn Eupen in seiner Größenordnung spielen soll, ist das abschaffen eines Schwimmbades doch gar nicht mal so dumm. Anstatt 2 Schwimmbäder (die beide in marodem Zustand waren) unterhalten zu müssen legt man diese zu einem neuen Schwimmbad zusammen, dass a) mehr Leute anziehen wird und dass b) weniger Unterhaltskosten verursacht.
      Außerdem bezweifle ich, dass das Wetzlarbad ein Aushängeschild für unsre Stadt war. Es war einfach ein Stinknormales Freibad ohne nennenswerte Extras wie z.B. einer großen Rutsche o.ä. Die meisten fahren doch sowieso zum See nach Bütgenbach bzw. nach Berg, wo es keinen Eintritt gibt und mann genau so gut schwimmen gehen oder in der Sonne braten kann.

    • @ Peter G.

      Eupen braucht schleunigst wieder das Wetzlarbad, und zwar in seinem ALTEN Zustand!

      Meinen Sie damit marode und verrottet?

      Hätten die Vorgängerregierungen das Geld in die Hand genommen um eine ständige Wartung zu gewährleisten wäre eine Sanierung vielleicht noch möglich gewesen. Jetzt muß neu gebaut werden ob es uns passt oder nicht.

      • Ich meinte mit altem Zustand die Anordnung – selbstverständlich wäre eine Renovierung mal dringendst nötig gewesen, alleine schon die Sanitäranlagen waren eine einzige Katastrophe. Aber eine Renovierung wäre immer noch weitaus günstiger gewesen als ein (mehr oder weniger) kompletter Neubau. Und wieso sollte man alles zusammenlegen? So wars doch schön separiert und praktisch. Ich hätte im Grunde auch nichts gegen ein tatsächliches Kombibad mit Innen und Außenhalle, aber diese schnöden „Extras“ wie eine ultrakurze Wildwasserbahn und angehobene Außenbecken lassen einen nicht wirklich hoffen – entweder von dem Geld ein gutes Freibad ODER gutes Hallenbad bauen – aber bei beidem zusammen muss man nunmal Abstriche machen – kommen wir also zurück zum Anfang: WIESO?! Es hätte gereicht, sowohl Hallen- als auch Wetzlarbad zu renovieren. Und wenn die Sensationsgeilen doch noch was haben wollen, dann könnte man einfach wieder das 5 Meter Brett einführen, und zwar stabiler und sicherer als das Alte. So hätte man es machen können, aber so haben wir jetzt gar nichts mehr, außer ein Schlachtfeld und ein (wirklich) marodes Hallenbad. /Aufregung Ende

  2. Wenn Eupen eine anziehende Gastronomie haben möchte, dann bleibt noch viel zu tun.

    Hierzu unser Erlebnis: Vor einiger Zeit schon hatten wir beim „Deal des Tages“ via GE.net einen Restaurantbesuch erworben.

    Angeboten hatte das „Schnäppchen“ ein Etablissement am Eupener Marktplatz. Ich will nicht konkreter werden, da ich mir keine Unterlassungsklage einhandeln möchte, und ich den Sachverhalt im Nachhinein ja nicht mehr beweisen kann.

    Das Interieur: muffig, altbacken, gähnende Leere. Mehrere Minuten lang tat sich nichts, und wir standen ziemlich ratlos herum, bis sich schließlich, nach mehrmaligem Rufen, jemand – wie sich später herausstellte, der Besitzer höchstpersönlich – in Filzlatschen blicken ließ und uns äußerst wortkarg begrüßte. Diese grummelige Art legte er auch im weiteren Verlauf des Abends nicht ab.

    Das Menü war sehr durchschnittlich und stand in keinem Verhältnis zur wortreichen Anpreisung auf der Website von „Deal“.

    Nun sind gewiss nicht alle Lokale in Eupen so, das will ich gerne annehmen.

    Es war übrigens nicht das erste Mal, dass von „Deal“ angepriesene „Highlights“ nicht das hielten, was sie lauthals ankündigten. So sind wir auch mal in Aachen in einem italienischen Restaurant beim Theater enttäuscht worden.

    Schade, denn im Prinzip wäre solche Werbung doch die beste Gelegenheit, neue Kunden anzulocken und zu binden, liefern außerdem kostenlose Mundpropaganda, etwas, wovon doch jeder Gastronom träumt.

    Übrigens, hätten wir die Devise vom „lokal essen“ beherzigt, wären wir erst gar nicht nach Eupen gekommen. So viel zum Sinn oder Unsinn derartiger Kampagnen.

    • Fragezeichen

      Geiz ist geil.
      Wer solche Delas anbietet, dann nicht weil der Laden top ist und gut läuft, sondern als letzter Versuch mehr Kunden zu bekommen…

      Und weil diese „Gutscheinessen“ meist nur die Hälfte kosten kann man sich ausdenken, was man serviert bekommt….

  3. Das Thema hier ist essen, trinken und „sitzen“. Also lasse ich das Schwimmbad mal außen vor. Meines Erachtens sind die Restaurants in unserer Gegend, in den letzten Jahren, gut bis sehr gut besucht. Bei den Cafés bzw. Kneipen, ist das nicht so. Man sollte keine alkoholischen Getränke verzehren wenn man Auto fährt und das Rauchverbot ist super für alle wie ich, die Nichtraucher sind. Das war früher anders: Es gab bedeutend mehr Kneipen als heute. Das wissen wir ja alle. Der Terassenbesuch ist wetter- und temperaturabhängig. Schlußendlich muss jeder selbst wissen, woran er seine Kröten ausgibt, bevor die Krötenwanderung nach……Griechenland beginnt :-)

  4. Der Mediengott

    Thema Service, man bekommt seine Geräte auch von Media Markt/Saturn installiert, also das is nichts besonderes. Oder wenn man bei Pallen/Brucker Möbel kaufen geht, bekommt man das vom Fachpersonal aufgebaut. Da muss mehr von Eupen kommen.
    Terrassen gibt es schöne ja…Pigalle, Mesopotamia, ja teilweise am Markt immerhin etwas grünes, am Metallschiffchn, is es zu grau und einige Kneipen in der Nähe könnten mehr draus machen, als nur Plastik/Metallstühle/Tische hinzustellen. Flair sucht man da eher…

    Also Eupen hat nicht den besonderen Service die kann man auch von Läden ausserhalb Eupen bekommen. Den Flair, ja da kann man noch etwas mehr machen, siehe Malmedy, Bütgenbach, Aachen, St Vith, Kettenis. :P

  5. Zuerst muss Eupen mal die Mittagspause abschaffen,denn oft genug bin ich nach Eupen gefahren und stand dort über eine Stunde vor verschlossenen Türen.Auch haben dann die ganzen Verwaltungstypen Zeit zum einkaufen.Weder unsere Nachbarstädte noch das Internet kennen diese Mittagspause.

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